ARCHIV - 20.12.2025, Hamburg: Fu all: Bundesliga, Hamburger SV - Eintracht Frankfurt, 15. Spieltag, Volksparkstadion, Stefan Kuntz, Vorstand Sport der HSV Fußball AG, vor dem Spiel. (zu dpa: «Schock beim HSV: Kuntz hört überraschend auf») Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Kuntz gilt als einer der Hauptverantwortlichen für den Aufstieg des HSV. Foto: Christian Charisius/dpa

Für viele HSV-Fans startete das neue Jahr mit einer Schocknachricht. Der Architekt des Aufstiegs Stefan Kuntz hört überraschend als Sportvorstand der Norddeutschen auf. 

Stefan Kuntz ist als Sportvorstand des Hamburger Sportvereins (HSV) zurückgetreten. Das gab der Verein am vergangenen Freitag über seine Kanäle bekannt. Grund für den Rücktritt seien familiäre Gründe, teilte der 63-Jährige mit und bat darum, weitere Nachfragen zu vermeiden. Der HSV und Kuntz haben sich auf eine Auflösung des Vertrags geeinigt. Kuntz habe den Aufsichtsrat der AG nach den Weihnachtsfeiertagen aus persönlichen familiären Gründen um eine sofortige Beendigung seiner Tätigkeit zum 31. Dezember 2025 gebeten, hieß es in der Mitteilung. 

Kuntz war seit Mai 2024 im Verein und gilt als einer der Hauptverantwortlichen für den Aufstieg des Nordclubs. „Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball. Das ist nun bei mir der Fall. Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren”, wird Kuntz in dem Statement zitiert. „Dem HSV danke ich für tolle anderthalb Jahre. Ich wünsche den Teams und der gesamten Geschäftsstelle weiterhin das Beste”, fügte er hinzu.   

Polzin zeigt sich dankbar

Trainer Merlin Polzin meldete sich ebenfalls zu Wort: „Der Verein steht im Mittelpunkt, und danach handeln wir alle, und da sind wir auch schon überzeugt, dass wir dann weiterhin gute Entscheidungen treffen werden”, sagte er. Der Coach erfuhr im Urlaub in Dänemark, dass sein Vorgesetzter beim HSV aufhört.

Polzin betont die Bedeutung des scheidenden Sportvorstandes: Er sei dankbar für “die Erfahrungen, die wir gemeinsam gemacht haben”, sagte Polzin. „Dass er unserem Trainerteam das Vertrauen geschenkt hat, dass wir gemeinsam aufsteigen durften, dass er uns in schwierigen Phasen mit seiner Erfahrung auch geholfen hat und uns sehr viel Vertrauen und Offenheit gegenüber gebracht hat”, fügte er hinzu. Beide hätten ein “sehr enges und vertrauensvolles Verhältnis gehabt”.  

Der Verein sieht sich währenddessen gut aufgestellt für die Zukunft. Zunächst will der HSV mit Finanz-Vorstand Eric Huwer und „einer starken zweiten Führungsebene” in das neue Jahr starten, wie Aufsichtsratsvorsitzender Michael Papenfuß sagte. Hinsichtlich einer langfristigen Lösung sagte er: „Wir haben im Aufsichtsrat dennoch längst begonnen, uns dazu auszutauschen, und werden eine Entscheidung treffen, wenn wir sie mit Blick auf den HSV für die richtige halten. Wir haben keinen Zeitdruck, sind wettbewerbs- und handlungsfähig.”

hmh/dpa

Hendrik Heiermann, Jahrgang 1998, prokrastiniert nicht, er tut andere wichtige Dinge. Statt sich seiner Traumkarriere als Eisverkäufer im Sommer und Lokomotivführer im Winter zu widmen, hat er sich dem Journalismus verschrieben.
Hendrik ist in Plochingen bei Stuttgart aufgewachsen, er studierte Spanisch und Lateinamerikastudien in Hamburg. Während eines Praktikums in Mexiko in einer Migrant*innenherberge half er bei einer Geburt, später startete er in Kolumbien einen spanischsprachigen Podcast über Migration. Seit Sommer 2024 schreibt er für “kohero”, ein interkulturelles Hamburger Stadtmagazin. Den Artikel über Eiscreme schreibt er morgen. Ganz bestimmt. (Kürzel: hmh)

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