Dauerausstellung UKE
Senatorin Dorothee Stapelfeldt bei der Ausstellungseröffnung im Medizinhistorischen Museum. Foto: Senatskanzlei Hamburg

Am Uniklinikum Eppendorf hat eine neue Dauerausstellung eröffnet. „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“ erinnert an die zur NS-Zeit in Hamburg verübten Morde an über 6000 kranken und behinderten Menschen.

Mit einem Senatsempfang wurde am Montag die neue Dauerausstellung „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“ im Medizinhistorischen Museum im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eröffnet. Interessierte können sie am Mittwoch, den 22. November, zum ersten Mal besuchen. Der Lern- und Gedenkort ist Teil der Dauerausstellung des Museums und erinnert an die Hamburger Opfer der NS-Euthanasie, der Zwangssterilisationen und der Humanexperimente im Nationalsozialismus. Die Ausstellung thematisiert die Verantwortung der Wissenschaften für die Herleitung eines an Rassenideologie orientierten Menschenbildes. Mehr als 6000 Kinder, Frauen und Männer aus Hamburg wurden Opfer der Medizinverbrechen im Nationalsozialismus.

„Wir erinnern an die Verbrechen, würdigen die Opfer und mahnen, dass so etwas nie wieder geschehen darf“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) bei der Eröffnung. „Indem wir Verbrechen und Verbrecher an den Orten des Geschehens aufzeigen und die Namen der einzelnen Opfer nennen, erfüllen wir den längst überfälligen Anspruch auf ihre Anerkennung.“

Liste der Namen auf neuer Website einsehbar

Auf Initiative der Senatskanzlei hatte ein Arbeitskreis mit Vertretern verschiedener Institutionen und Ehrenamtlicher ein Konzept zum Gedenken an die Opfer erarbeitet. Neben der Ausstellung wird mit dem „Hamburger Gedenkbuch Euthanasie. Die Toten 1939-1945“ 4700 Opfern der NS-Euthanasie namentlich gedacht. Eine Liste der Namen ist auch online auf einer neuen Website nachzulesen, die über die Verbrechen aufklärt und weitere Informationen bereithält.

2018 sollen zur Erinnerung an die Opfer außerdem Gedenksäulen auf dem Gelände der Asklepios Klinik Nord Ochsenzoll eingeweiht werden. Die Klinik gilt als zentraler Ort der staatlich organisierten Euthanasie-Verbrechen in Hamburg.

Dauerausstellung „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“:
Medizinhistorisches Museum Hamburg, Martinistraße 52; geöffnet am Mittwoch, Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 18 Uhr. Eintritt: 6 Euro (ermäßigt 4 Euro)