Das Zollfahndungsamt Hamburg hat für das Jahr 2025 Bilanz gezogen. Insgesamt ging die Zahl der Kokainfunde im letzten Jahr zurück. Der Verdacht des Zolls: Der Kokain-Schmuggel verlagert sich auf kleinere Häfen.
Am vergangenen Dienstag hat der Hamburger Zoll die Bilanz von 2025 vorgestellt. Insgesamt stellten Zollbeamte im Zuständigkeitsgebiet rund 5,1 Tonnen Kokain sicher – davon 3,6 Tonnen in Hamburg und 1,5 Tonnen in Bremerhaven, sagt Nils Gärtner, Leiter des Zollfahndungsamts Hamburg. Die Menge sei vergleichsweise wenig. Noch im Jahr 2024 stellten die Zollbeamten 9,2 Tonnen Kokain sicher, 2023 waren es 14,4 Tonnen Kokain.
Drogenschmuggelbanden seien im letzten Jahr zunehmend auf kleinere und mittlere Häfen ausgewichen, sagt Nils Gärtner. Auf Nachfrage von FINK.HAMBURG spezifizierte eine Zoll-Sprecherin, dass es sich dabei um eine Vermutung handelt. Nahezu das gesamte Kokain sei in den großen Seehäfen Hamburg und Bremerhaven gefunden worden. Aber die geringen Mengen legen nahe, dass auch kleine Häfen für Schmuggel frequentiert wurden.
Kleinere Mengen Kokain wurden im letzten Jahr in kleineren Häfen gefunden. Genannt wurden zum Beispiel die niedersächsischen Häfen Emden, Wilhelmshaven und Brake. Das Zollfahndungsamt ist einer Sprecherin zufolge nicht nur für Hamburg zuständig, sondern für die gesamte Küste in Norddeutschland.
Strenge Kontrollen in großen Häfen
Der Zoll geht davon aus, dass die strikten Kontrollen an den großen Häfen Hamburg und Bremerhaven viele Kriminelle abschrecken, sagt Susanne Heße, Sprecherin des Zollfahndungsamtes Hamburg gegenüber FINK.HAMBURG. Der Zoll gibt an, dass unter anderem mutmaßliche Rauschgift-Container genau von ihnen kontrolliert werden. Denn vor allem bei Betäubungsmitteln führen die zentralen Schmuggelrouten weiterhin über den Seeweg.
Kokain wird mittlerweile auch mit legalen Substanzen vermischt, um es über die Grenze nach Deutschland zu schmuggeln. Dadurch wird es für den Zoll aufwendiger, die Substanzen im Labor zu untersuchen. Täter*innen setzen auch immer mehr auf kleinere Ladungen und Pakete, um unentdeckt zu bleiben.
Kampf gegen Schwarzarbeit
Ein weiteres Thema für den Zoll ist Schwarzarbeit. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stellte die bundesweite Jahresbilanz des Zoll bereits am 12. Mai vor. Klingbeil kündigte an, 1.500 neue Stellen zu schaffen, um Arbeitgeber*innen zu kontrollieren. 2025 sind die Kontrollen im Vergleich zu 2024 bereits um circa ein Fünftel angestiegen.
leo/mia/dpa






