Maggies Motto: "Do something with passion and success won't be far away". Foto: Atessa Bock

Magdalena Löwe entwirft mit „Solt un Peper“ Prints im minimalistischen Stil. FINK.HAMBURG erzählt sie ihre Gründungsgeschichte.

Magdalena Sophie Löwe, kurz Maggie genannt, lebt mit ihrem Verlobten Tim und ihrer gemeinsamen Tochter Yuna Valentina in Eimsbüttel. Die 24-Jährige hat ihr Jura- und BWL-Studium abgebrochen und studiert jetzt Kommunikationsdesign. Über ihre Firma „Solt un Peper“ bietet sie in ihrem Onlineshop selbst designte Prints im minimalistischen Stil an.

Im Interview mit FINK.HAMBURG erzählt sie, wie es zur Gründung kam, welche Rolle Instagram bei der Geschäftsentwicklung gespielt hat und wie sich Business und Baby vereinbaren lassen.

Auch Maggies Verlobter Tim ist voll mit ins Geschäft eingestiegen. Mit auf dem Bild: Ihre gemeinsame Tochter Yuna. Foto: Atessa Bock

FINK.HAMURG: Was macht „Solt un Peper“?

Maggie: Wir fertigen hauptsächlich Prints im minimalistischen Design an – aus Hamburg, direkt von der Waterkant. Viele unserer Produkte kann man personalisieren lassen, zum Beispiel mit Namen und Daten eines Hochzeitspaares oder Namen und Geburtsdatum eines Kindes. Darüber hinaus bieten wir Handyhüllen, Familienkalender, Geschenkpapier und aktuell einen Adventskalender an. In Zukunft soll es außerdem Tassen und Kindergeschirr geben. Außerdem statten wir einige Hotels mit unseren Bildern aus und erstellen auf Wunsch Fotografien zu bestimmten Themen. Für ein Dortmunder Hotel haben wir kürzlich Bilder zum Thema Zechenarbeit gemacht.

Wie ist die Idee zur Gründung entstanden?

Ich habe damals angefangen, meine eigenen Bilder zu Hause selber zu designen. Mein Verlobter Tim hat immer gesagt, dass ich mehr daraus machen und sie anbieten soll. Ich war mir da unsicher und dachte, was ich da zusammenschuster, kauft bestimmt eh keiner. Doch Tim hat mich ins kalte Wasser geschubst: „Probier’s doch einfach, du kannst nichts verlieren. Wenn es nicht funktioniert, funktioniert es halt nicht.“ Und so ging im April 2016, ein paar Tage vor Yunas Geburt, unser Shop online.

Wie hat sich das Geschäft seit der Gründung entwickelt?

„Gold & Glitter“ war der erste Print, den ich gedruckt habe. Zu dem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass Yuna auf dem Weg ist und dass ich auch Prints für Kinderzimmer designen will. Also habe ich erstmal Ideen gesammelt. Gedruckt wurde zu dem Zeitpunkt noch gar nichts, es gab auch noch keinen Onlineshop. Dann habe ich über DaWanDa verkauft und Bilder auf Instagram geteilt und sofort erreichten mich viele Nachrichten. Irgendwann ließ sich das nicht mehr händeln und es wurde Zeit für einen eigenen Onlineshop. Das hat mich einige schlaflose Nächte gekostet und viele graue Haare. Seit der Gründung kommen jeden Monat kontinuierlich mehr Bestellungen dazu. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit boomt das Geschäft.

Glaubst du, Instagram ist ein entscheidender Absatzfaktor?

Ich glaube schon. Ich denke, dass mein privates Profil den Grundstein dafür gelegt hat. Damals hatte ich schon eine gewisse Reichweite, die auf „Solt un Peper“ aufmerksam gemacht hat. Aber ich glaube, wenn man ein cooles Produkt hat, wird man auch so gefunden. Irgendwann kommt der Moment, an dem man merkt: Okay, das wächst jetzt auch von alleine und braucht mich nicht mehr als Hintergrund. Mittlerweile gibt es viele, die nur „Solt un Peper“ sehen und gar nicht wissen, dass ich dahinter stehe. Trotzdem denke ich, dass Instagram einem extreme Chancen bietet, gesehen zu werden, ohne dass man einen Laden aufmacht.

