Seit Frühjahr subventioniert Hamburg den Kauf von E-Taxis. Das Ziel: Eine Stadt, in der alle Taxis elektrisch fahren. Nun ist die erste Ladestation für die Gefährte eröffnet worden.

Am Alsterdorfer Markt, also fast genau zwischen Flughafen und Innenstadt, wurde am Mittwoch Hamburgs erste Ladestation für E-Taxis eröffnet. Der Standort, an dem sich nun zwei Schnell-Ladestationen exklusiv für Taxis befinden, wurde von der Stadt in Kooperation mit der Taxibranche und der Stiftung Alsterdorf gewählt.

30 Minuten dauert es, bis die elektronisch betriebenen Fahrzeuge rund 80 Prozent ihrer Batterieleistung aufgeladen haben. Diese Ladung reicht dann für circa 300 Kilometer Fahrbetrieb. Stromprovider ist der Hamburger Ökostromanbieter Hamburg Energie.

„Ein gutes Zeichen für die Antriebswende“

Der Hamburger Verkehrssenator Anjes Tjarks (Die Grünen) lobte das Projekt als hilfreich für alle Taxifahrer, die bereits auf Elektroautos umgestiegen seien und als wichtiges Symbol für die Antriebswende. In Zukunft sollen weitere E-Taxi-Stände gebaut werden.

Seit April fördert die Stadt Hamburg unter dem Namen „Zukunftstaxi“ die Anschaffung von E-Taxis. In der ersten Stufe wurden 130 Taxis mit bis zu 10 000 Euro und 20 barrierefreien Elektrofahrzeugen für den Taxibetrieb mit bis zu 20 000 Euro gefördert. In der zweiten Stufe, die seit Oktober läuft, soll die Anschaffung von 200 weiteren Taxis, von denen sich 30 für die Beförderung von Rollstühlen eignen, subventioniert werden.

Gemischte Gefühle bei Taxifahrern

Bei der Hamburger Taxibranche stößt das Projekt bisher auf überwiegend positive Resonanz. Die Zahl der Anträge hat das Fördervolumen in beiden Stufen nach wenigen Tagen übertroffen. Von Fahrer:innen, die noch nicht umgestiegen sind, gibt es auch Kritik. Wer beispielsweise am Hamburger Flughafen seine Fahrgäste mit einem E-Auto abholt, darf in der Warteschlange an den Kolleg:innen mit konventionellen Fahrzeugen einfach vorbeifahren und hat so eine höhere Chance auf Aufträge. Um Konflikte zu vermeiden, ist die Behörde von Anjes Tjarks bis zu dreimal die Woche vor Ort, um über ihr Projekt zu informieren.

Das Zukunftsziel der Verkehrsbehörde ist ein kompletter Wechsel auf E-Taxis. So sollen pro Jahr rund 25000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Wann das Projekt Zukunftstaxi vollständig umgesetzt ist, ist noch nicht klar.

dpa/ojo

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