Landtagswahl Niedersachsen
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Montag im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

In Niedersachsen wurde am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Die SPD von Ministerpräsident Stephan Weil ist der große Wahlsieger. Trotzdem wurde die rot-grüne Landesregierung abgewählt.

Das vorläufige Endergebnis für die Landtagswahl in Niedersachsen steht fest: Die SPD gewinnt mehr als vier Prozentpunkte hinzu und wird stärkste Kraft, dicht gefolgt von der CDU, die leichte Verluste hinnehmen muss. Grüne und FDP verlieren, die Linke schafft es trotz Zugewinnen erneut nicht ins Parlament. Erstmals hat auch die AfD mit etwas mehr als sechs Prozent knapp den Einzug in den niedersächsischen Landtag geschafft.

Obwohl sich die SPD als großen Wahlsieger feiern kann, gibt es keine Mehrheit mehr für die rot-grüne Landesregierung von Ministerpräsident Stephan Weil. Für Weil wären rechnerisch zurzeit ein Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP oder eine große Koalition aus SPD und CDU möglich. Doch auch CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann sieht noch eine Machtoption: Eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen, wie sie auch im Bund immer wahrscheinlicher wird, wäre in Hannover ebenfalls möglich.

Die Wunschkoalition der SPD wäre die Ampel. „Es geht erstmal darum, dass es Gespräche auch mit der FDP gibt“, so der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Olaf Lies. Die FDP hat dieses Bündnis jedoch bereits ausgeschlossen. „Wir lehnen eine Ampel zu 100 Prozent ab“, sagte der niedersächsische FDP-Generalsekretär Gero Hocker dem SWR. Gleichzeitig haben die Grünen bereits einer möglichen Jamaika-Koalition eine Absage erteilt. Die große Koalition scheint damit die zurzeit realistischste Konstellation zu sein.

Landtagswahl Niedersachsen
Vorläufiges Endergebnis der Landtagswahl in Niedersachsen. Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen, Grafik: Oliver Koop

oli/dpa