Zwei Frauen in bunten Regenjacken. Die Rechte hält einen Regenschirm.
Wie wäre es mit einem Regenjacken-Feiertag? Foto: Laura Lagershausen

Hamburg hat weniger Feiertage als andere Bundesländer. Bis auf die FDP wollen sich alle Parteien der Hamburgischen Bürgerschaft für einen neuen Feiertag einsetzen. Weil die Politik sich nicht einig ist, kommen hier unsere Vorschläge. 

Hamburg hat nur neun Feiertage im Jahr. Menschen in anderen Bundesländern dürfen deutlich öfter frei machen. Bayern verzeichnet beispielsweise 13 Feiertage. Das finden viele ungerecht. Die Parteien der Hamburgischen Bürgerschaft wollen sich deshalb für einen zusätzlichen Feiertag im Norden einsetzen. Nur die FDP ist der Meinung, dass dies der Hamburger Wirtschaft schaden würde.

Die CDU schlägt den 31. Oktober vor, den Reformationstag, der bereits dieses Jahr bundesweit frei war. Die Linke bevorzugt den 8. Mai, den Tag der Befreiung vom Nazi-Regime und die AfD präferiert den 23. Mai als Gedenktag an das Grundgesetz.

11.1.: Tag der Elbphilharmonie

Zu sehen ist die Elphilharmonie am Hamburger Hafen.
Foto: pixabay_cc0

Am 11. Januar 2017 wurde die „Elphi“ feierlich eröffnet. Der wellenförmige Glasbau des neuen Wahrzeichens beheimatet neben dem großen Konzertsaal ein 5-Sterne-Hotel, Eigentumswohnungen und ein Restaurant über zwei Etagen. Die Plaza ermöglicht in einer Höhe von 37 Metern jedem Besucher eine spektakuläre Aussicht auf den Hamburger Hafen. Weil so viel Arbeit in die Errichtung des Bauwerkes geflossen ist, könnte man sich ruhig an einem neu geschaffenen Feiertag zu Ehren der Elbphilharmonie zurücklehnen.

13.3.: Tag der Regenjacke

Zwei Mädchen in Regenjacken stehen an einem regnerischen Tag vor einem Gebäude.
Foto: Laura Lagershausen

Wer hätte gedacht, dass Hamburg und München mit durchschnittlich 133 Regentagen gleichauf liegen? Gefühlt regnet es ständig in der Hansestadt. Deshalb haben kluge Einwohner immer eine Regenjacke in der Tasche – auch, wenn zum Frühstück noch die Sonne geschienen hat. Wenn schon morgens das Wasser knöchelhoch durch die Straßen fließt, bleibt man am besten gleich im Bett liegen. Vielleicht sogar am neuen Tag der Regenjacke.

1.6.: Tag des Alsterschwans

Ein Schwan mitten auf einem Fluss.
Foto: pixabay_cc0

Straßennamen wie „Schwanenwik“ oder Bauwerke wie das „Haus goldener Schwan“ zeigen, dass der Schwan in Hamburg eine große Rolle spielt. Wie wichtig der Stadt die Rechte ihrer Schwäne sind, verdeutlicht ein Mandat aus dem Jahr 1664, das die Beleidigung und das Töten von Schwänen unter Strafe stellt. Den Winter verbringen die Tiere in ihrem Quartier am Eppendorfer Mühlenteich. Im Sommer schwimmen sie über Hamburgs Wasserflächen. Der 1.6. wäre ein passender Tag, um die Schwäne dieser Stadt zu ehren  – in Anlehnung an das Jahr 1664.

2.6.: Tag des Rotlichts

Rotlicht steht für das Rotlichtmilieu.
Foto: frankieleo1_flickr_ccby 2.0

Auf der Reeperbahn reihen sich neben Restaurants, Bars und Theatern auch Sexshops und Bordelle aneinander. Und dann wäre da noch die Herbertstraße, in der sich Frauen prostituieren und die darüber hinaus nur von Männern betreten werden darf. Der 2.6. ist der Internationale Hurentag. Er erinnert an die Prostituierten, die 1975 eine Kirche in Lyon besetzten, um auf ihre schlechten Lebensbedingungen aufmerksam zu machen. Weil in der Hafenstadt Hamburg traditionell vielerorts rotes Licht brennt, könnten wir den 2.6. auch gleich zum Feiertag erklären.

