Kulturtipps-für-den-Dezember-CC-BY-2.0--Kristina-Servant-
Es muss im Dezember nicht nur um Weihnachten gehen. Kristina Servant, (CC BY 2.0, Link: http://bit.ly/2yl2aQI)

Street Art auf St. Pauli, die letzte Lesung im Golem und hypnotischer Acid-Techno: Mit diesen neun Kulturtipps geht im Dezember weit mehr als nur Weihnachten und Silvester.


8.-16.12. Ausstellung: Märtyrermuseum auf Kampnagel

Welcher Mensch darf sich selbst Märtyrer nennen? Wen dürfen andere in diesen Stand erheben? Im Märtyrermuseum widmet sich das Künstlerkollektiv The Other Eye of the Tiger diesen Fragen. Das Sterben für einen Glauben ist kein neues Phänomen, und doch ist es aktuell. Die Ausstellung setzt sich mit dem Leben und dem frei gewählten Sterben von selbsternannten Märtyrern auseinander – von Jeanne D’Arc bis Omar Ismail Mustafai, einem der Attentäter von Paris. Der Besucher soll sich für einen kurzen Moment in sie hineinversetzen können. Im vergangenen Jahr war die im Vorfeld kontrovers diskutierte Ausstellung bereits in Kopenhagen zu sehen, nun kommt sie im Rahmen des Nordwind-Festivals nach Hamburg. mav

Das Märtyrermuseum kann vom 8. bis 16. Dezember zwischen 16-23 Uhr auf Kampnagel besichtigt werden.


9.12. Ausstellung: Street Art School auf St. Pauli

Graffiti, Murals und bunte Pappinstallationen – würden sie in den Straßen von Hamburger Vierteln wie St. Pauli und Sternschanze fehlen, wäre die Stadt eine andere. Die Street Art School Hamburg widmet den kreativen Motiven deshalb nun eine Ausstellung. Die Kunst von mehr als 20 Hamburger Künstlern kommt dafür von der Straße auf zwei Etagen der Rindermarkthalle. Szenegrößen wie Sticker-Künstler Lieb Sein, Marshall Art mit seinen Plakaten und die Crew Push mit ihren Installationen werden vertreten sein. Hier geht es zum Facebook-Eventhad

Die Ausstellung der Street Art School findet in der Rindermarkthalle St. Pauli am 9.12. ab 14.00 Uhr statt.


8.-10.12. Flohmarkt: Winterbasar der Hanseatischen Materialverwaltung

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Fünfter Weihnachtsbasar der HMV. Bild: HMV, Bearbeitete Originale von: McCay, Winsor. Little Nemo 1905-1914. Comic. Köln. Benedikt Taschen Verlag GmbH, 2000

Die Hanseatischen Materialverwaltung im Oberhafenquartier öffnet zum Winterbasar auch in diesem Dezember ihre Türen. Zum fünften Mal wird hier zur Weihnachtszeit der Fundus in einen Flohmarkt umfunktioniert. Antike Stühle, Kunstblumen und andere Requisiten suchen in den beheizten Hallen einen neue Besitzer. Dazu gibt es Glühwein, Musik und ein Kinderprogramm. Gegen den Hunger hält der Winterbasar ein Street-Food-Angebot bereit. had

Der Bazar findet vom 8. bis zum 10. Dezember im Oberhafenquartier in der Hanseatischen Materialverwaltung statt.


10.12. Theater: „Bilder deiner großen Liebe“ im Thalia Gaußstraße

Foto: Marie Rosa Tietjen

Bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2013 schrieb Wolfgang Herrndorf am Roman „Bilder deiner großen Liebe“. Obwohl er Fragment geblieben ist, bringen die Schauspielerinnen Birte Schönik und Marie Rosa Tietjen den Roman nun auf die Bühne. Das unvollendete Werk erzählt die Geschichte von Isa, die auch schon in Herrndorfs Jugendbuch „Tschick“ eine Rolle spielt. Dort treffen die Protagonisten sie auf einer Müllkippe, nahe einer Autobahnraststätte. Eine junge Frau, die aus der Welt gefallen scheint und fernab vom gewöhnlichen Alltag lebt. In „Bilder deiner großen Liebe“ wird Isas Geschichte erzählt. Sie flieht aus einer psychiatrischen Klinik und geht auf eine Reise, in der sie die Außenwelt entdeckt. mat

Die Premiere von „Bilder deiner großen Liebe“ findet am 10.12. um 19 Uhr im Thalia Gaußstraße statt.


12.12. Film: Hamburg Animation Film Night


Im Zeise-Kino im Hamburg-Altona findet am 12. Dezember die Animation Film Night statt. Die Initiatoren sind überzeugt: „Der Animationsfilm lebt!“. In Kooperation mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein stellen sie deshalb Animationsfilme und ihre Macher vor, und das bereits zum dritten Mal. Es werden Kurzfilme gezeigt von dem Geschwisterpaar Ines Christine und Kirsten Carina Geisser, die als KIIN bekannt sind, sowie von Florian Maubach, der zusammen mit KIIN im Zusammenschluss Sticky Frames aktiv ist. Auch ein Film des aus Texas stammenden Jim Lacy wird Teil des Abends sein. Alle Filmemacher sind vor Ort und sprechen mit dem Moderator Jon Frickey über ihre Motivationen, Hintergründe und Arbeitsweisen. Dabei soll auch Hamburg als Standort für Animateur-Filmemacher beleuchtet werden. had

Die Animation Film Night findet am 12. Dezember um 19:30 Uhr in den zeise Kinos statt.


