Aus PETRA III soll schon bald PETRA IV werden. Foto: FINK.HAMBURG
Das Hamburger Forschungszentrum DESY will Antworten auf Zukunftsfragen finden. Dafür wird die Röntgenlichtquelle PETRA IV entwickelt. Hochpräzise Röntgenstrahlen sollen der Forschung neue Dimensionen eröffnen.
DESY steht für Deutsches Elektronen Synchroton und ist eine weltweit führende Forschungseinrichtung in Hamburg. Damit das so bleibt, wird der aktuelle Teilchenbeschleunigerring PETRA III umgebaut und erneuert. PETRA IV soll entstehen und einen ganz neuen Blick ermöglichen. Auf dem Gelände des DESY in Bahrenfeld arbeiten 3.000 Angestellte und Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt. Ihre Themen: „Wie dämme ich den Klimawandel ein, wie transformiere ich Chemie, wie mache ich Mobilität?“, erklärt Dr. Stephan Klumpp, Physiker und Leiter des PETRA IV Projektbüros.
Im Moment ist das Herzstück des DESY-Gelände noch PETRA III. Das soll sich ändern, denn die Positron-Elektron-Tandem-Ring-Anlage, kurz PETRA, soll grundlegend erneuert werden. 2032 soll in Hamburg der modernste Teilchenbeschleuniger der Welt stehen. „PETRA IV ist der coolste Apparat, den es in der nächsten Zeit in Deutschland zu bauen gibt“, sagt Klumpp. Er ist auch für die Organisation aller Abläufe auf dem DESY-Gelände rund um PETRA IV verantwortlich.
Wie diese Abläufe aussehen und was Roller damit zu tun haben, seht ihr in unserem Video:
Petra IV: Das DESY forscht an der Zukunft
Forschung mit einem riesigen Röntgenmikroskop
Mit dem Teilchenbeschleuniger können kleinste Mechanismen durchleuchtet werden. Dafür werden Elektronen auf einem 2,3 Kilometer langen unterirdischen Ring beschleunigt. Dann werden sie mithilfe von Magneten durchgeschüttelt, wodurch ein intensives Röntgenlicht entsteht. Die Strahlen sind 5.000 Mal feiner als ein menschliches Haar. Mit ihnen werden an verschiedenen Messstationen jährlich tausende Experimente durchgeführt.
Katrin Zerbe ist eine der Personen, die mit PETRA III forscht. Die Physikerin beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Weltkulturerbe. „Hier wird eine neue Methode entwickelt, die Prägung von historischen Münzen wieder sichtbar zu machen.“
PETRA IV – ein Schritt in Richtung Zukunft
PETRA III stößt jedoch an seine Grenzen. Am besten kann man sich den Unterschied zwischen PETRA III und IV anhand einer Analogie vorstellen. PETRA III ist wie eine Taschenlampe, die zwar hell, aber an den Rändern ein wenig unscharf ist. „PETRA IV ist wie ein Laserpointer. Viel kleiner, der Rand ist viel klarer. Es ist viel brillanter“, erklärt Katrin Zerbe. Untersuchungen können mit dem neuen Teilchenbeschleunigerring 500 Mal schneller durchgeführt werden. Die Projektgenehmigung wird für dieses Jahr anvisiert.
Die Baukosten betragen 1,7 Milliarden Euro und werden vom Bund und dem Land Hamburg getragen. So soll eine neue Experimentieranlage finanziert und vorhandene Technologie ausgetauscht oder verbessert werden. Eine vergleichbare Forschungsanlage gibt es in Europa nicht. „PETRA IV verbessert de facto alle Aspekte des Lichtes. Vor allem gibt es uns mehr davon und mehr Licht ist für uns immer sehr sehr gut“, sagt Dr. Julius Schwarz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DESY.
Erkenntnisse für die ganze Gesellschaft
PETRA IV soll mindestens 30 Jahre betrieben werden, vielleicht auch 50. Die Erneuerung ist dringend nötig, um im internationalen Vergleich nicht abgehängt zu werden. Am Ende wird die ganze Gesellschaft von der Forschung profitieren, wenn Antworten auf Fragen der Medizin, Umweltforschung und Digitalisierung gefunden werden. Das ist zumindest der Plan. Bis dahin werden noch einige Jahre vergehen und mit PETRA III noch einige Teilchen beschleunigt werden.