5.6.: Tag des Alsterwassers

Auf einem Tisch stehen volle und halbvolle Gläser gefüllt mit Alsterwasser beziehungsweise Radler.
Foto: Ricky Kharawala_stocksnap_cc0

Man mische Bier mit Zitronenlimonade im Verhältnis von 1:1 und schon bekommt man ein Alsterwasser. Es gibt unterschiedliche Geschichten darüber, wie es erfunden wurde. Eine besagt, dass im Jahr 1922 viele durstige Radfahrer eine Gaststätte besuchten. Dem Wirt drohte das Bier auszugehen. Er streckte seine Vorräte mit Zitronenlimonade. Aufgrund der reinen Farbe und der Assoziation mit der Alster wurde das Mischgetränk auf den Namen „Alsterwasser“ getauft. Mit 56 Kilometern schlängelt sich der Fluss durch die Hansestadt – klarer Fall, dass der Feiertag dann am 5.6 stattfindet.

2.9.: Tag des Franzbrötchens

Ein typisches Hamburger Franzbrötchen mit Streuseln.
Foto: Atessa Bock

Wer Hamburgs beliebtestes Gebäck erfunden hat, ist unklar. Mal heißt es, Hamburger Bäcker hätten während der französischen Besatzungszeit im 19. Jahrhundert Baguettebrot in einer Pfanne gebraten und mit Zimt und Zucker bestreutEiner anderen Geschichte zufolge soll der „Franz’scher Bäcker“ in Altona um 1825 das Gebäck erfunden haben. Wer auch immer das Franzbrötchen als Erstes gebacken hat – eines steht fest: Es ist auf vielen Frühstückstischen nicht mehr wegzudenken. Klarer Fall: Hamburg braucht den Tag des Franzbrötchens. Wir schlagen den 2.9. vor – den Franz-Namenstag.

15.9.: Tag der Travestie

Olivia Jones kostümiert und geschminkt während einer Travestieshow.
Foto: Udo Grimberg_wikipedia_cc-by-sa-3.0

Olivia Jones ist Hamburgs bekannteste Travestiekünstlerin. Man erlebt sie bei Kieztouren und Hafenrundfahrten in Aktion. Nicht weit von ihrer Bar auf dem Kiez entfernt, liegt zudem das Pulverfass Cabaret. Die Shows im Travestietheater sind auch für alteingesessene Hamburger ein unvergessliches Spektakel. Das Pulverfass wurde im September 1973 ein Bestandteil der Reeperbahn. Die Travestie lebe hoch für einen eigenen Feiertag in der Monatsmitte!

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Johanna Klug, Jahrgang 1994, hat sich von sechs Tassen Kaffee pro Tag auf eine heruntergearbeitet. Sie ist begeistert vom Reisen und von fremden Kulturen. Studiert hat sie Medienmanagement, die zweite Herzensangelegenheit der gebürtigen Würzburgerin aber ist die ehrenamtliche Arbeit auf Palliativstationen. Zu diesem Thema hat sie sogar ein Buch geschrieben. Ab April 2017 lässt sie sich neben ihrem Studium an der HAW zur Sterbebegleiterin ausbilden.
Atessa Bock, Jahrgang 1993, stand schon einmal für einen „Tatort“ mit Til Schweiger vor der Kamera – als Komparsin. Instagram ist ihr digitales Tagebuch. Ihre Posts handeln von Ernährungstrends, Lifestyle-Themen, oder sie nimmt ihre Community mit zum Sport und auf Reisen rund um den Globus. An der Hochschule Osnabrück hat sie Kommunikationsmanagement studiert, ihre berufliche Leidenschaft fand sie danach in der Unternehmenskommunikation sowie im Influencer-Marketing. Eins käme für die gebürtige Hannoveranerin nie in Frage: Für ein Unternehmen zu arbeiten, hinter dessen Werten sie nicht steht.