Person geht im Dunkeln durch den Schnee.
Grundstückseigentümer*innen sind verpflichtet, Gehwege von Schnee und Eis zu befreien. Foto: Christian Charisius/dpa

Streusalz, auch Auftausalz oder Tausalz genannt, ist in Hamburg zum Schutz der Umwelt verboten. Die Verkehrsbehörde hebt das Verbot bis zum 21. Januar für alle Hamburger*innen auf.

Die Verkehrsbehörde spricht in Hamburg von den heftigsten Schneefällen seit 15 Jahren und einem ständigen Wechsel von Frost und Tau. Zum Schutz des Bodens, Wassers und der Vegetation ist der Gebrauch von Tausalz in Hamburg verboten. In einer Allgemeinverfügung hebt die Hamburger Verkehrsbehörde das Nutzungsverbot aufgrund der aktuellen Wettersituation vorerst auf. Für zwei Wochen darf Tausalz genutzt werden.

Verkehrssenator Anjes Tjarks lobt den Einsatz der Stadtreinigung und vieler Anlieger*innen. Jedoch gelinge es trotz aller Anstrengungen nicht flächendeckend, dass auch ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen sicher durch die Stadt kommen. Gerade Vereisungen könnten zu gefährlichen Situationen führen. „Ich bitte trotzdem alle Hamburgerinnen und Hamburger Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und maßvoll Gebrauch vom Tausalz zu machen“, so Tjarks.

Die Problematik um Streusalz benutzen

Der Gebrauch von klassischem Streusalz ist unter anderem für Pflanzen, Tiere und Gewässer sehr schädlich. Laufen Haustiere länger auf mit Streusalz behandeltem Untergrund, kann das zu Entzündungen an den Pfoten führen. Bei bestreuten Straßen mit Regen- oder Mischwasserkanalisation fließen Streusalz und Schmelzwasser gemeinsam in das Kanalsystem ab. Streusalz kann außerdem am Straßenrand wachsende Pflanzen schädigen. Der Kontakt mit dem Salz kann beispielsweise zu Verätzungen an der Pflanze führen.

Einige Folgen des Tausalzes zeigen sich erst Jahre später. Das mit dem Schmelzwasser versickerte Streusalz kann sich über die Zeit im Boden anreichern. Ein erhöhter Salzgehalt im Boden erschwert Pflanzen die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser. Durch mangelnde Wasserversorgung und der Nährstoffmangel sind die Pflanzen auf Dauer anfälliger für Krankheiten und sterben vorzeitig ab.

Umweltfreundlichere Alternativen

Es gibt auch umweltfreundliche Lösungen. Mit Schippe und Besen lässt sich Schnee zügig entfernen. Liegt dieser bereits länger, kann das jedoch schwierig werden. Sollte Schneeschippen nicht mehr möglich sein, bieten sich Streumittel wie Sand, Splitt oder Granulat an. Um den ausgestreuten Splitt beim nächsten Schneefall wiederzuverwenden, sollten Nutzende ihn nach dem Schneeschmelzen zusammenfegen.

Das Bundesumweltamt empfiehlt, Streumitteln mit dem Umweltzeichen Blauer Engel zu kaufen, das markiert salzfreie Streumittel. Die Produkte stumpfen glatte Wege ab, ohne die Umwelt zu belasten.

mar/dpa

Marie Hamann, Jahrgang 2003, kennt den Beginn von Kafkas „Verwandlung“ auswendig – so tief fühlt sie sich mit dem Autor verbunden. Die gebürtige Hamburgerin versinkt gerne in Büchern und ist häufig in Theatern und Museen unterwegs. Ihr Praktikum im Bucerius Kunst Forum in der Kommunikationsabteilung bezeichnet sie als eine besonders schöne Erfahrung. Nach dem Bachelor in Kommunikationsdesign in Hamburg stand fest: Ihre Fähigkeiten in Kommunikation will sie vertiefen, später kann sie sich vorstellen, Öffentlichkeitsarbeit für Kultureinrichtungen zu machen. Mit ihrer Liebe zu Kunst und Sprache sieht Marie das Schöne im Leben – ganz im Sinne Franz Kafkas, der sagte: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.“
Kürzel: mar

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here