Hidden Agenda PS4 Spiel
"Hidden Agenda", das neue Spiel für das PlayLink-System von PlayStation. Foto: Screenshots: Supermassive Games, Collage: Julian Kornacker

Mit „Hidden Agenda“ ist am 22. November das erste vollwertige Spiel für das neue PlayLink-System von Playstation auf den Markt gekommen. Ziel ist, als Polizist alleine oder mit Freunden den „Trapper-Killer“ zu überführen. 

PlayLink ist eine neue Spielweise von Playstation, die darauf basiert, dass Spieler ihr Handy oder Tablet mit ihrer Konsole verbinden. Seit dem 05.07.2017 können somit bis zu sechs Spieler zeitgleich an einer Playstation zocken. Die Auswahl an Spielen ist im Moment noch sehr überschaubar. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Spiele: That`s You!, Hidden Agenda, Wissen ist Macht, Frantics und SingStar Celebration.

Spannende Story, die Startschwierigkeiten hat

Es ist eine regnerische Nacht. Detective Becky Marnie und ihr Partner werden zu einem Haus gerufen, in dem eine Geiselnahme stattfindet. Langsam nähern sie sich dem Haus. Schon jetzt muss der Spieler sich entscheiden: Durch die Vordertür rein oder erstmal die Umgebung sicher? Im Haus machen Becky und ihr Partner schnell den Raum aus, in dem die Geisel festgehalten wird. Der Entführer hat irgendetwas mit der Geisel vor. Wieder müssen Entscheidungen getroffen werden: Auf den Entführer schießen, oder beruhigend auf ihn einreden. Die Entscheidung liegt bei den Spielern. Alle Hauptpersonen in Hidden Agenda können sterben. Deshalb sollten alle Entscheidungen mit Bedacht getroffen werden.

Der Trailer von Hidden Agenda. Quelle: PlayStation EU, YouTube

Für den Spieler vor der Konsole wirkt es, als würde ein Film anfangen. Die Grafik sieht fantastisch aus, die Gesichtsausdrücke lassen nahezu jede Gefühlsreaktion von Becky Marnie und den anderen Personen im Spiel erkennen. Auch die deutsche Synchronisation ist gut gelungen und wirkt authentisch. Selten kommt es zu Clippingfehlern, doch die stören das gute Gesamtbild des Spiels nicht. Ein Clippingfehler entsteht, wenn zwei Objekte übereinander liegen und das hintere Objekt durch das vordere zu sehen ist.

Im Laufe der Story, die wie eine Mischung aus „SAW“ und „Schweigen der Lämmer“ wirkt, sollen dem Spieler die Protagonisten ans Herz wachsen. Das funktioniert leider nur mäßig. Zwar erzählen die Hauptpersonen im Spiel vermeintlich emotional ihre Geschichten, doch die wirken sehr klischeehaft und aufgesetzt. Trotzdem möchte man nicht, dass es einer der Personen schlecht ergeht. Den Spieler treibt an, die Wahrheit herauszufinden.

Minispiele lockern auf

„Hidden Agenda“ ist nicht nur ein grafisch toll inszeniertes Spiel, sondern hat auch einige Features, die die Story auflockern. Insgesamt gibt es vier verschiedene Interaktionsmöglichkeiten für den Spieler: Die häufigste Interaktion mit dem Spiel und den Figuren findet über klassische A/B- Entscheidungen statt, bei denen man zwischen einer netten oder etwas gemeineren Option wählt. Etwas weniger häufig muss man seine Reaktionsgeschwindigkeit unter Beweis stellen, in sogenannten Quick-Time-Events. Das heißt zum Beispiel, dass bei einer Verfolgungsjagd möglichst schnell der eigene Cursor in ein Feld bewegt werden muss, damit der Protagonist keine Zeit verliert.

Als dritte Interaktionsmöglichkeit gibt es die Momente, in denen ein Raum nach Hinweisen untersucht werden muss — wie bei einem Wimmelbild. Werden Hinweise nicht aufgedeckt, fehlt einem zu einem späteren Zeitpunkt ein kleines Stück der Story. Bei diesen drei Interaktionsmöglichkeiten spielt man gegen seine Mitspieler, denn es geht darum, der Schnellste zu sein, um Übernahmekarten zu gewinnen. Mit diesen Karten kann man bei einer wichtigen Entscheidung das Heft in die Hand nehmen und alleine bestimmen.
Die letzte Interaktionsmöglichkeit ist das Schießen. Hierbei müssen alle Spieler ihren Curser in das Fadenkreuz bewegen, damit geschossen wird. Macht die Mehrheit das nicht, dann wird auch nicht geschossen.

„Hidden Agenda“ überzeugt trotz kleiner Probleme

Alles in allem ist Hidden Agenda ein Krimi, der Startschwierigkeiten hat, aber trotzdem lohnenswert ist. Besonders mit mehreren Freunden macht es großen Spaß, den Trapper-Killer zu enttarnen und nach einem der vielen Enden einen weiteren Druchgang zu versuchen. In unserem Test zum Spiel hat uns der Wettkampfmodus am Besten gefallen.

Hier gibt es zwar keine Übernahmekarten, dennoch erlebt der Spieler die ganz normale Handlung. Zusätzlich bekommt er jedoch geheime Aufträge auf seinem Smartphone angezeigt, die es zu erfüllen gilt, um Punkte zusammeln. Dieser kompetitive Aspekt gibt dem Spiel noch einmal einen neuen Dreh. Im Vergleich zum klassischen Story-Modus kann das aber auch die Handlung in ungewollte Bahnen lenken, da Entscheidungen nur noch gefällt werden, um die Geheimaufträge zu erfüllen.

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Ursprünglich wollte Julian Kornacker, Jahrgang 1992, nach der Schule "dick Kohle verdienen" und studierte deshalb in der Oberpfalz BWL. Relativ schnell wurde dem Hannoveraner jedoch klar, dass es Wichtigeres gibt und er verschrieb sich dem Journalismus. Die ersten Schritte unternahm er beim ZDF und Radio Hamburg. Es folgte ein Bachelor in Sportjournalismus an der Medienakademie der Hansestadt. Julian schämt sich nicht dafür, Fan von Cristiano Ronaldo zu sein. An seiner Begeisterung für Videospiele lässt er seit einiger Zeit auch andere teilhaben: auf seinem eigenen Let’s-Play-Kanal bei YouTube. Die Kamera ist seine andere große Leidenschaft: Vor und hinter der Linse sorgt Julian für bewegte Bilder. Zum Einschlafen hört er "Fest und flauschig".
Oliver Koop, Jahrgang 1989, beschäftigt sich am liebsten mit dem, was für andere ein Graus ist: Daten. Was sie bedeuten, wie man sie nutzt oder visualisiert, findet er spannend. Er ist ausgebildeter Medienkaufmann und lernte im Studium des Bibliotheks- und Informationsmanagements, wie man mit Nullen und Einsen umgeht. Auch privat schlägt er sich gerne durch digitale Welten, zum Beispiel mit Schwert und Schild in Rollenspielen. „World of Warcraft“ spielt er schon seit 2005 – sein Lieblingscharakter ist ein Nachtelfen-Schurke auf Level 110.