Polizei erklärt Streit um das „Pimmelgate“-Plakat für beendet

Ein Tweet und seine Folgen

Fassade der Roten Flora am 25.10.21
Das Plakat an der Außenfassade der Roten Flora mit der Aufschrift "Andy Du bist so 1 Pimmel, tritt zurück". Foto: Lilly Brosowsky

Der Streit um das Plakat an der Roten Flora ist beendet: Die Polizei erklärte, man wolle den „Pimmel“-Spruch, der an Innensenator Andy Grote gerichtet ist, nicht nochmal schwärzen.

Zwischen Polizei und Aktivist:innen kam es an der Roten Flora zum wiederholten Schlagabtausch. Nachdem Beamt:innen das Plakat mit dem „Pimmel“-Spruch an der Fassade des linksautonomen Kulturzentrums am Montagabend zum zweiten Mal schwärzten, schrieben Unbekannte erneut darüber. Dieses Mal änderten sie den an Innensenator Andy Grote gerichteten Spruch etwas ab.

Nun gab die Polizei bekannt, dass sie den Streit um das Plakat beenden wolle. Da Innensenator Andy Grote bei demselben Wortlaut der Beleidigung keinen Strafantrag stellen wolle, verzichte die Polizei darauf, das Plakat erneut zu übermalen. Die Beamt:innen machten ein Foto und damit habe es sich, erklärte eine Sprecherin.

Kritik von der Polizeigewerkschaft

Der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Thomas Jungfer, kritisierte gegenüber dem NDR das Vorgehen der Beamt:innen im „Pimmelgate“-Fall. Die Polizei habe Wichtigeres zu tun, als Malermeister vor der Roten Flora zu sein. Eine gewisse Dickhäutigkeit würde allen guttun, so Jungfer.

Die Außenfassade der Roten Flora löste am Wochenende einen Polizeieinsatz aus. An dem besetzten Haus im Schanzenviertel hing ein metergroßes Plakat mit der Aufschrift „Andy, Du bist so 1 Pimmel“. Das Plakat bezieht sich auf einen Tweet, der im September über Hamburgs Innensenator Andy Grote verfasst wurde. Absender war eine Fankneipe in der Nähe des FC-St.-Pauli-Stadions. Der Tweet war eine Reaktion auf Grotes Aussage, Menschen, die trotz Corona im Schanzenviertel feiern, seien ignorant. Grote hatte selbst zu Beginn der Pandemie eine Strafe von 1000 Euro zahlen müssen, weil er seine erneute Berufung zum Innensenator unter Missachtung der Corona-Regeln feierte.

„Pimmelgate“: Polizei ermittelt

Im Anschluss an den Tweet erstattete Grote Anzeige wegen Beleidung. Polizeibeamt:innen durchsuchten daraufhin die Wohnung des Account-Betreibers, um Beweise für das Verfassen des Tweets zu finden. In den sozialen Medien kritisierten Nutzer:innen die Reaktion der Polizei als unverhältnismäßig. Der Fall ist bundesweit als „Pimmelgate“ bekannt.

meh/dpa

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