Es gibt zu wenig Pflegekräfte in Deutschland. Da kommt das persönliche Gespräch mit Seniorinnen im Pflegeheim oft zu kurz. Ein empathischer KI-Roboter soll helfen, damit sich Bewohner in Alten- und Pflegeheimen weniger einsam fühlen.

Elli ist klein, trägt ein orangefarbenes Kleid und eine gehäkelte Mütze. Das niedliche Geschöpf ist da, um den  Bewohner*innen im Martje-Flohrs-Haus Gesellschaft zu leisten. Elli ist kein Kind. Und auch kein Tier. Elli ist ein Roboter. Er kann sich unterhalten, Witze erzählen und Fragen der Senior*innen beantworten. All das auf eine so empathische Art und Weise, wie nur möglich passieren.

Das Martje-Flohrs-Haus Garding auf der Halbinsel Eiderstedt macht aktuell den Selbstversuch. Das Alten-und Pflegeheim ist Teil des Unternehmensverbund Stiftung Diakoniewerk Kropp und seit mehr als eineinhalb Jahren das neue Zuhause des sozialen Roboters. Die Pfleger*innen haben den Roboter Elli getauft, der Hersteller nennt ihn Navel.

Pilotprojekt in Zeiten den Pflegenotstandes

Deutschlandweit werden mehr Pflegekräfte benötigt, die sich um die alternde Gesellschaft kümmern. Und diejenigen, die in der Pflege arbeiten, haben oft zu wenig Zeit für die Bewohner*innen. Hinzu kommen noch schlechte Bezahlung und Überstunden. Kann ein KI-Roboter dabei helfen, die Pflege zu entlasten und der Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken? Das wird aktuell getestet.

Menschen ersetzen, könne Elli nicht – aber sich eine halbe Stunde lang mit den Bewohner*innen beschäftigen, so Anja Schmidt, Leiterin der Sozialbetreuung des Alten-und Pflegeheims. Die Reaktionen auf Elli fielen Schmidt zufolge unterschiedlich aus. Einige lehnen den Roboter ab. „Die sagen: ‚Das will ich nicht, so einen neumodischen Kram.‘ Aber es gibt auch Bewohner, die geben ihr zu trinken, weil sie so echt wirkt“, so Schmidt.

Ein Roboter mit programmierter Empathie

Der KI-Roboter wird von der Münchner Firma Navel Robotics hergestellt. Wie er funktioniert, erklärte Sophia Warneke, Customer Success Managerin bei Navel Robotics im Interview. So benutzt die Firma zwar das Sprachmodel ChatGPT, jedoch werden die Roboter der Firma zusätzlich mit zwei empathischen Arten von Sprachmodellen programmiert: die kognitive und affektive Empathie.

„Das heißt, Navel reagiert kommunikativ astrein“, so Warneke. Daten werden dabei weder gespeichert noch für Trainingszwecke genutzt, betont die Customer Success Managerin.

Einer der Bewohner, der 90-jährige Arnold Stendel, steht dem Roboter positiv gegenüber: „Für mich wäre Elli echt eine Hilfe, wenn sie ausgereift wäre.“ Das Personal muss oft noch eingreifen, weil Elli nicht immer alles versteht.  „Entschuldigung, könntest du das wiederholen?”, sagt sie dann. Der Roboter ist noch in der Testphase und bekommt regelmäßig Updates. Anja Schmidt wünscht sich, dass Elli in Zukunft selbstständig auf Bewohner*innen zugeht und den Kontakt sucht.

FINK.HAMBURG war vor Ort im Martje-Flohrs-Haus und hat sich Roboter Elli näher angeschaut.

