Hamburgs Museen bieten in diesem Herbst wieder viel Abwechslung. Wir haben sieben Ausstellungen für kalte Tage zusammengestellt. Mit dabei: große Stars, aufstrebende Fotograf*innen und ein Tipp für Sprachverliebte.

Bucerius Kunst Forum: Amerika! Disney, Rockwell, Pollock, Warhol

Action Painting trifft auf Bambi, Pop Art auf Cover-Design. Die Arbeiten der vier amerikanischen Kunststars Walt Disney, Norman Rockwell, Jackson Pollock und Andy Warhol prägen bis heute unser Bild vom American Way of Life. Das Bucerius Kunst Forum stellt erstmals 170 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken der vier unterschiedlich arbeitenden Künstler gemeinsam aus.

Eine interessante Gegenüberstellung, für die sich Kuratorin Dr. Kathrin Baumstark aus bedeutenden Sammlungen bedient hat, etwa der Tate in London oder dem Louisiana Museum of Modern Art bei Kopenhagen. Begleitet wird die Ausstellung von Vorträgen, Diskussionen und Workshops. Auch eine Kopfhörerparty ist angekündigt.

Andy Warhol: Silver Liz, 1963
Andy Warhol: Silver Liz, 1963, Sammlung Froehlich, Stuttgart – © 2019 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York. Foto: Sammlung Froehlich, Stuttgart

Bucerius Kunst Forum | Alter Wall 12 | 19. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020 | täglich 11 bis 19 Uhr, Donnerstags 11 bis 21 Uhr | Eintritt: 9 Euro regulär, 6 Euro ermäßigt


Kulturetage Altona: A Story to tell – or: regarding male* eating disorders

Die Fotografin Mafalda Rakoš begleitete elf Männer mit Anorexie, Bulimie und Binge Eating. Ein Jahr lang erhielt sie Einblicke in den Alltag der Protagonisten. Mit der Fotoausstellung macht Rakoš darauf aufmerksam, dass nicht nur Mädchen und Frauen von der Krankheit betroffen sind.

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Die Veranstaltenden freuen sich aber über Spenden. Die gehen nämlich an das Projekt „Mann* an Bord“ von der sMUTje. Das ist eine Therapiehilfe, die auch Männern mit Essstörung eine Behandlung ermöglichen.

Mann liegt auf einem Turnhallen Boden.
Die Fotoausstellung „A Story to tell – or: regarding male* eating disorders“ zeigt Männer, die an Krankheiten wie Bulimie oder Anorexie leiden. Foto: Mafalda Rakoš

Kulturetage Altona | Grosse Bergstraße 160 | 11. bis 13. Oktober 2019 | 10 bis 18 Uhr | Eintritt: um Spende wird gebeten 


Altonaer Museum: Mein Name ist Hase

Das wird doch der Hund in der Pfanne verrückt! Das Altonaer Museum präsentiert Redewendungen, Redensarten, Sprichwörter und geflügelte Wörter.

Dabei geht es nicht nur um die deutsche Sprache. Besucher*innen können die Geschichte vieler Sprachkulturen kennenlernen und deren Humor entdecken.

Außerdem ist mitmachen angesagt: In der Ausstellung sind unter anderem ein Sprichwort-Generator und ein Rätsel mit internationalen Redewendungen zu finden.

Mein Name ist Hase
Das Altonaer Museum zeigt eine Ausstellung über Redewendungen.

Altonaer Museum | Museumstraße 23 | 11. November 2018 bis 21. Oktober 2019 | Montag, Mittwoch bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Samstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr | Eintritt: 8,50 Euro regulär, 5 Euro ermäßigt 


Museum für Kunst und Gewerbe: Social Design

Ein Kiosk der Solarenergie produziert. Ein Modelabel das Klamotten mit Geflüchteten desingt – diese Ausstellung erklärt anhand von 25 unterschiedlichen Projekten was Social Design sein kann.

Ziel und Botschaft ist es, zum Mitmachen aufzurufen – die Ausstellung soll dazu anregen, gemeinsam die Welt und die Gesellschaft zu gestalten.

Zwei Hocker und eine orangene Fahne.
Die Ausstellung „Social Design“ im Museum für Kunst und Gewerbe zeigt das Projekt der Künstlerin Yara Said. Sie hat aus den Rettungswesten der Geflüchteten eine Fahne entworfen.

Muserum für Kunst und Gewerbe | Steintorplatz | 29. März bis 27. Oktober 2019 | Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr | Eintritt: 12 Euro regulär, 8 Euro ermäßigt 


Deichtorhallen: Baselitz – Richter – Polke – Kiefer

Vier Künstler, ein Jahrzehnt – Werke der Maler Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Anselm Kiefer werden in den Deichtorhallen ausgestellt. Unabhängig voneinander schufen die vier Künstler aus Deutschland in den 1960er Jahren ihr Frühwerk. Damit legten sie den Grundstein für das große Interesse an ihren späteren Kunstwerken.

