Klein, grün, fettig und extrem angesagt: die Avocado. Foto: Pexels
Klein, grün, fettig und extrem angesagt: die Avocado. Foto: Pexels

Kaum ein Obst ist so beliebt wie die Avocado. Auf Instagram tragen 5,9 Millionen Beiträge das gleichnamige Hashtag. Ökologisch gesehen ist das Superfood eher Fluch als Segen. Sieben Fakten  vom Wasserverbrauch bis zur Avocado-Hand.

Sie ist grün, wächst in warmen Ländern und ist vor allem eines: extrem angesagt. Das kann man auch online verfolgen ständig geht ein neuer Avocado-Trend viral. Gerade noch wurde Toast mit grünem Topping auf Instagram geteilt, schon trinken Menschen ihren Kaffee aus Avocado-Schalen.

via GIPHY

1. Fettig aber gesund

Neben der Olive ist die Avocado die fettreichste aller Früchte. Trotzdem ist sie gesund: Sie enthält vor allem einfache ungesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Die Zugabe von Avocado zur täglichen Mahlzeit lohnt sich auch, weil wichtige Nährstoffe wie Vitamin A, Carotin oder Calcium dank des Fettgehaltes um 50 bis 100 Prozent besser absorbiert werden können.

2. Schräge Namen

Ob Alligatorbirne, Butterfrucht oder grünes Gold – die Avocado hat in ihrer Historie verschiedene, heute teils unbekannte Namen erhalten. Der ursprünglichste stammt aus dem Aztekischen und lautet „ahuacatl“ – zu Deutsch: Hoden.

3. Import hat sich fast verdoppelt

Der Hype lässt sich deutlich an den Importzahlen ablesen: 2010 wurden 28.000 Tonnen Avocado nach Deutschland gebracht, 2015 waren es schon 45.000 Tonnen. Ganzjährig legt die Frucht dafür einen weiten Weg zurück: Rund 40 Prozent aller Avocados weltweit werden im mexikanischen Bundesstaat Michoacán angebaut und geerntet.

4. 1000 Liter Wasser für zweieinhalb Avocados

Die Avocado gilt als Symbol bewusster Ernährung und hat trotzdem eine katastrophale Öko-Bilanz: Laut Recherchen „der Zeit“ verbraucht ein Bauer für die Produktion von zweieinhalb Avocados 1.000 Liter Wasser. Um diesen Bedarf zu decken, beziehen manche Farmer das Wasser illegal aus örtlichen Flüssen. In vielen Anbaugebieten in tropischen und subtropischen Gegenden ist das Wasser ohnehin knapp und so ist der Avocadoanbau ein weiterer Risikofaktor für eine gefährliche Wasserknappheit.

5. Schlechte Feinstaubbilanz

Neben dem hohen Wasserverbrauch bei der Produktion der Früchte ist auch ihre lange Reise um die Welt problematisch. In LKWs werden sie tausende Kilometer bis an die Küste gefahren und dort verschifft. Die Überfahrt nach Europa dauert einen knappen Monat. Das Superfood genießt dabei einen besonderen Komfort: Es wird in viel Verpackungsmaterial gehüllt und in Containern gelagert, die auf sechs Grad heruntergekühlt werden.

6. Illegale Abholzung

Der weltweite Hype um die grüne Frucht lässt die Preise steigen. Für viele Farmer lohnt sich der Anbau mehr, als der von anderen Feldfrüchten. Die Anbaufläche in Mexiko vergrößerte sich binnen 10 Jahren von 95.000 Hektar auf 134.000 Hektar im Jahr 2010. Für das Geschäft werden außerdem illegal Bäume abgeholzt. Jaime Navia von der mexikanischen Umweltschutzorganisation Gira erklärt: „Pro Jahr werden 1500 bis 4000 Hektar Wald gerodet, um Platz für Avocado-Felder zu schaffen.“

7. Die Avocado-Hand

Die Avocado ist nicht nur eine Gefahr für die Umwelt, sondern auch für den Menschen. Erst kürzlich hat ein britischer Chirurg gegenüber „The Times“ Warnhinweise auf Avocados gefordert. Warum? Der gestiegene Verzehr der grünen Frucht führe zu immer mehr Schnittverletzungen bei der Zubereitung. „Die Menschen erwarten beim Kauf nicht, dass Avocados sehr reif sein können, und sie haben quasi keinen Schimmer von ihrer Handhabung“, so der Chirurg. Er behandle pro Woche etwa vier Patienten mit der sogenannten Avocado-Hand.

Vorheriger ArtikelGrüße aus Hamburg
Nächster ArtikelKameras an jeder Ecke
Der perfekte Platz für einen Sonnenaufgang? Das ist für Sarah Kneipp, Jahrgang 1995, eine 140 Meter hohe Windkraftanlage, die sie natürlich selbst hinaufgeklettert ist. Auf Berge steigt sie aber auch gern. Außerdem könnte sie einem - als Unternehmen, aber bestimmt auch privat - selbst mitten in der Nacht ohne Probleme aus der Patsche helfen. Denn schnelle und richtige Entscheidungen treffen, das hat Sarah in der professionellen Beschäftigung mit Krisenkommunikation in den PR-Abteilungen mehrerer Unternehmen gelernt – darunter ein Hersteller von Windkraftanlagen. Wegen Benni, ihrem griechischen Straßenhund, ist sie seit einiger Zeit überdurchschnittlich viel vor der Tür und testet nebenbei das ein oder andere Sushi-Restaurant in Hamburg.