Peter Tschentscher und Katharina Fegebank haben bei der Landespressekonferenz die Klimaziele vorgestellt.
Die Zwischenergebnisse der Hamburger Klimaziele wurden vorgestellt. Foto: Marcus Brandt/dpa

Der Hamburger Senat hat den Zwischenbericht zum Umsetzungsstand des Hamburger Klimaplans 2025 vorgelegt. Der Bericht informiert über die gesetzen Klimaziele.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher ist optimistisch bei der Umsetzung des Hamburger Klimaplans. Es gebe aber Licht und Schatten in den verschiedenen Sektoren, sagte der SPD-Politiker gestern bei der gemeinsamen Vorlage des Zwischenberichts 2025 mit Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Demnach hat die Hansestadt ihre CO2-Emissionen bis 2023 – ausgehend vom Referenzjahr 1990 – bereits um 42,9 Prozent gesenkt.

Der Klimaplan gibt vor, bis 2030 70 Prozent der CO₂-Emissionen im Vergleich zu 1990 einzusparen. Aussagekräftige Zahlen zu den jährlichen Einsparungen liegen jeweils erst mit zweijähriger Verzögerung vor. Gegenüber dem Zwischenbericht 2024, der das Jahr 2022 betrachtete, sanken die Werte innerhalb eines Jahres um 6,4 Prozent.

Beim Verkehr gibt es Verbesserungsbedarf

Die größten CO₂-Einsparungen im Vergleich zu 1990 verzeichnete laut Zwischenbericht die Industrie mit 48,7 Prozent. Es folgen Gewerbe, Handel und Dienstleistungen mit 45,7 Prozent sowie private Haushalte mit 39,1 Prozent. Der Verkehrssektor kam auf 37,8 Prozent.

Der Bericht geht davon aus, dass Industrie, private Haushalte und der Dienstleistungsbereich ihre Klimaziele bis 2030 voraussichtlich erreichen. Beim Verkehr seien jedoch weitere Maßnahmen nötig, etwa die Elektromobilität schneller voranzubringen. Hier sehen Bürgermeister Tschentscher und Umweltsenatorin Fegebank vor allem den Bund in der Pflicht.

Volksentscheid verschärft Klimaziele zusätzlich

Tschentscher betonte, Hamburg habe trotz wachsender Bevölkerung und steigender Wirtschaftsleistung seine CO₂-Emissionen deutlich gesenkt. „Grundlage für den Erfolg sind ein fachlich fundierter Klimaplan und eine systematische Klimaschutzstrategie, die wir konsequent fortführen. „Der Volksentscheid zum Klimaschutzgesetz hat die Vorgaben zur Verringerung der Emissionen in den Jahren ab 2030 verschärft und noch einmal bestärkt, dass dafür nur sozialverträgliche Maßnahmen ergriffen werden dürfen.” Dazu gehörten auch der Erhalt von Arbeitsplätzen und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Zugleich warnte Tschentscher vor Panikmache.

Auch Fegebank sieht positive Signale: Die Zahlen machten „Mut und Lust auf mehr”. Gleichzeitig gebe es Bereiche, „in denen noch einiges passieren muss”, etwa im Verkehr und beim Netzausbau. Dafür brauche es „ambitionierte Rahmenbedingungen und Rückenwind aus Berlin”.

Opposition spricht von rot-grüner „Träumerei”

Kritik kommt aus der Opposition. CDU-Politiker Sandro Kappe sprach von rot-grüner „Träumerei” und verwies auf den schleppenden Ausbau von Wärmepumpen. „Die Klimapolitik des Senats ist Träumerei – und das lässt sich mit Zahlen belegen.” Für die Linke ist insbesondere im Gebäudebereich „noch viel Potenzial zu heben” beim Ausbau von Photovoltaik-Anlagen, der Gebäudesanierung und der Umstellung der Gebäudeenergie. „Und auch die Sanierungsquote muss erhöht werden”, sagte ihr Umweltexperte Stephan Jersch. „Um die Sanierung sozialverträglich zu gestalten, könnten beispielsweise beim kommunalen Wohnungsunternehmen SAGA die Gewinne in die Sanierung reinvestiert werden, statt sie an die Stadt abzuführen.”

Übrigens zum Vergleich: Die Stadt Berlin konnte seine Kohlendioxidemissionen von 1990 bis 2016 bereits um rund ein Drittel reduzieren und gehört damit zu den Vorreiterkommunen beim Klimaschutz. München hingegen scheitert an den eigenen Anforderungen. Im Jahr 2019 hatte die Stadt den Klimanotstand ausgerufen. Im vergangenen Oktober hat die Stadt aber ihr Ziel, 2040 klimaneutral zu sein, über Bord geworfen und peilt nun das Jahr 2045 an. Köln möchte bis 2035 klimaneutral sein. Aktuelle Bilanzen zu den Kölnern Klimazielen gibt es bislang noch nicht.

hmh/dpa

Hendrik Heiermann, Jahrgang 1998, prokrastiniert nicht, er tut andere wichtige Dinge. Statt sich seiner Traumkarriere als Eisverkäufer im Sommer und Lokomotivführer im Winter zu widmen, hat er sich dem Journalismus verschrieben.
Hendrik ist in Plochingen bei Stuttgart aufgewachsen, er studierte Spanisch und Lateinamerikastudien in Hamburg. Während eines Praktikums in Mexiko in einer Migrant*innenherberge half er bei einer Geburt, später startete er in Kolumbien einen spanischsprachigen Podcast über Migration. Seit Sommer 2024 schreibt er für “kohero”, ein interkulturelles Hamburger Stadtmagazin. Den Artikel über Eiscreme schreibt er morgen. Ganz bestimmt. (Kürzel: hmh)

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