In ihren frühen Bildern setzen sich die Künstler vor allem mit der noch jungen Bundesrepublik Deutschland auseinander. Mit der Ausstellung feiern die Deichtorhallen am 9. November ihr 30-jähriges Jubiläum und 30 Jahre deutsche Einheit.


Deichtorhallen | Deichtorstr. 1-2 | 13. September 2019 bis 5. Januar 2020 | Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Jeden ersten Donnerstag im Monat 11 bis 21 Uhr | Eintritt: 12 Euro regulär, 7 Euro ermäßigt


Kunstverein Hamburg: For the first time in a long time

Wer bin ich und wo komme ich eigentlich her und wie verändert sich meine Umgebung? Die Künstlerin Sarah Abu Abdallah zeigt in ihrer Kunst ihre Suche nach einem Selbst und die Veränderung in ihrer Heimat Saudi-Arabien.

Der Kunstverein Hamburg stellt derzeit die erste europäische Einzelausstellung „For the first time in a long time“ der Künstlerin aus. Sie beinhaltet zwei Filme und Malereien. Auch visuelle Datenströme und die Popkultur in der Golfregion sind Teil ihrer Bildsprache.

Eine Collage der Künstlerin Sarah Abu Abdallah
Sarah Abu Abdallah, For the First Time in a Long Time, Installationsansicht, Kunstverein in Hamburg, 2019, Foto: Fred Dott.

Kunstverein Hamburg | Klosterwall 23 | 10. August bis 20. Oktober 2019 | Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt: 5 Euro regulär, 3 Euro ermäßigt


Hamburger Kunsthalle: Rembrandt

2019 ist in den Niederlanden ein Rembrandt-Jahr. Auch die Kunsthalle Hamburg widmet dem wohl bedeutendsten Künstler des Goldenen niederländischen Zeitalters eine Ausstellung.

Der Fokus liegt auf Grafiken: Präsentiert werden 70 ausgewählte Radierungen Rembrandts sowie die beiden Gemälde „Simeon und Hanna im Tempel“ (1627) und „Maurits Huygens, Sekretär des Staatsrats in Den Haag“ (1632) in Kombination mit weiteren Radierungen.

Gut zu wissen: Aufgrund der Lichtempfindlichkeit von Papier, werden Grafiken nicht häufig und dauerhaft ausgestellt. Ein Besuch in der Kunsthalle Hamburg ist also eine seltene Gelegenheit, die berühmten Werke einmal im Original zu sehen.

Rembrandt: Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet.
Rembrandt: Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet, 1630 – © Hamburger Kunsthalle / bpk – Foto: Christoph Irrgang

Hamburger Kunsthalle | Glockengießerwall 5 | 30. August 2019 bis 5. Januar 2020 | Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr, Montag geschlossen | Eintritt: 14 Euro regulär, 8 Euro ermäßigt

Lieber Kino statt Museumsbesuch?  Hier findet ihr alle Kinosäle der Stadt.

Titelbild: Norman Rockwell: Marriage Counselor, 1963, Norman Rockwell Art Collection Trust © The Norman Rockwell Family Agency

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Benjamin Eckert, Jahrgang 1988, hat das Unmögliche möglich gemacht: Mit nur einer Bewerbung ergatterte er in Altona ein Zimmer in seiner Traum-WG. Dass Hamburg für ihn genau die richtige Stadt ist, würde er vor seinen Freunden aus seiner Heimatstadt Dortmund niemals zugeben. Seit 2009 arbeitet er als freiberuflicher Kommunikationsdesigner, 2013 schloss er seinen Bachelor in Fotografie ab. Beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Paderborn verantwortete er im Anschluss die Öffentlichkeitsarbeit und traf den Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Für die Landesinitiative StadtBauKultur NRW betreute er Newsletter und Webseiten. Nebenbei arbeitet Benjamin fleißig an seiner Bucketlist, einiges hat er schon abgehakt: sein eigenes Hochbett bauen, einen Baum pflanzen und ein Buch herausgeben. Kürzel: ben
Antonie Schlenska tänzelte sich von der Ballerina zur deutschen Hip-Hop-Meisterin. 1993 in Hannover geboren studierte sie Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation in Berlin. Seit ihrer Abschlussarbeit weiß sie alles über Podcasting. In der Vermarktungsabteilung bei Gruner und Jahr analysierte sie den deutschen Zeitschriftenmarkt. Außerdem machte sie in dem Verlag Stationen im Innovation Lab, bei der „Brigitte“ und bei „Geo“. Beim Geo-Magazin gestaltete sie die Fotostrecke eines Kriegsfotografen. Privat arbeitet sie am liebsten mit einer analogen Kamera und bemalt die überbelichteten Fotos mit Acrylfarben. Zu Hause an ihrem selbstgebauten Tisch isst sie gerne Mayo mit Kroketten, Käse mit Brot oder Pesto mit Nudeln. Die Kalorien tanzt sie sowieso wieder ab. Kürzel: acs