Hochbahn, Bus, Ladestation
Hochbahnbus an einer Ladestation Foto: Julian Kornacker

In Amsterdam fahren 5000 Autos mit reinem Elektroantrieb. Wie sieht es in Hamburg aus? Und gibt es schon öffentliche Verkehrsmittel mit Akku?
7 Fakten zur E-Mobilität in der Stadt.

Mit der Rubrik #FINKaboutit beleuchtet die Redaktion von FINK.HAMBURG regelmäßig relevante Themengebiete. Und trägt dafür die wichtigsten Fakten, News und Hintergrundinformationen zusammen.

1. Was kosten Elektroautos?

Der VW E-Golf, die Tesla-Modelle S und X, sowie die BMW i3 und i8 sieht man in Hamburg häufig auf der Straße. Teilweise wirken die Fahrzeuge wie Raumschiffe, ausgestattet mit der neuesten Technik. Das spiegelt sich im Preis wieder: Am teuersten ist der Mercedes SLS AMG ED für 416.500 Euro. Das günstigste Auto mit Elektroantrieb ist der Renault Twizy und kostet 7.180 Euro.

2. Welche Zuschüsse gibt es beim Kauf eins Elektroautos?

Die Bundesregierung hatte am 17. November 2016 ein Gesetz zur Elektromobilität verabschiedet. Es besagt, dass seit dem 1. Januar 2016 neu zugelassene Elektroautos fünf Jahre lang keine Steuern zahlen müssen. Die Befreiung gilt bis zu bis zum 31. Dezember 2020. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man als Käufer auch einen sogenannten Umweltbonus von 2000 Euro erhalten.

3. Wie viele Elektroautos gibt es in Hamburg?

Zählt man die Angaben aus einem Artikel im Hamburger Abendblatt zusammen, waren 1216 Elektroautos im Jahr 2016 in der Hansestadt angemeldet. Seit November 2015 parken sie übrigens kostenfrei auf öffentlichen Parkplätzen in der ganzen Stadt. Indem eine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe gelegt wird, darf die volle Höchstparkdauer genutzt werden.

4. Wo gibt es in Hamburg Ladestationen?

Aktuell gibt es 600 Ladestationen im Stadtgebiet. 181 davon sind Schnellladestationen. Das Aufladen der Autos soll hier nur eine Stunde dauern, statt der üblichen acht Stunden. Damit das Laden noch schneller geht, gibt es zusätzlich 70 DC-Ladestationen, die 30 Minuten für eine vollständige Ladung des Akkus benötigen. Durch alle Ladestationen soll, laut Betreiber, Ökostrom fließen.

Ein Elektrobus wird geladen. via GIPHY von Julian Kornacker

5. Was kostet das Laden?

Der Preis für das Aufladen des eigenen Autos richtet sich nach dem aktuellen Strompreis. Im Moment liegt dieser bei 29,16 Cent/kWh. An den Ladestationen ist es möglich, über Direct Pay oder per App zu bezahlen.

6. Kann man Elektroautos leihen?

Die Carsharing-Anbieter Flinkster und DriveNow bieten Autos mit Elektroantrieb an. Bei Flinkster, ein Unternehmen der Deutschen Bahn, sind der E-Mini, der Citroën e-c1, sowie Peugeot e-ion und Toyota e-Prius mietbar. Zwischen 8 und 22 Uhr kostet eine Stunde 2,30 Euro. Der Tagespreis liegt bei 39 Euro. Drive Now bietet den BMW i3 an. Die Minute kostet 0,34 Euro. 24 Stunden kosten 109 Euro.

7. Wie elektrisch ist der öffentliche Nahverkehr?

Den ersten Schritt in Richtung E-Mobility machte der Hamburger Verkehrsbund (HVV) mit seinen Hybridbussen. Beim Anfahren startet ein Elektromotor, ab 20 km/h übernimmt ein Dieselmotor. Das soll 20 Prozent Kraftstoff und Emissionen sparen, so der HVV.

Seit 2014 fährt in Hamburg der erste Bus ausschließlich mit elektronischem Antrieb. 2016 kam ein weiterer Bus hinzu. 2017 stellte der HVV ein neues Modell vor, den Exqui City 18 mit einer Reichweite von 50 Kilometern pro Ladung. Zur Zeit macht der Bus noch Testfahrten, ohne Fahrgäste. Später soll er dann auf der Linie M3 fahren, der meist genutzten Strecke Hamburgs. Ab 2020 will das Unternehmen nur noch Busse kaufen, die emissionsfrei fahren.

Ab 2018 möchte die Hochbahn in Kooperation mit der VW Tochter Moia ein Elektroshuttel einführen, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Über eine App gebe man die Route ein, die man fahren möchte und wird mit Leuten verknüpft, die in die gleiche Richtung wollen. Insgesamt werden 200 solcher Fahrzeuge in der Stadt unterwegs sein. Was der Dienst kosten soll, ist noch unklar. Der Dienst soll günstiger sein, als Taxifahren, aber teurer als öffentliche Verkehrsmittel.

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Ursprünglich wollte Julian Kornacker, Jahrgang 1992, nach der Schule "dick Kohle verdienen" und studierte deshalb in der Oberpfalz BWL. Relativ schnell wurde dem Hannoveraner jedoch klar, dass es Wichtigeres gibt und er verschrieb sich dem Journalismus. Die ersten Schritte unternahm er beim ZDF und Radio Hamburg. Es folgte ein Bachelor in Sportjournalismus an der Medienakademie der Hansestadt. Julian schämt sich nicht dafür, Fan von Cristiano Ronaldo zu sein. An seiner Begeisterung für Videospiele lässt er seit einiger Zeit auch andere teilhaben: auf seinem eigenen Let’s-Play-Kanal bei YouTube. Die Kamera ist seine andere große Leidenschaft: Vor und hinter der Linse sorgt Julian für bewegte Bilder. Zum Einschlafen hört er "Fest und flauschig".