Ein Demoschild mit der Aufschrift: Recht[s]zeitig Prüfen. Jetzt.
Demoteilnehmer*innen kamen mit selbstgebastelten Schildern zur „Prüf"-Demo am Hamburger Rathausmarkt. Foto: Michelle Maicher

Am vergangenen Samstag fand die dritte „Prüf”- Demo für die Prüfung rechtsextremer Parteien in Hamburg statt. FINK.HAMBURG war vor Ort und hat die Teilnehmenden gefragt, was sie sich von dem Protest erhoffen und wie sie sich auf die eisigen Temperaturen vorbereitet haben.

Trotz Minusgraden fand am vergangenen Samstag, den 10. Januar 2026, die dritte Demonstration der Initiative „Prüf” zur Prüfung rechtsextremer Parteien in Hamburg auf dem Rathausmarkt statt. Ein Team von FINK.HAMBURG war vor Ort, um die Teilnehmer*innen zum Protest bei eisigen Temperaturen zu befragen.

„Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.” Das ist die Forderung der Initiative „Prüf”, die Nico Semsrott, Satiriker, Politiker und ehemaliges Mitglied des EU-Parlaments, ins Leben gerufen hat. Jeden zweiten Samstag im Monat finden die „Prüf”-Demos seit November 2025 in den Haupstädten der Bundesländer statt.

Proteste bauen erfolgreich Druck auf Politik auf

Bei der Demo kamen am Samstagmittag laut dem NDR bis zu 5000 Menschen zusammen, um gemeinsam Druck auf Stadt und Senat bezüglich einer Prüfung von rechtsextremen Parteien auszuüben. Am gestrigen Mittwoch beriet die Hamburgische Bürgerschaft über einen Antrag der rot-grünen Koalition zur Prüfung eines möglichen AfD-Verbotsverfahrens. Mit einer Mehrheit von SPD, Grüne und Linke stimmte die Hamburger Bürgerschaft dafür, ihren Senat zum Handeln aufzufordern.

Livemusik und Schilderwettbewerb als Stimmungsaufheller

Die Organisator*innen von „Prüf” ließen sich einiges einfallen, um Menschen zur Teilnahme an den Protesten zu bewegen. So gab es Stempelkarten für Demo-Teilnahmen, einen Wettbewerb für selbstgebastelte Schilder und gemeinsame Singaktivitäten. Vor allem der Schilderwettbewerb schien die Teilnehmer*innen zu begeistern – die Demonstrant*innen brachten zahlreiche, selbstgebastelte Demoschilder mit. Diese zeigten zum Beispiel Schneemänner mit der Aufschrift „Erstmal prüfen, ob der Schnee braun ist!”, „sAFDladen”, oder „Sei schlau, meide blau”.

Als die Demo den Rathausmarkt für einen kurzen Marsch verließ, wurden die vielen kreativ-gestaltete Schneefiguren auf dem Rathausmarktplatz sichtbar. Die Route führte über die Mönckebergstraße am Hauptbahnhof entlang und schließlich an der Binnenalster zurück zum Rathausmarkt. Für musikalische Unterstützung sorgte der Hamburger Singer-Songwriter Marlo Gosshardt. „Es macht unfassbar viel Spaß, es ist unterhaltsam und man steht für das Richtige ein”, sagte Grosshardt nach seinem Auftritt.

Für das perfekte Foto ist Michelle Maicher, Jahrgang 1997, kein Weg zu weit. Gerade erst saß sie mal wieder zehn Stunden im Zug nach Ostpolen. Dort dokumentiert sie für die Meisterklasse an der Berliner Ostkreuzschule für Fotografie die Aufrüstung und besuchte eine Nato-Verteidigungsbasis. Fotografieren lernte die Hamburgerin im Studium Kommunikationsdesign. Danach verschlug es sie zeitweise nach Berlin und Kopenhagen. Einen Job in der Modebranche und einen Dänischkurs später startete Michelle als selbständige Dokumentarfotografin. Parallel arbeitet die zweifache Katzenmama als Multimedia-Assistentin bei der Tagesschau. Zum Studio braucht der Zug auch nur fünf Minuten.

Kürzel: mic

Beim Thema Barrierefreiheit ist noch viel zu tun – findet Lovis Wiefelspütz, geboren 1997 – und es geht nicht nur um Rampen. Über Inklusion und Gleichberechtigung spricht er in seinem Podcast “Hürdenläufer” und sein Buch “Die Reise unseres Lebens” handelt von der inklusiven Weltreise mit seinem besten Freund. Stillstand nervt ihn, den mag Lovis auch in seiner Freizeit nicht. Da schreibt er Songs, fotografiert, spielt Fußball, bouldert oder hält Vorträge zum Thema Diversität. Seinen Bachelor hat er in Medienwirtschaft und Journalismus in Wilhelmshaven absolviert und war Chefredakteur von “Campus life”, dem Studierendenradio. Jetzt konzentriert er sich wieder auf seine Heimatstadt Hamburg. Kürzel: low

Chris Hill – ein Name wie ein Boyband-Leader. Und tatsächlich spielt Musik im Leben von Chris, Jahrgang 1993, eine große Rolle. Als Schlagzeuger einer Rockband eröffnete er sogar das Deichbrand Festival. Er wuchs in Buxtehude auf – “oben inna Süd”. In Hamburg studierte er Medienmanagement mit Schwerpunkt auf Online-Kommunikation. Danach arbeitete Chris in einer Agentur in Düsseldorf und gab in der Mediaplanung viel Geld aus. Nach weiteren drei Jahren Agenturarbeit für lokale Unternehmen möchte er nun hin zum Journalismus. Nebenbei engagiert sich Chris für Klimagerechtigkeit und Tierwohl. So entwickelte der Husky-Papa eine Kampagne über die Risiken von Sommerhitze für Hunde. Kürzel: hil

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