Pauline Böwing, Jahrgang 2003, lässt sich nicht von Telepromptern aus der Ruhe bringen und war sogar trotz Bombendrohung live auf Sendung beim Bayerischen Rundfunk. Die gebürtige Stuttgarterin hat schon in fünf Städten gewohnt, spricht vier Sprachen und war aus Versehen Komparsin bei “Willi wills wissen”. Sie studierte Kommunikationswissenschaft und im Nebenfach Jura in München, schrieb für die “Abendzeitung” und arbeitete beim ZDF. Ihr Auslandssemester hat sie in Leicester absolviert. Sport liebt sie, nur Fußball nicht. Trotzdem ist sie St. Pauli-Fan. Spitzname halt: Pauli. Kürzel: pau
Beim Thema Barrierefreiheit ist noch viel zu tun – findet Lovis Wiefelspütz, geboren 1997 – und es geht nicht nur um Rampen. Über Inklusion und Gleichberechtigung spricht er in seinem Podcast “Hürdenläufer” und sein Buch “Die Reise unseres Lebens” handelt von der inklusiven Weltreise mit seinem besten Freund. Stillstand nervt ihn, den mag Lovis auch in seiner Freizeit nicht. Da schreibt er Songs, fotografiert, spielt Fußball, bouldert oder hält Vorträge zum Thema Diversität. Seinen Bachelor hat er in Medienwirtschaft und Journalismus in Wilhelmshaven absolviert und war Chefredakteur von “Campus life”, dem Studierendenradio. Jetzt konzentriert er sich wieder auf seine Heimatstadt Hamburg. Kürzel: low
Im Dschungel, auf 3000 Metern Höhe oder auf dem Motorrad – Clara Gödecke, Jahrgang 2000, entdeckt gern Neues. 27 Länder hat sie schon erkundet, am meisten faszinierte sie Nepal. Für ein Media-Systems Studium an der HAW zog Clara 2020 von Köln nach Hamburg. Sonne gab es wieder im Auslandssemester in LA, wo sie auch einen Kurzfilm drehte - er handelt von einer Person in einem Raum ohne Ausweg. So abenteuerlich wie ihre Reiseziele sind auch ihre Jobs. Für die NDR Talk Show betreut sie Gäste, bei der Serie “Bergretter” arbeitet sie als Setaufnahmeleiter-Assistentin, und als Türsteherin warf sie gelegentlich Betrunkene aus einer Bar. Kürzel: cla
Eine Fußballerin mit Diplom als Käsekennerin und Weinsommelière? Das ist Emily Rotthaler. Seit ihrer Kindheit spielt die 2000 geborene Tirolerin Fußball. Nach der Matura an einer Tourismusschule, wo sie auch ihr Sommelière-Diplom erwarb, studierte sie Massenkommunikation in Iowa und arbeitete in Minnesota in einer Lokal-Redaktion. Ob Auswirkungen der Dürre auf die Landwirtschaft, High School-News oder Zugentgleisung – sie berichtete über alles. Emily liebt Crime-Serien und Alternative-Musik, vor allem die Band Bastille. Wo sie später leben wird? Noch offen – Hauptsache, es gibt Geschichten zu erzählen und einen Platz zum Kicken. Kürzel: emy
Hasset Tefera Alemu hasst Superlative. Skalen von eins bis zehn haben ihrer Meinung nach nur neun Skalenpunkte, und weil sie so viele Filme liebt, verrät sie ihren Lieblingsfilm nur ungern. Geboren 2001 in Stuttgart hat sie ihren Dialekt mittlerweile abgelegt. Grund dafür sind vermutlich die zehn Jahre ihrer Kindheit, die sie in Hessen verbrachte. Für das Studium der Publizistik und des Strafrechts zog Hasset nach Mainz. Beim Praktikum bei netzpolitik.org lernte sie zu erklären, was Open Source eigentlich bedeutet. In Hamburg hofft Hasset, endlich den einzig relevanten Superlativ zu finden: den besten Kaffee Deutschlands. Kürzel: hta
Alles ist politisch. Auch die Frage, ob Bier schmeckt oder nicht. Zumindest wenn es nach Anny Norma Schmidt, Jahrgang 2001, geht. Sie bestellt lieber Sekt. Dafür erntet sie in ihrer Heimat Dithmarschen schiefe Blicke. Vielleicht fiel ihr daher der Abschied 2021 in Richtung Magdeburg leicht, um dort Journalismus zu studieren. Ist sie nicht baden oder joggen, sitzt Anny gerne im Café, entweder in ein Buch oder in eine Diskussion über Feminismus und Nachhaltigkeit vertieft. Anny hat schon diverse Praktika bei Lokalzeitungen hinter sich, weil sie es wichtig findet, im Gespräch zu bleiben - sogar über Bier. Kürzel: ans
Benjamin Possin, Jahrgang 2002, erzählt gern Geschichten, das hat ihn zu seinem Lieblingshobby gebracht: Pen & Paper. Mittlerweile hat er um die 300 Würfel angesammelt. Wenn er nicht am Spieltisch sitzt, diskutiert er gerne im Netz oder verliert sich im Digitalisieren von alten Dias. Seine Liebe zu Wikipedia hat den Spiesheimer dazu geführt, dass er bereits einen Artikel vertont hat. An der HAW studierte Benni Medien und Kommunikation und arbeitet aktuell in einem Forschungsprojekt zu Datenvisualisierungen. Bei STRG_F moderierte er während eines Praktikums einen Film zum Thema “Jugendgewalt auf TikTok”. Beruflich sind die Würfel noch nicht gefallen: Datenjournalismus ist aber eine Option. Kürzel: bip