Der Brustberech eines Arztkittels. Zu erkennen sind die Wörter
Es fehlen aktuell Blutspenden, die Reserven sind beinahe aufgebraucht. Foto (Archiv): Marcus Brandt/dpa

In Hamburg warnt das Deutsche Rote Kreuz vor einem Engpass im Blutspendenvorrat. Die Bereitschaft zur Blutspende ist gesunken. Zugleich warten 161 Menschen auf Organspenden. Es sind unterschiedliche Spenden, aber beide können Leben retten.

In Hamburg sind die Vorräte von Blutpräparaten zum Jahresbeginn gesunken. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt vor Engpässen, die Versorgungssicherheit sinke auf unter einen Tag. Außerdem zeigen neue Zahlen zur Organspende 2025, dass es in Deutschland trotz gestiegener Anzahl von Organspenden weiterhin ein Mangel besteht. Es geht zwar um unterschiedliche Arten von Spenden – Leben retten können aber beide.

Vorräte für Blutspende fast aufgebraucht

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnte vor einem Engpass im Norden. „Winterwetter, Infektionswelle und ein feiertagsbedingter schwacher Jahresstart beim Spendenaufkommen treffen gleichzeitig auf einen unverändert hohen Bedarf in den Krankenhäusern”, berichtete der Blutspendedienst Nord-Ost. Deshalb sei die aktuelle Lage bei den Blutspendepräparaten sehr angespannt und drohe, sich weiter zu verschärfen. Auch wegen des Wetters mussten viele Spendetermine ausfallen. Die Termine, die weiterhin angeboten wurden, seien deutlich schlechter besucht gewesen als normal, so das DRK.

Diese Blutgruppen fehlen bei Blutspenden

„Bei uns sind aktuell die Bestände mit Blutpräparaten der Blutgruppen Null Rhesus positiv und negativ, sowie A Rhesus negativ besonders niedrig”, sagte eine Sprecherin des DRK. „Hier beträgt die Versorgungssicherheit nur unter einem Tag, was viel zu niedrig ist. Wir brauchen rund drei bis fünf Tage Versorgungssicherheit.” Ein weiteres Problem sei, dass Blutspenden nicht lange haltbar seien. Nach maximal 42 Tagen, bei Präparaten aus Blutplättchen sogar lediglich vier Tagen, ist die Haltbarkeit der Spenden abgelaufen, gibt das DRK an. Deshalb merken sie sofort, wenn nur wenige Tage zu wenig gespendet werde. Laut dem DRK benötigen Hamburg und Schleswig-Holstein zusammmen 500 Blutspenden täglich, um ihren Bedarf abzudecken.

Das DRK Nord-Ost versorgt ihre Bundesländer (Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Sachsen) mit Dreiviertel dieses Bedarfs, das restliche Viertel stammt von privaten oder staatlich-kommunalen Blutspendediensten, so wie Universitätskliniken.

Wer kann eine Blutspende tätigen?

Für eine Blutspende muss man über 18 Jahre alt sein und sich bei der Blutspende gut fühlen. Denn Menschen, die eine Blutspende empfangen, sind meistens schon geschwächt. Für sie kann selbst eine leichte Erkältung ein Risiko sein, erklärt das Bayerische DRK. Gleichzeitig ist die Blutspende anstrengend für den eigenen Körper, daher sollte er nicht durch Infekte geschwächt sein. Nach einer Erkältung ohne Fieber sollten Blutspender*innen eine Woche abwarten, nach einem Infekt mit Fieber und stärkeren Symptomen (wie zum Beispiel Influenza oder Bronchitis) vier Wochen. Wer sich bei anderen Umständen unsicher ist, kann den online Spende-Check des DRK nutzen. Außerdem werden alle Spender*innen vor ihrer Spende von Ärzt*innen durchgecheckt und bekommen die Chance, Fragen zu stellen.

Hier ist eine Übersicht zu den wichtigsten Informationen rund ums Blutspenden: FINK.HAMBURG

Trotz Anstieg: 8000 Menschen warten auf Organspende

Außerdem warten 161 Menschen in Hamburg auf eine Organspende. Das teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in ihrer Jahresbilanz für 2025 mit. 129 Personen benötigen eine Spenderniere. Laut der Bilanz haben im letzten Jahr 42 Menschen in Hamburg gespendet. Dieser Wert sank im Vergleich mit den Vorjahren leicht.

Bundesweit stieg die Zahl der Organspender*innen leicht an. Laut der DSO haben 32 Personen mehr gespendet als im Jahr 2024. Insgesamt waren es 985 Menschen. „Dass wir 2025 so viele Organspenderinnen und Organspender verzeichnen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, ist ein wichtiges und ermutigendes Signal”, sagte der Medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel. Trotzdem reichen die Spenden nicht aus, um den Bedarf zu decken, wie die 161 Menschen alleine in Hamburg zeigen.

Aktuell warten in Deutschland 8199 Menschen auf eine Organspende. Andersherum konnten 3150 Menschen 2025 ihre Gesundheit, ihre Lebensfähigkeit oder ihr Weiterleben durch eine Spende verbessern.

ans/dpa

Junge Frau mit Brille im Porträt

Alles ist politisch. Auch die Frage, ob Bier schmeckt oder nicht. Zumindest wenn es nach Anny Norma Schmidt, Jahrgang 2001, geht. Sie bestellt lieber Sekt. Dafür erntet sie in ihrer Heimat Dithmarschen schiefe Blicke. Vielleicht fiel ihr daher der Abschied 2021 in Richtung Magdeburg leicht, um dort Journalismus zu studieren. Ist sie nicht baden oder joggen, sitzt Anny gerne im Café, entweder in ein Buch oder in eine Diskussion über Feminismus und Nachhaltigkeit vertieft. Anny hat schon diverse Praktika bei Lokalzeitungen hinter sich, weil sie es wichtig findet, im Gespräch zu bleiben - sogar über Bier. Kürzel: ans

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