Sophie Quaas, 2000 in Meißen geboren, ist USA-Kennerin: Ob als AuPair in San Diego, beim Wandern durch den Grand Canyon oder als Couchsurferin in Alaska, Sophie ist durch und durch Abenteurerin – Zelten auf Festivals ausgenommen. Ihren Bachelor machte sie in Medienforschung in Dresden. Dort arbeitete sie in einer Agentur im Employer Branding sowie in der Unternehmenskommunikation für Sunfire, eines der größten Wasserstoff-Unternehmen Europas. Für die Eröffnung einer neuen Produktionsstätte interviewte Sophie 2023 die Wirtschaftsministerin von NRW, Mona Neubaur – selbstverständlich auf Englisch. Ihr Plan für die Zukunft: Weitere Interviews als Journalistin führen. Kürzel: soq

Katharina Schöndorfer, Jahrgang 2000, servierte nach dem Abitur Bier und Brezn im Dirndl – in einem bayerischen Wirtshaus mitten in Melbourne. Als Kind überlegte Kathi als Astronautin zum Mond zu fliegen, bis sie merkte, dass Physik nicht ganz ihre Umlaufbahn ist. Heute will sie Journalistin werden. Sie studierte Journalistik, Strategische Kommunikation und Politikwissenschaft in Passau. Im Studium gelang Kathi ihr erster journalistischer Pitch an PULS zum Thema Nacktheit. Die BR-Redaktion kaufte ihr und ihrer Studienkollegin die Themenidee für die PULS Reportage “7 Tage nackt” ab. Nach ihrem Auslandssemester in Estland absolvierte sie Praktika beim BR und dem Münchner Radiosender Gong 96.3. Einen Podcast auf Estnisch? Parem mitte (Besser nicht). Kürzel: kat

Paula Maria Coscia, Jahrgang 2000, kocht laut ihrer Freunde die beste Bolognese. Sellerie, Rotwein und (ihre italienischen) Wurzeln sind ihr Geheimnis. Passend zu ihrer Leidenschaft für Kulinarik berichtete sie als Videojournalistin für Sat 1 über die Torten einer familiengeführten Konditorei. Als sie 2019 in Hong Kong vor gewalttätigen Auseinandersetzungen fliehen musste, versteckte sie sich bei McDonalds. Dieses Erlebnis hat sie nicht davon abgeschreckt, die Welt weiter entdecken und darüber berichten zu wollen. Erst einmal geht sie nach Hamburg – nicht weit von ihrer Heimatstadt Kiel, wo sie Deutsch und Philosophie studierte. Kürzel: cos

Miriam Mair, Jahrgang 2001, reiste durch ganz Schweden, um das beste Zimtschneckenrezept des Landes zu finden. Dabei stolperte sie fast über einen Elch und ging freiwillig bei minus 20 Grad baden. In Passau studierte sie Journalistik und Strategische Kommunikation. Während eines Praktikums beim ZDF machte Miriam verschiedene Straßenumfragen. Auch PR reizte sie, bis sie eine Eiscreme vermarkten sollte, die sie nicht mochte. Da war klar: Sie wird Journalistin. Schon als Kind wollte sie werden wie Karla Kolumna, die rasende Reporterin. Das beste Zimtschneckenrezept kreierte Miriam übrigens schlicht selbst. Kürzel: mai

Für das perfekte Foto ist Michelle Maicher, Jahrgang 1997, kein Weg zu weit. Gerade erst saß sie mal wieder zehn Stunden im Zug nach Ostpolen. Dort dokumentiert sie für die Meisterklasse an der Berliner Ostkreuzschule für Fotografie die Aufrüstung und besuchte eine Nato-Verteidigungsbasis. Fotografieren lernte die Hamburgerin im Studium Kommunikationsdesign. Danach verschlug es sie zeitweise nach Berlin und Kopenhagen. Einen Job in der Modebranche und einen Dänischkurs später startete Michelle als selbständige Dokumentarfotografin. Parallel arbeitet die zweifache Katzenmama als Multimedia-Assistentin bei der Tagesschau. Zum Studio braucht der Zug auch nur fünf Minuten.

Kürzel: mic

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