3D-Drucker
Eine der günstigeren Varianten: ein industrieller 3D-Drucker für knapp 10.000 Euro. Foto: Julian Kornacker

Geschirr, Spielzeug oder Schmuck: Mit 3D-Druckern sollten wir das alles selbst herstellen können. Das war zumindest lange das Versprechen der Hersteller. Doch der Blick in die deutschen Wohnzimmer ist ernüchternd – anders als in Industrie und Gewerbe.

3D-Drucker für zu Hause, platziert im Wohnzimmer, zwischen Sofa und Fernseher. Vor rund zehn Jahren galt das als realistisches Szenario für das Jahr 2017. Doch laut einer aktuellen Umfrage des Instituts „Bitkom Research“ steht bislang nur in knapp zwei Millionen deutschen Haushalten ein solches High-Tech-Gerät. Neben den Kosten – die günstigsten Exemplare gibt es ab 500 Euro – schreckt viele Verbraucher wohl auch die Bedienung der High-Tech-Geräte ab.

Die Preise fallen

Immer weiter sinkende Preise und bessere Technik könnten jedoch dafür sorgen, dass 3D-Drucker in Privathaushalten künftig häufiger anzutreffen sind. Mehr als die Hälfte der Deutschen kann sich laut Bitkom-Umfrage vorstellen, die Technik in Zukunft zu nutzen. „3D-Druck wird die Zukunft sein“, ist sich Roger Benecke vom 3D-Drucker-Hersteller Alphacam, einem mittelständischen Unternehmen aus Schwaben, sicher. „Die Technologie wird künftig immer mehr Lebensbereiche erobern.“

Figur aus dem 3D-Drucker
Auch farbige Aufdrucke sind für viele Geräte heutzutage kein Problem mehr. Foto: Julian Kornacker

Die Druckkosten sinken: Ein Kilogramm Filament, so heißt der Kunststoff, der beim heimischen 3D-Druck zum Einsatz kommt, bekommen Kunden derzeit ab 15 Euro – Tendenz fallend. Die Herstellung eines 50 Gramm schweren Gegenstands beispielsweise kostet damit nur 75 Cent.

Nachteil: Die Drucker für zu Hause können nur einfarbig und mit einem Material drucken. Zwar stellte der Technik-Gigant Hewlett-Packard 2014 erstmals Geräte vor, die mit mehreren Stoffen gleichzeitig bestückt werden können. Diese bewegen sich jedoch in einer ganz anderen Preisklasse und sind vor allem für die industrielle Nutzung vorgesehen. Schon das kleinste Modell kostet 120.000 Euro.

In Industrie und Gewerbe ist der 3D-Druck bereits angekommen

In der Vermarktung von Produkten hat sich die Technik schon deutlich stärker verbreitet, was vor allem am praktischen Nutzen liegt: Der Architekt könnte in Zukunft nicht mehr mit komplizierten Bauzeichnungen vorbeikommen, sondern mit dem fertigen Haus im Miniformat. Das Dach und einzelne Etagen sind abnehmbar, alle Räume können eingesehen werden. „Das bietet ganz neue Möglichkeiten im Produktvertrieb“, so Frank Hübner vom privaten Kompetenzcenter Innovation in Hamburg. „Der Kunde muss dann nicht mehr zum Haus fahren, sondern das Haus kommt zu ihm.“

Modellhaus aus dem 3D-Drucker
Kalk als Grundlage: Ein Modellhaus aus dem 3D-Drucker. Foto: Julian Kornacker

Selbst Sohlen für Sportschuhe werden inzwischen im 3D-Drucker produziert. Hier mangele es aber vor allem noch an der Effizienz in der Herstellung, so Marcus Rechberger vom Hamburger Chemie-Unternehmen Lehmann & Voss auf der 16. Fachtagung Rapid Prototyping an der HAW Hamburg. Die Produktion eines Paares koste derzeit noch rund 160 Euro.

1983 war die sogenannte Stereolithografie, wie ihr US-amerikanischer Erfinder Chuck Hall sie nannte, vor allem für die Anfertigung von Prototypen in der Industrie vorgesehen. Die Produktion von Originalteilen oder gar Alltagsgegenständen durch 3D-Druck erschien zunächst utopisch – die Technik war damals viel zu langsam und zu teuer. Das zumindest hat sich bereits geändert, auch wenn die Welt vom 3D-Drucker in jedem Haushalt noch weit entfernt ist.