Bei seiner ersten Vorlesung in der Uni Hamburg musste AfD-Mitbegründer Bernd Lucke den Hörsaal unter Protesten verlassen.
Bei seiner ersten Vorlesung in der Uni Hamburg musste AfD-Mitbegründer Bernd Lucke den Hörsaal verlassen. Heute fand seine nächste Veranstaltung statt. Foto: Markus Scholz/dpa

Härtere Sicherheitsmaßnahmen, Einlasskontrollen vor dem Hörsaal: AfD-Mitbegründer Bernd Lucke hielt am heutigen Mittwoch seine nächste Vorlesung an der Universität Hamburg – und beendete sie wieder vorzeitig.

Nachdem AfD-Mitbegründer Bernd Lucke seine erste Vorlesung an der Universität Hamburg nach Protesten abbrechen musste, startete er am heutigen Mittwoch seine zweite Veranstaltung für dieses Semester. Die Hochschule hat dafür die Sicherheitsmaßnahmen eng mit der Polizei abgestimmt und ausgeweitet. Diesmal fanden vor dem Hörsaal Einlasskontrollen statt, damit nur angemeldete Studierende Zutritt erhielten.

Um 12 Uhr begann Luckes Vorlesung über Makroökonomik. Im Gegensatz zur vergangenen Woche blieb es zunächst ruhig, nur hinter dem Gebäude hatten mehrere Dutzend Studierende friedlich demonstriert. Nach Berichten eines Augenzeugen drangen später etwa zehn bis fünfzehn Demonstrant*innen in den Saal ein und riefen Parolen wie „Kein Recht auf Nazipropaganda“. Lucke beendete die Vorlesung, verließ den Saal und fuhr mit einem Wagen davon.

Asta distanziert sich von Protesten im Hörsaal

Während letzte Woche vor dem Hauptgebäude der Universität eine Kundgebung des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) stattfand, kam es im Hörsaal zu Protesten. Lucke wurde als „Nazi-Schwein“ beschimpft, körperlich bedrängt und am Reden gehindert. Er musste die Universität unter Polizeischutz verlassen, nachdem hunderte Protestierende den Hörsaal stürmten.

Der Asta distanzierte sich danach von den Störungen, zu denen er nicht aufgerufen hatten. Bei der Kundgebung wäre es vor allem darum gegangen, darüber zu diskutieren, „wer sich hier nach einer gescheiterten Politkarriere in den Universitätsbetrieb zurückzieht“, so die Studierendenvertretung. Zu keiner Zeit hätten sie ein Berufsverbot für Lucke gefordert.

Zur aktuellen Stunde sind die Proteste auch Thema in der Hamburger Bürgerschaft. Die AfD-Fraktion stellte einen Antrag, um über die „unwürdigen Tumulte“ zu debattieren.

lis/dpa