Schulschließung wegen der Corona-Pandemie.
Hamburgs Schulbehörde schnürt ein Förderpaket gegen Corona-Folgen. Foto: Unsplash / Marco Filecca

Die Corona-Pandemie hat psychische Spuren bei Schüler:innen hinterlassen. Hamburgs Schulbehörde möchte mit einem Förderpaket nun gegen die Folgen der coronabedingten Schulschließungen vorgehen.

Das Förderpaket der Stadt Hamburg beträgt rund 34 Millionen Euro und soll Schüler:innen unterstützen, die aufgrund der Schulschließungen von psychischen Problemen oder Lernrückständen betroffen sind. Am Dienstag teilte Schulsenator Ties Rabe (SPD) gegenüber der Deutschen Presseagentur mit, dass 26 Millionen Euro in Förderkurse am Nachmittag oder Lernangebote in den Ferien fließen werden. Die übrigen acht Millionen Euro werde man für zusätzliche Beratungs- und Unterstützungsdienste für Studierende mit sozialen und psychischen Problemen bereitstellen.

32 Millionen Euro kämen, laut des Senators, vom Bund. Die restlichen zwei Millionen der insgesamt 34 Millionen Euro Fördergelder zahle die Stadt Hamburg.

Schulschließungen haben Spuren hinterlassen

Um das Förderpaket effektiv und erfolgreich einzusetzen, sei es laut Senator Rabe nun entscheiden, „dass die Schulen jetzt offen bleiben“. Weiter sagt er, dass es immer mehr Hinweise darauf gebe, dass die coronabedingten Schulschließungen Spuren in der Bildung sowie der „seelischen und sozialen Entwicklung vieler Schülerinnen und Schüler hinterlassen haben“.

Förderprogramme für Schüler:innen

In den Ferien soll es für Schüler:innen ein umfassendes Lernangebot geben: Es soll kleine, kostenlose Lerngruppen von jeweils acht Personen geben. Auch die Förderkurse für Schüler:innen der vierten Klasse, die kurz vor einer weiterführenden Schule stehen, sollen erweitert werden. Die allgemeine Lernförderung am Nachmittag, die für Schüler mit einer ungenügenden Leistung verpflichtend ist, soll künftig allen offenstehen.

Psycholog:innen sollen zum Einsatz kommen

Um die psychosozialen Probleme von Kindern und Jugendlichen anzugehen, plant die Schulbehörde die befristete Einstellung von 20 zusätzlichen Psycholog:innen. An den Gymnasien soll die Arbeitsbelastung der Beratungslehrer:innen verringert werden, damit sie sich mehr Zeit für Schüler:innen mit psychischen Problemen nehmen können. Rabe betont, dass die Angebote freiwillig seien und kostenlos zur Verfügung stehen.

Opposition kritisiert Maßnahmen

Die Opposition in der Hamburger Bürgschaft hält die Maßnahmen für nicht ausreichend. Die CDU-Bildungsexpertin Birgit Stöver sagte, die besondere Förderung in der vierten Klasse käme zu spät. Oft seien die Lernrückstände nicht mehr aufzuholen.

Für Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Linkspartei, kommt das Programm zeitlich und inhaltlich zu kurz.“Erst wenn der Bund Geld bereitstellt, gibt Hamburg es auch aus“, sagte sie. Rabe müsse dafür sorgen, dass die Förderung auch im Anschluss an die Finanzierung des Bundes sichergestellt sei.

jup / dpa