In Hamburg gibt es das Winternotprogramm für obdachlose Menschen. Für sie ist Schnee und Kälte besonders hart. Wegen der Witterung sind die Notunterkünfte nun in den kommenden Tagen ganztägig geöffnet.
Es ist 11 Uhr vormittags. In Hamburg liegt der Schnee mehrere Zentimeter hoch, die Temperaturen liegen seit Tagen im Minusbereich. Vor einer Notunterkunft des Winternotprogramms in der Friesenstraße in Hammerbrook stehen mehrere Menschen im Schnee. Axel Schulze gehört zu den Menschen, die an diesem Vormittag vor der Notunterkunft stehen. Er trägt Adiletten und eine dünne Jacke. Seine Mütze hat er tief ins Gesicht gezogen. Der 66-Jährige ist obdachlos. Nach einem Krankenhausaufenthalt 2024 nutze er täglich das Angebot von Fördern und Wohnen, so Schulze. „Das ist für mich viel wert“, sagt er.
Winternotprogramm Hamburg zu 90 Prozent ausgelastet
Das Hamburger Winternotprogramm läuft in diesem Winter vom 1. November 2025 bis zum 31. März 2026. Das Sozialunternehmen Fördern & Wohnen betreibt dieses Angebot. Es dient als zusätzlicher Erfrierungsschutz in der Nacht, ergänzend zu den regulären Tages- und Nachtangeboten für Obdach- und Wohnungslose. In Hamburg gibt es zwei Standorte des Winternotprogramms: einen in Hammerbrook und einen in Moorfleet. Zusammen stehen dort 700 Schlafplätze zur Verfügung.
Die tiefen Temperaturen sorgen dafür, dass obdachlose Menschen das Winternotprogramm derzeit vermehrt nutzen. Aktuell sind diese zu rund 90 Prozent ausgelastet. Susanne Schwendtke, Pressesprecherin von Fördern & Wohnen, sagt, diese hohe Auslastung sei angesichts der Jahreszeit und der aktuellen Wetterlage nicht ungewöhnlich. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 2026 übernachteten 600 Menschen in den beiden Einrichtungen.
Öffnungszeiten werden wetterabhängig angepasst
Regulär sind die Hamburger Notunterkünfte von 17:30 Uhr am Nachmittag bis 9:30 Uhr am folgenden Morgen geöffnet. Aufgrund der anhaltenden Minusgrade wurden die Zeiten jedoch aktuell ausgeweitet: An besonders kalten Tagen können obdachlose Menschen die Unterkünfte bereits ab 15 Uhr am Nachmittag bis 11 Uhr am folgenden Morgen nutzen. Akut Erkrankte oder gesundheitliche Härtefälle können auch tagsüber in den Unterkünften bleiben.
Bei Temperaturen unter minus fünf Grad können die Einrichtungen auch den ganzen Tag über geöffnet bleiben. Davon wir nun Gebrauch gemacht: Aufgrund der aktuellen Wetterwarnungen für die kommenden Tage haben die Winternotprogramme vom 6. Januar bis einschließlich 12. Januar ganztags geöffnet.
Grundlage für diese Entscheidungen sind die Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes, so ein Sprecher der Sozialbehörde Hamburg gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Öffnungszeiten werden täglich mit der Sozialbehörde abgestimmt.
Wohin tagsüber?
Unabhängig vom Wetter und den Notunterkünften für die Nacht, stehen den Menschen zudem Tagesaufenthaltsstätten zur Verfügung. Dort können obdachlose Personen hin, wenn die Einrichtungen des Winternotprogramms tagsüber schließen.