14.12. Lesung: Die letzte Veranstaltung im Golem

Foto: Nico Scagliarini

Mit Literatur und Cocktails ein letztes Mal die Atmosphäre des Golem genießen: Das geht bei der 13. Ausgabe der Hafenlesung. Die Reihe wartet für ihre finale Ausgabe des Jahres mit einem vielfältigen Programm auf. Texte verschiedener Literaturgattungen auf Englisch, Französisch, Polnisch, Spanisch, Schwedisch und Deutsch werden vorgetragen. Drei Jahre lang fand die Hafenlesung in den Räumlichkeiten des Golem statt. Nun öffnet der Club für die Veranstaltung ein allerletztes Mal seine Türen. mav

Die Hafen Lesung No 13 findet am 14.12. im exGOLEM statt. Ab 20 Uhr.


16.12. Party: Aleksi Perälä beim Abschluss des Nordwind-Festivals


Experimentelle Klänge, die zwischen tiefgründigem Ambient und hypnotischem Acid-Techno rangieren – die Produktionen des gebürtigen Finnen Aleksi Perälä sind einzigartig. Seine Auftritte bei den Kunst- und Musikfestivals CTM und Atonal in Berlin wurden hoch gelobt. Nun tritt Perälä auch in Hamburg mit seinen sphärischen Klängen auf – bei der Abschlussparty des Nordwind Festivals. Support bekommt er an diesem Abend von Philipp Meiers, Mitbegründer der Kraniche an den Elbbrücken und musikalisch ebenfalls experimentell unterwegs. mav

Die Abschlussparty des Nordwind Festivals beginnt am 16.12.17 ab 22:00 Uhr auf Kampnagel. Eintritt sind 5 Euro.


19.12. Film: Hauptsache Hamburg, Hauptsache Musik

Die Hansestadt inspiriert seit Jahrzehnten Bands dazu, auf ihre ganz eigene Art und Weise Musik zu machen. Das Metropolis Kino zeigt in Zusammenarbeit mit dem kinelab die Musikvideos von Künstlern wie Deichkind, Tocotronic und Blumfeld. Moderieren wird den Abend Frank Spilker, der sich als Sänger der Band Die Sterne bestens in der Hamburger Szene auskennt. Er unterhält sich im Kinosaal mit Wegbegleitern und befreundeten Musikern. Zum Beispiel mit Bernd Begemann, der auch ein Akustik-Konzert spielen wird. mat

Hauptsache Hamburg, Hauptsache Musik findet am 19. Dezember ab 21:30 Uhr im Metropolis Kino statt.


28.12. Soliparty: Sea-Watch im Fundbureau

Tausende Menschen sind seit Ausbruch der Flüchtlingskrise bei dem Versuch gestorben, über das Mittelmeer das europäische Festland zu erreichen. Sea-Watch ist mit eigenen Schiffen auf dem Gewässer unterwegs, um so viele Menschen wie möglich aus der Seenot zu befreien – mehr als 20.000 Leben wurden so bisher gerettet. Im Fundbureau lädt die Sea-Watch-Crew zu einer Soliparty, deren gesamte Einnahmen der Organisation zugutekommen. Mit HipHop von Spezial K sowie Techno von Audio:Punx und Rausch & Metrik kann man also nicht nur sich selbst etwas Gutes tun, sondern auch humanitäre Hilfe unterstützen. mat

Die Sea-Watch-Soliparty steigt am 28. Dezember ab 21 Uhr im Fundburau.

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Harriet Dohmeyer, Jahrgang 1995, kommt vom Land, hat sechs Jahre lang auf einer Nordseeinsel gelebt, ist aber Hamburgerin aus Überzeugung. Sie bloggt mit Leidenschaft über Menschen mit einer Leidenschaft: Cafébesitzer, junge Designtalente oder Künstler. Auf ihren Entdeckungstouren und auf Reisen lässt sie sich von der urbanen Subkultur inspirieren. Ihre Fotoaufnahmen teilt sie auch auf Instagram, um wiederum anderen die Augen für schöne Dinge zu öffnen. Bei Gruner & Jahr hat sie in der Marketingabteilung gearbeitet. Kann nicht ohne: Fotoapparat. Kann nicht mit: Kopfkissen schlafen.
Marie-Sophie Vorbrodt, Jahrgang 1993, guckt ihrem Gegenüber immer zuerst auf die Schuhe - sie findet, dass man daran den Menschen erkennt. Um derlei instinktiven Erkenntnissen ein wissenschaftliches Fundament zu geben hat Marie-Sophie Wirtschaftspsychologie studiert. Sie interessiert sich für gesellschaftliche Trends, Subkulturen und Lifestyle-Themen.
Martin Tege, Jahrgang 1990, ist leidenschaftlicher Musiker. Während seines Studiums der Kulturwissenschaften an der Uni Lüneburg entdeckte er seine Begeisterung für den Journalismus. Nach diversen Praktika wurde der gebürtige Mecklenburger freier Journalist beim Magazin „Rolling Stone“, für das er neben News auch Konzert- und Plattenrezensionen schreibt. Wenn er nicht gerade als Gitarrist mit seiner Bigband auf Tour ist, interessiert er sich aber auch für Geschichten aus Wissenschaft, Politik und Technik – und für soziale Themen. Fußball dagegen ist ihm „mehr als egal“.