Nach einem dreistelligen Millionengewinn 2023 macht der NDR 2024 plötzlich ein Millionenminus. Es gebe laut einer Sprecherin aber keinen Handlungsbedarf – bis auf die Kürzung einiger Sender und dass Stellen nicht nachbesetzt werden.
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) machte im Jahr 2024 einen Verlust von 18 Millionen Euro, nach rund 150 Millionen Euro Gewinn im Jahr 2023. Das geht aus dem Finanzbericht des NDR für das Jahr 2024 hervor, den der Landtag Schleswig-Holsteins am sechsten Juli veröffentlichte. Der Umsatz betrug rund 1,3 Milliarden Euro, etwas weniger als im Jahr davor. Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt” berichtet.
Der hohe Verlust setzt sich vor allem aus leicht gesunkenen Einnahmen aus Rundfunkbeiträgen und gestiegenen Ausgaben zusammen. Die Ausgaben für die Altersversorgung der Mitarbeitenden stiegen sprunghaft an, von rund 60 Millionen auf 150 Millionen Euro im Jahr. Laut dem Finanzbericht liegen die höheren Kosten für die Altersversorgung an Tariferhöhungen und einer neuen Berechnungsmethode.
NDR: „Kein akuter Handlungsbedarf”
Eine Sprecherin des NDR schrieb FINK.HAMBURG, dass insgesamt für die Beitragsperiode von 2021 bis 2024 kein Verlust gemacht wurde. „Einzelne Jahre innerhalb der Beitragsperiode können mit einem Defizit abgeschlossen werden, sofern sich für die gesamte Beitragsperiode weiterhin ein ausgeglichener Haushalt ergibt.”
Es bestehe „aufgrund der bereits getroffenen Spar-, Kürzungs-, und Priorisierungsmaßnahmen” kein akuter Handlungsbedarf. Der Norddeutsche Rundfunk plant laut dem Finanzbericht, jährlich 0,5 Prozent der Stellen abzubauen. Im laufenden Jahr werden keine neuen Planstellen geschaffen, frei werdende Stellen sollen nicht nachbesetzt werden.
Auch im Programm wird kräftig gekürzt: Die Radiosender NDR Blue, NDR Schlager und NDR Info werden bis Ende 2026 eingestellt. Die Frage, ob für 2025 ebenfalls mit einem Verlust zu rechnen ist, ließ die Sprecherin unbeantwortet. Das wird sich herausstellen, wenn im Herbst die Bilanz für 2025 veröffentlicht wird.
Rechtsstreit über Rundfunkgebühren
Die ARD führt derzeit einen Rechtsstreit mit den Landesregierungen. Die Höhe des Rundfunkbeitrags, mit dem auch der Norddeutsche Rundfunk finanziert wird, schlägt eine unabhängige Kommission den Landesregierungen vor. Die Landesregierungen müssen dem Vorschlag dann zustimmen.
Den letzten Vorschlag der Kommission über eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags von 18,36 Euro auf 18,94 Euro im Monat haben die Landesregierungen nicht angenommen. Dagegen hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk Verfassungsbeschwerde eingelegt. Nach Angaben des NDR steht eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts noch aus, bis dahin muss der NDR trotz Inflation mit stagnierenden Einnahmen auskommen.
jas
Wer eine Leseempfehlung braucht, fragt am besten Jasper Vormschlag. Er interessiert sich für Fantasy-Bücher und “alles mit Spannung”. Seine Lieblingsbücher bespricht er auf Instagram und setzt sich kritisch mit Trends in der Branche auseinander, Beispiel KI auf Covern. 2003 in Schwanewede geboren, hat er an der HAW Hamburg Medien und Kommunikation im Bachelor studiert. Er bringt viel Expertise im Social Media Bereich mit und hat etwa für die Grünen Hamburg den TikTok-Kanal mit aufgebaut oder für die Regionalbahn Metronom Posts erstellt. Bei der Mopo arbeitete Jasper in der Redaktion mit. Trotz Fantasy-Leidenschaft möchte er nicht in einer Dystopie leben – und verzichtet daher bewusst auf Autofahren und lebt vegan. Kürzel: jas







