Zahlreiche Menschen sind mit Schlitten unterwegs und rodeln an einem kleinen Hang im tief verschneiten Jenischpark.
Zahlreiche Menschen sind mit Schlitten unterwegs und rodeln an einem kleinen Hang im tief verschneiten Jenischpark. Foto: Christian Charisius/dpa

Schnee und Frost bestimmen gerade das Stadtleben in Hamburg. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) ruft zum Schneeschippen auf. 

Der Wintereinbruch beschäftigt die Hamburger*innen. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) ruft die Bürgerinnen und Bürger zum Schneeschippen auf. So viel Schnee habe es in der Stadt seit 15 Jahren nicht mehr gegeben. „Aber so schön der Schnee auch ist – wir wollen alle sicher zur Arbeit, zur Schule oder zum Sport kommen. Deshalb heißt es jetzt anpacken”, schrieb Fegebank auf Linkedin.

Auch Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) erinnerte an die Räumpflicht der Anlieger. „Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach dem Hamburgischen Wegegesetz – und muss bei schweren Verstößen unter Umständen mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen”, erklärte Dressel. Zudem drohten bei Unfällen zivilrechtliche Folgen wie Schmerzensgeld und Schadenersatz. Zur Kontrolle seien sogenannte Wegewarte der Bezirksämter im gesamten Stadtgebiet unterwegs.

Es bleibt winterlich

Viele Menschen haben den Schnee am Wochenende auch genossen, etwa für Spaziergänge oder zum Rodeln im Park. Darauf können sich die Hamburger*innen auch die kommenden Tage freuen, denn laut dem Deutschen Wetterdienst sind auch die nächsten Tage einzelne Schneeschauer und leichter Schneefall zu erwarten. Polare Luft und Tiefdruckeinfluss sorgen in Hamburg für winterliches Wetter und Glätte. Bis auf Weiteres ist mit Frost zur rechnen, tagsüber meist zwischen null und minus zwei Grad. Nachts liegen die Tiefstwerte zwischen minus drei und minus vier Grad. Auch Nebel in der Nacht mit Sichtweiten unter 150 Metern sei nicht auszuschließen.

Ab Freitag muss sich Norddeutschland besonders auf Sturm und Schnee einstellen. Ein Tiefdruckgebiet werde von der Elbe her Schneefall bringen, sagte Meteorologin Julia Schmidt von Deutschen Wetterdienst (DWD) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Das können kräftige Schneefälle sein.” Nach aktueller Einschätzung könnten 15 bis 20 Zentimeter fallen, lokal auch mehr. Mit Schneeverwehungen müsse besonders in Ostseenähe gerechnet werden. Dort werde Sturm aus Osten erwartet.

Feuerwehreinsätze am Wochenende

Um die Straßen freizuhalten, ist die Stadtreinigung Hamburg (SRH) seit dem Wochenende im Dauereinsatz. Rund 728 Kräfte und etwa 360 Fahrzeuge räumen seit dem Wochenende Hauptverkehrsstraßen, Busstrecken, ausgewählte Radwege, Bushaltestellen und Fußgängerüberwege. Auch die Hamburger Feuerwehr war am Wochenende stark im Einsatz. Insgesamt kam es zu rund 350 wetterbedingten Einsätzen. Meist ging es um schwere Schneelasten auf Bäumen, Ästen und Dächern, die abzubrechen drohten oder bereits zur Gefahr geworden waren. Lose Äste wurden gesichert und Schnee von Dächern entfernt. Vor allem auf Ästen wurde Schnee entfernt, um einen sogenannten Schneebruch zu vermeiden, also dem Brechen von Ästen aufgrund der Last des Schnees.

mar/hmh/dpa

Hendrik Heiermann, Jahrgang 1998, prokrastiniert nicht, er tut andere wichtige Dinge. Statt sich seiner Traumkarriere als Eisverkäufer im Sommer und Lokomotivführer im Winter zu widmen, hat er sich dem Journalismus verschrieben.
Hendrik ist in Plochingen bei Stuttgart aufgewachsen, er studierte Spanisch und Lateinamerikastudien in Hamburg. Während eines Praktikums in Mexiko in einer Migrant*innenherberge half er bei einer Geburt, später startete er in Kolumbien einen spanischsprachigen Podcast über Migration. Seit Sommer 2024 schreibt er für “kohero”, ein interkulturelles Hamburger Stadtmagazin. Den Artikel über Eiscreme schreibt er morgen. Ganz bestimmt. (Kürzel: hmh)

Marie Hamann, Jahrgang 2003, kennt den Beginn von Kafkas „Verwandlung“ auswendig – so tief fühlt sie sich mit dem Autor verbunden. Die gebürtige Hamburgerin versinkt gerne in Büchern und ist häufig in Theatern und Museen unterwegs. Ihr Praktikum im Bucerius Kunst Forum in der Kommunikationsabteilung bezeichnet sie als eine besonders schöne Erfahrung. Nach dem Bachelor in Kommunikationsdesign in Hamburg stand fest: Ihre Fähigkeiten in Kommunikation will sie vertiefen, später kann sie sich vorstellen, Öffentlichkeitsarbeit für Kultureinrichtungen zu machen. Mit ihrer Liebe zu Kunst und Sprache sieht Marie das Schöne im Leben – ganz im Sinne Franz Kafkas, der sagte: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.“
Kürzel: mar

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