Momentan lebst du von dem Verkauf deiner Produkte. Soll das auch in Zukunft so bleiben?

Definitiv. Wir hoffen, dass Yuna vielleicht sogar eines Tages davon leben kann. Wenn es so weiter läuft, möchte ich nach meinem Studium nichts anderes machen. Ich habe auch Tim mit ins Boot geholt. Er hat seine Festanstellung als Personal Trainer gekündigt und ist voll mit eingestiegen. Er hat mich bei allem unterstützt und ab und zu auch mal Pakete gepackt, wenn viel bestellt wurde. Mittlerweile ist er für die Verpackung und den Versand zuständig und ich bin wirklich nur noch am PC und designe.

Wie kann man Gründung und Kleinkind miteinander vereinbaren?

Es ist nicht zu empfehlen, zu denken, dass man seine Elternzeit voll und ganz dafür ausnutzen kann. Meine Elternzeit verläuft definitiv nicht wie bei anderen, trotzdem war es für uns der perfekte Weg. Es war zwar eine Umstellung, aber ich muss sagen, dass es mich wahnsinnig angespornt und motiviert hat, etwas eigenes zu schaffen, was mir wahnsinnig viel Spaß macht. Wenn man aber etwas gründet, wohinter man nicht zu hundert Prozent steht, wird es schwierig. Denn man muss schon viel dafür aufgeben. Aber das, was man zurück bekommt, wiegt es in jedem Fall wieder auf. Wir arbeiten oft nachts, aber die Zeit, die wir tagsüber gemeinsam mit Yuna haben, hat ein anderes Paar nicht, wenn einer Vollzeit arbeiten geht und das Kind in der KiTa ist.

Euer Zuhause ist auch euer Büro. Belastet es nicht eure Beziehung, wenn ihr 24/7 aufeinanderhockt? 

Man kann das nur beurteilen, wenn man es selber macht – ins kalte Wasser springt. Hätte auch schief gehen können, aber das ist es nicht. Wir haben uns beide darauf eingelassen und geguckt, wie es wird. Und es klappt richtig gut. Natürlich ist es schwierig, weil man nicht diesen Abstand hat, wie zu einem Arbeitskollegen. Wenn was schief läuft, schreit man sich halt einmal kurz an. Der Ton ist ein bisschen rauer teilweise, aber wir können so gut zusammenarbeiten. Was viele nicht sehen: Während des Arbeitens nimmt man sich nicht als Paar wahr. Wir trennen die Arbeit strikt von unseren Freizeitaktivitäten. Ich glaube, man entdeckt sich als Paar nochmal ganz neu, wenn man diesen Weg so geht.

Maggies Tipps für Gründerinnen

  1. Einer unser Prints enthält die Botschaft „do something with passion and success won’t be far away“ – und genau darauf kommt es meines Erachtens in erster Linie an. Stehe aus tiefstem Herzen hinter deinem Produkt, liebe, was du tust, und habe Spaß an deiner Arbeit. Es reicht nicht, gut in einer Sache zu sein, wenn das Herzblut fehlt.

2. Verliere deine Leidenschaft nie aus den Augen, erinnere dich stets an deine Träume – denn es werden Tage kommen, die mehr Motivation benötigen als andere, und an diesen ist es wichtig, nicht aufzugeben. Egal wie müde und erschöpft man gerade ist. Denn schon morgen beginnt ein neuer Tag, an dem man froh ist, an dem davor nicht das Handtuch geschmissen zu haben.

3. Lass dir von niemandem einreden, dein Vorhaben wäre zu waghalsig, du nicht gut genug oder deine Träume utopisch. Entferne dich von Menschen, die dir etwas Ähnliches einreden möchten, nur weil ihnen selbst der Mut fehlt. Umgib dich mit Leuten, die dich aufbauen, dir den Rücken stärken und mit dir Lachen, aber auch Weinen, können. Gehe deinen Weg und vertraue auf deinen Mut.

In der Serie Gründerinnen beleuchtet FINK.Hamburg die Hamburger Startupszene und stellt Frauen vor, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben.