Gefaehrliche Radwege Hamburg Dammtor
Straßenverkehr mit Bus- und Taxi-Spuren am Dammtor. Foto: Julian Kornacker

Sie sind zu schmal, enden abrupt oder beginnen mitten auf der Fahrbahn: Hamburgs Radwege sind oft miserabel und gelegentlich lebensgefährlich. FINK.HAMBURG zeigt die heikelsten Kreuzungen, Straßen und Plätze.

Entlang der Elbe, der Kanäle und in Parks kann Radfahren idyllisch sein, doch im Stadtverkehr wird es zum Stressfaktor. Allein im vergangenen Jahr hat es in Hamburg rund 2500 Unfälle gegeben, bei denen Fahrradfahrer verletzt wurden, drei sind ums Leben gekommen. Nicht immer sind Autofahrer schuld, wie ein Blick in die Hamburger Unfallstatistik 2016 zeigt: Ein Drittel der Unfälle haben Radfahrer verursacht.

Fünf gefährliche Straßen für Fahrradfahrer

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die riskantesten Stellen der Hansestadt für Radfahrer ermittelt:

Theodor-Heuss-Platz

Trotz Fahrradwegen passieren am Dammtor viel Unfälle mit Radfahrern. Foto: Julian Kornacker
Trotz der Fahrradwege gibt es am Dammtor viele Unfälle mit Radfahrern. Foto: Julian Kornacker

Vor dem Bahnhof Hamburg Dammtor passieren die meisten Unfälle, gefolgt von der Straße Alsterglacis und der Kennedybrücke in direkter Nachbarschaft. Allein im Jahr 2012 kam es laut Hamburger Unfallstatistik am Theodor-Heuss-Platz zu 148 Kollisionen. Hier treffen Autofahrer und Radfahrer mit hohem Tempo aufeinander. Außerdem staut sich oft der Verkehr. Schnelles Überholen und zu geringer Abstandt sind die häufigsten Unfallursachen.


Millerntorplatz

Die Kreuzung am Millerntorplatz gehört zu den gefährlichsten Ecken für Radfahrer. Foto: Christoph Petersen
Die Kreuzung am Millerntorplatz gehört zu den gefährlichsten Ecken für Radfahrer. Foto: Christoph Petersen

An der großen Kreuzung in St. Pauli begegnen sich Verkehrsströme aus unterschiedlichen Richtungen. Nicht zuletzt der Schwerlastverkehr auf der B4 macht diese zentrale Stelle zu einer gefährlichen Ecke. Der ADFC fordert, sie dringend zu entschärfen. „Warum auf der Reeperbahn kein Tempo 30 angeordnet wird, bleibt ein Rätsel, zumal dort Schilder stehen, auf denen Autofahrer lesen können, dass es bei Tempo 30 grüne Welle gebe“, sagt Dirk Lau vom ADFC.


Sievekingplatz

Auch am neu umgebauten Sievekingplaz häufen sich weiterhin die Fahrradunfälle.
Auch am umgebauten Sievekingplatz häufen sich die Fahrradunfälle. Foto: Christoph Petersen

Wo der Holstenwall auf den Gorch-Fock-Wall trifft, herrschen laut ADFC „katastrophale Bedingungen für den Radverkehr“. Am Sievekingsplatz kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt waren. Der gesamte Kreuzungsbereich ist unübersichtlich. Die Lösung für den ADFC lautet auch an dieser Stelle: Tempo 30.


Schulterblatt

Für Fahrradfahrer ist das Schulterblatt eine gefährliche Straße. Foto: Christoph Petersen
Für Fahrradfahrer ist das Schulterblatt eine gefährliche Straße. Foto: Christoph Petersen

Unebener Fahrbahnbelag, fehlende Straßenmarkierungen, viel Auto- und Lieferverkehr: Für Fahrradfahrer ist das Schulterblatt ein im wahrsten Sinne des Wortes schwieriges Pflaster. Helfen würde womöglich eine autofreie Zone, die nur noch Taxen, Einsatzwagen und Lieferverkehr befahren dürften. Diese Idee des ADFC wäre für Anwohner mit Auto aber selbstverständlich unpraktisch.


Max-Brauer-Allee

Die Max-Brauer-Allee gehört zu den am stärksten von Radfahrern genutzen Straßen Hamburgs. Foto: Julian Kornacker
Den stärksten Fahrradverkehr gibt es in Hamburg auf der Max-Brauer-Allee. Foto: Julian Kornacker

Viele Radler führt ihr Weg zwischen Altona und Sternschanze über die viel befahrene Max-Brauer-Allee. Die Rahmenbedingungen sind dort alles andere als ideal. Manche Radwege enden sogar an der Leitplanke. Gleichzeitig leben an der wichtigen Verbindungsachse viele Menschen deshalb gibt es dort viele Fußgänger, außerdem säumen Kindergärten und Wohnheime die Straße. Für den ADFC ist die Sache klar: „Wenn sich eine Straße zur raschen Einrichtung von Tempo 30 aufdrängen würde, dann ist es die Max-Brauer-Allee. Sie ist zugleich besonders stark durch Lärm und Abgase von Autos betroffen.“ Zudem solle die Stadt über ein Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr nachdenken.