Die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) tritt am 22. November in Kraft. Das bedeutet für alle Tierhalter: Sie müssen beim Arztbesuch mehr zahlen. Welche Kosten zukünftig entstehen und wie ihr euch schützen könnt, erfahrt ihr hier. 

Seit 1999 wurde die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) nicht mehr überarbeitet. Die jetztige Änderung soll unter anderem dafür sorgen, dass Tierärzt*innen ihre Kosten auch weiterhin decken können. Das sorgt für eine Kostenerhöhung beim Tierarztbesuch – durchschnittlich um 20 Prozent.

Was ist die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)?

Die GOT gibt vor, welche Behandlungsschritte wie viel kosten und wie Sätze definiert sind. Nach welchem dieser Sätze der Tierarzt oder die Tierärztin abrechnet, entscheidet die behandelnde Person je nach Aufwand. Die Entscheidung hängt zum Beispiel davon ab, wie schwierig und zeitaufwendig die Behandlung ist. Die GOT gibt also keinen Pauschalpreis vor.

Was ist ein Satz der GOT?

Ein Satz ist eine Art Staffelung der Kosten, die vom einfachen bis zum vierfachen Satz geht. Je höher der Satz, desto aufwändiger und damit auch teurer ist die Behandlung. Ein Beispiel: Im Notdienst – und nur im Notdienst – kann der vierfache Gebührensatz greifen. Er ist deswegen besonders teuer. 

Müssen sich Tierärzte in Hamburg daran halten?

Die kurze Antwort ist: Ja. Die GOT ist gesetzlich verpflichtend. Tierärzt*innen dürfen nicht weniger als den einfachen Satz abrechnen und zum Beispiel im Notdienst nicht weniger als den vierfachen Satz. Diese Pflicht gilt im Übrigen bundesweit, weswegen sich auch Hamburger Tierärzt*innen danach richten müssen. Diese Vorschrift legt der Bundesrat fest.

Warum gibt es die GOT?

Die GOT soll verhindern, dass Tierärzte bevorzugt werden, nur weil sie günstiger sind. Deshalb gibt sie einen Preisrahmen vor, nach dem sich alle richten müssen. So soll nicht vom Preis abhängig sein, welche Praxis man mit seinem Tier aufsucht, sondern von der Qualität der Behandlung. Damit soll zum Beispiel sichergestellt werden, dass die Tierärzt*innen regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen und kein Preiswettbewerb entsteht.

Wie hoch steigen die Kosten beim Tierarzt?

Zuerst die gute Nachricht: Nicht alle Behandlungen werden teurer. Einige Behandlungen werden durch die Neuerung sogar günstiger, etwa Röntgenaufnahmen.

Durchschnittlich steigen die Kosten beim Tierarztbesuch jedoch um 20 Prozent. Bei vielen Grundleistungen verdoppeln oder verdreifachen sich die Preise sogar. Kostete eine einfache Untersuchung bei einer Katze zum Beispiel vorher 8,98 Euro, müssen Tierhalter*innen nun für die gleiche Leistung mit einer Zahlung in Höhe von 23,62 Euro rechnen.

So könnt ihr euch vor hohen Kosten schützen

Die Tierärztekammer Hamburg rät Tierhalter*innen, sich die Behandlung von ihren Tierärzt*innen genau erklären zu lassen. Dazu gehört auch, dass die damit verbundenen Kosten klar sind. Trotzdem gilt: “Ihr Tier ist ein lebendiges Individuum – ein Kostenvoranschlag wie bei einem Handwerker ist nicht möglich“, heißt es auf der Website der Tierärztekammer Hamburg.

Die Bundestierärztekammer rät zudem zu einer Tierkrankenversicheurung. Beim Abschluss sei es besonders wichtig, darauf zu achten, dass eine Kostenübernahme unabhängig vom Gebührensatz erfolgt. So können sich Tierhalter*innen davor schützen, sehr hohe Summen aus der eigenen Tasche zahlen zu müssen.

Wieso wurde die GOT geändert?

In einer Studie vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurde untersucht, ob die einzelnen tierärztlichen Leistungen kostendeckend sind. Außerdem sollten sich alle neueren medizinischen Verfahren in der GOT wiederfinden. Da die GOT zuletzt 1999 verändert wurde, war das nicht der Fall. Deshalb war eine Anpassung nötig.

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Anita Stall, Jahrgang 1999, ist zwar eines der Küken in der Redaktion, hat aber mit Bauernhof sonst eher wenig am Hut. Stattdessen ist sie mit ihrem Van „Möhrchen“ immer auf der Suche nach Menschen, die ein Gesicht ihres Onlinemagazins „Faces of earth“ werden. Sie interviewte dafür eine Dragqueen, schrieb über Weltraumschrott und will Nischenthemen und Randgruppen mit ihrem Magazin eine Plattform bieten – auch auf Social Media. Offline setzt sie sich ebenfalls für Freiheit und Gerechtigkeit ein. Freedom ist nicht nur auf Anitas Handgelenk tätowiert, sie hat bereits ein Hörspiel über den Christopher Street Day geschrieben und war auf einer Demo gegen Delphinfang. Dass sie die Wasserwelt liebt, zeigt sich schon im Namen ihres Heimatortes: Meerbusch. Nach ihrem Journalistik-Studium in Hannover wohnt Anita jetzt in Hamburg-Fischbek – manchen Dingen muss man einfach treu bleiben. Kürzel: ast

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