Ein älterer Mann (Stefan Kuntz) steht vor einem HSV-Banner in einem Fußballstadion.
Stefan Kuntz war von Mai 2024 bis Januar 2026 Sportvorstand beim HSV. Foto: Marcus Brandt/dpa

Zum neuen Jahr trennte sich der HSV überraschend von Sportvorstand Stefan Kuntz. Nun stehen von Seiten des Vereins Vorwürfe eines „schwerwiegenden Fehlverhaltens“ im Raum. Kuntz hat sie zurückgewiesen.

Nachdem sich der HSV zum Jahresbeginn 2026 von seinem Sportvorstand und früheren Nationalspieler Stefan Kuntz trennte, scheint es nun neue Gründe für die Vertragsauflösung zu geben. Wie zuerst die „Bild“ berichtete, kamen Vorwürfe gegenüber Kuntz auf.

Der Aufsichtsrat veröffentlichte am Montag ein Statement und bestätigte, dass Anfang Dezember 2025 Vorwürfe eines „schwerwiegenden Fehlverhaltens von Stefan Kuntz“ an den Rat herangetragen worden seien. Der Rat habe die Vorwürfe geprüft und als glaubhaft eingestuft. Daraufhin habe der Verein entschieden, sich schnellstmöglich von Kuntz zu trennen. Der 63-Jährige habe diesem Schritt in Kenntnis der erhobenen Vorwürfe zugestimmt und sei dabei anwaltlich vertreten gewesen, so der HSV-Aufsichtsrat. Kuntz selbst habe vor dem Aufsichtsrat nicht Stellung bezogen, trotz mehrfachen Angebotes.

In seinem Statement schreibt der HSV-Aufsichtsrat weiter, dass „aufgrund der expliziten Bitte der betroffenen Personen“ der Schutz der Betroffenen oberste Priorität gehabt habe. Daher sei die Vertragsauflösung zwischen Verein und Kuntz so „diskret und rücksichtsvoll“ behandelt worden.

Stefan Kuntz weist Vorwürfe zurück

Am 2. Januar hatte der HSV über seine Kanäle bekannt gegeben, im Einvernehmen mit Stefan Kuntz dessen Vertrag als Sportvorstand aufgelöst zu haben. Als Grund dafür gaben beide Parteien offiziell „familiäre Gründe“ von Kuntz an. Der Ex-Fußballprofi bat darum, seine persönlichen Gründe zu respektieren.

Kuntz widersprach auf seinem offiziellen Instagram-Accounts den jetzt erhobenen Anschuldigungen: „Erst einmal möchte ich sagen, dass mich die Vorwürfe hart treffen. Klar ist: Ich weise diese Vorwürfe entschieden zurück.“ Außerdem habe er im Sinne seiner Familie und ihm nahestehender Personen seine Anwälte eingeschaltet, um „gegen diese FALSCHEN Vorwürfe und Vorverurteilungen vorzugehen“.

Auch Thema in der Mannschaft

Am Montagabend äußerte sich auch HSV-Trainer Merlin Polzin zu den Vorwürfen. „Natürlich haben wir darüber gesprochen beziehungsweise ist es dann auch in der Mannschaft irgendwie ein Thema“, sagte Polzin auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Leverkusen am heutigen Dienstag. Sie hätten es in der Mannschaft aber „nicht noch mal explizit angesprochen“.

Polzins Motto sei außerdem, „dass wir uns auf die Dinge fokussieren, die wir beeinflussen können: Das ist die Arbeit auf dem Platz, das ist die Arbeit im Videoraum“.

Laufbahn beim HSV

Als Sportvorstand beim HSV war Kuntz zu großen Teilen mitverantwortlich für den langersehnten Aufstieg der HSV-Männerfußballmannschaft zurück in die erste Liga. Er arbeitete beim HSV seit Mai 2024 und galt als Sympathieträger in der Fußballlandschaft.

Zuvor wurde er 1996 als deutscher Nationalspieler Europameister. Nach seiner Spielerkarriere trainierte er mehrere Vereine, die deutsche U-21-Auswahl und die türkische Nationalmannschaft.

ans/dpa

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Alles ist politisch. Auch die Frage, ob Bier schmeckt oder nicht. Zumindest wenn es nach Anny Norma Schmidt, Jahrgang 2001, geht. Sie bestellt lieber Sekt. Dafür erntet sie in ihrer Heimat Dithmarschen schiefe Blicke. Vielleicht fiel ihr daher der Abschied 2021 in Richtung Magdeburg leicht, um dort Journalismus zu studieren. Ist sie nicht baden oder joggen, sitzt Anny gerne im Café, entweder in ein Buch oder in eine Diskussion über Feminismus und Nachhaltigkeit vertieft. Anny hat schon diverse Praktika bei Lokalzeitungen hinter sich, weil sie es wichtig findet, im Gespräch zu bleiben - sogar über Bier. Kürzel: ans

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