Bernd Lucke verlässt Uni
Bernd Lucke verlässt seine Wiederantrittsvorlesung an der Uni Hamburg. Foto: Markus Scholz/dpa

In seiner ersten Vorlesung nach mehreren Jahren freiwilliger Beurlaubung kam AfD-Gründer Bernd Lucke nicht dazu, wie geplant über Makroökonomie zu sprechen. Nach Protesten verließ er die Uni unter Polizeischutz.

AfD-Gründer Bernd Lucke hat seine Wiederantrittsvorlesung an der Uni Hamburg am Mittwoch abgebrochen und das Gelände der Uni Hamburg unter Polizeischutz verlassen. Hunderte Protestierende waren zuvor dem Aufruf des Allgemeine Studierendenausschusses  (AStA) gefolgt und hatten während der Vorlesung demonstriert. Lucke konnte nicht sprechen und brach die Veranstaltung ab. Anschließend verließ er das Gebäude durch eine Seitentür und ließ sich von Polizisten vom Unigelände eskortieren.

Nach dem Abbruch gab der AStA bekannt, dass ein Gespräch zwischen Lucke und dem Studierendenausschuss geplant sei. Außerdem seien keine weiteren Protestkundgebungen bei zukünftigen Vorlesungen von Lucke vorgesehen.

Wirtschaftswissenschaftler, Professor, AfD-Gründer

Lucke ist Wirtschaftswissenschaftler und war bis 2014 Professor an der Uni Hamburg. Dann ließ er sich beurlauben, um sich seiner politischen Arbeit widmen zu können. Der AStA kritisiert Luckes Rolle bei der Entwicklung und Etablierung rechtspopulistischer Haltungen in Deutschland und findet es unangebracht, ihn an die Uni zurückkehren lassen.

Lucke gründete die AfD mit. Von 2013 bis 2015 war er Bundessprecher der Partei. Nachdem Lucke die Wahl um den Parteisitz der AfD verlor, gründete er die Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“. Diese Partei ist nach Ansicht des AStA ebenfalls rechtspopulistisch.

abe/dpa

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Astrid Benölken, Jahrgang 1993, hat als Kind sogar die Erziehungsratgeber ihrer Eltern gelesen, wenn ihr die Lektüre ausging. Zu ihren Lieblingsbüchern zählen Klassiker von Goethe, aber auch neue Werke, wie die des Nobelpreisträgers Ishiguro. Für ihr Ressortjournalismus-Studium mit Schwerpunkt Kultur zog Astrid aus dem kleinen Ort Seppenrade im Münsterland ins bayerische Ansbach. Nach dem Studium reiste sie mit dem Rucksack durch Südamerika, Osteuropa und Indien. Als Journalistin hat sie schon für die „Westfälischen Nachrichten“, „Faz.net“, den „Bayerischen Rundfunk“ und die „Süddeutsche Zeitung“ gearbeitet – am liebsten zu Kulturthemen. Kürzel: abe

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