
Wie entstehen Nachrichten, woran erkennt man Falschmeldungen und welchen Gefahren sind Journalisten ausgesetzt? In Hamburg können Besuchende diese Woche einen Blick hinter die Kulissen der Medienwelt werfen.
Vom 11. bis 17. Oktober findet zum vierten Mal die Hamburger Woche der Pressefreiheit statt. Mehr als 80 kostenlose Veranstaltungen bieten Einblicke in den Journalismus. Dabei beteiligen sich rund 60 Partner*innen aus Medien, Politik und Gesellschaft mit Workshops, Diskussionen, Ausstellungen und Redaktionsbesuchen.
In der Redaktion mitarbeiten
Für Studierende mit Interesse an Journalismus dürfte vor allem der Blick in die Redaktionen spannend sein: Zum Beispiel können am Mittwoch, den 14. Oktober, Besuchende bei RTL Nord gemeinsam mit Reporter*innen Beiträge für die 18-Uhr-Sendung drehen und schneiden.
Am Freitag, den 16. Oktober, lädt die “Hamburger Morgenpost” von 13 bis 15 Uhr in ihre Redaktion in Altona ein. Dort geht es unter anderem darum, wie Online-Themen ausgewählt werden, wie viel Zeit für Recherche gebraucht wird und welche Rolle KI spielt. Für die beiden Redaktionsbesuche ist eine Anmeldung erforderlich.
Wie verändert KI den Journalismus?
Am Dienstagabend, den 13. Oktober, lädt der Deutsche Journalismus-Verband Nord um 19 Uhr in die Bücherhalle Barmbek ein. Unter dem Titel „Pressefreiheit unter Druck“ geht es um wirtschaftliche Probleme, den Wandel der Mediennutzung, den Einfluss von künstlicher Intelligenz und die Herausforderung für unabhängige Redaktionen.
Wer lieber selbst aktiv werden will und Fake News erkennen und KI auf die Probe stellen will, kann am selben Abend beim Faktenquiz im FC-St.-Pauli-Museum mitmachen. Dort können Besuchende ab 19 Uhr gemeinsam mit dem Recherchezentrum Correctiv ihr Wissen über manipulierte Inhalte, Schlagzeilen und KI-generierte Bilder testen. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Kontakte knüpfen für den Berufseinstieg
Wie kommt man eigentlich in den Journalismus, wenn man noch studiert? Diese Frage steht am Donnerstag, den 15. Oktober im Mittelpunkt: Ab 19 Uhr lädt das Hamburger Jugendmagazin GENZ unter dem Titel „Zwischen News-Feed und Festanstellung“ in die Henri-Nannen-Schule ein. Geplant sind ein Austausch mit jungen Medienschaffenden, Fragen aus dem Publikum und Möglichkeiten zum Vernetzen. Der Abend richtet sich auch an Menschen am Anfang ihrer journalistischen Laufbahn. Eine Anmeldung ist notwendig.
Am selben Tag beschäftigt sich das Leibniz-Institut für Medienforschung ab 17.30 Uhr mit rechten Angriffen auf Journalist*innen und wie man sich journalistisch mit dem rechten politischen Spektrum auseinandersetzen kann. An der Diskussion nehmen unter anderem Vertreter*innen von Reporter ohne Grenzen und der Zeit teil. Auch hier ist eine Anmeldung vorgesehen.
Vom Faktencheck bis zur Ausstellung – auch spontan möglich
Wer sich nicht vorher anmelden möchte, kann von Montag bis Freitag zwischen 13 und 17 Uhr in der Zentralbibliothek am Hühnerposten vorbeischauen: Bei „Meet a Journalist“ beantworten Journalist*innen Fragen zu ihrem Beruf und der Medienwelt.
Am Dienstagabend um 19 Uhr öffnet außerdem die Sonderausstellung „Nachrichten – News“, die einen Einblick in die Entwicklung von Nachrichten aus der Seite der Medienschaffenden und auch Rezipierenden liefert.
Die Ausstellung „The Unheard Voices“ in der Millerntorwache zeigt anhand persönlicher Geschichten, was die anhaltende Verfolgung gegen belarussische Journalist*innen durch das Lukaschenka-Regime bedeutet. Sie kann von 15 bis 18 Uhr bis zum 17. Oktober ebenfalls ohne Anmeldung besucht werden.
Weitere Termine bis Samstag
Zum Programm gehört auch ein Stadtrundgang zur Geschichte Hamburgs als Pressemetropole Deutschlands: „Fakten statt Fake News – Pressestadt Hamburg“ beginnt am Samstag dem 17. Oktober um 12 Uhr und bildet einen Abschluss der Aktionswoche. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Das vollständige Programm mit Veranstaltungsorten, Zeiten und Anmeldelinks sind auf der Website der Hamburger Woche der Pressefreiheit einsehbar.
Patricia Schnoor, geboren 2002 in Hamburg, war als Kind entweder beim Karate oder Reiten, liebt Horrorfilme und hat als Teenie alle Wände ihres Zimmers bemalt. Ursprünglich wollte sie Ärztin werden, doch dann kam BookTok dazwischen. Nach dem Abi begann sie dort Illustrationen und Buch-Reviews zu veröffentlichen. Keine zwei Jahre später bekam sie Illustrations-Aufträge von den Big Five der Publishing-Häuser sowie aus neun Ländern, darunter Malaysia und die USA. Parallel hat sie Medienwissenschaft mit dem Nebenfach Kommunikation und Journalistik an der Universität Hamburg studiert. In ihrer Bachelorarbeit widmete Patricia sich ihrer Leidenschaft BookTok auch wissenschaftlich. Karate macht sie heute nicht mehr, dafür haut jetzt ihre Berichterstattung um.
Kürzel: pal






