Im Juni stehen wieder Hochschulwahlen an der HAW Hamburg an.
Fotos: HAW Hamburg, Pixabay; Montage: Kristin Müller

Vom 25. bis 27. Juni finden Hochschulwahlen an der HAW Hamburg statt. Im letzten Jahr lag die Wahlbeteiligung unter zehn Prozent. Hier erfahrt ihr, wann und wo gewählt wird – vor allem aber, worum es überhaupt geht. 

Ob bei der Einführung von neuen Studiengängen, Veränderungen an Studienordnungen oder der Verteilung von Budget. Bei Entscheidungen an Hochschulen sollen die Interessen aller berücksichtigt werden. Damit das funktioniert, gibt es verschiedene Gremien, in denen Studierende, Profesor*innen und Mitarbeitende ihre Interessen vertreten. Vom 25. bis 27. Juni finden Gremien-Wahlen an der HAW Hamburg statt.

Was wird gewählt?

An der HAW Hamburg werden der Hochschulsenat, die Fakultäts– und der Departmentsräte neu gewählt. Wie genau Hochschulgremien heißen, kann variieren. Sie bilden die verschiedenen Ebenen ab, in die sich die Hochschule gliedert und entscheiden in den jeweiligen Angelegenheiten. Der Departmentrat ist zum Beispiel für die Verteilung von Mitteln im Department verantwortlich.

In den Fakultäts- und Departmentsräten werden nur die Vertreter*innen der Studierenden neu gewählt. Der Hochschulsenat wird komplett neu besetzt: Hier wählen auch Professor*innen, akademische Mitarbeiter*innen sowie das technische und Verwaltungspersonal. Während die Studierendenvertreter*innen eine Amtszeit von einem Jahr haben, sind die Beschäftigten immer für zwei Jahre gewählt.

Studierendenparlament

Neben den drei genannten Gremien hat in der Hochschulpolitik immer noch ein weiteres studentisches Organ mitzureden: Das Studierendenparlament (StuPa). Es entscheidet in allen Angelegenheiten der Studierenden und wählt zum Beispiel auch den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Die StuPa-Wahlen fanden an der HAW Hamburg im Dezember 2023 statt.

Aufgaben der Gremien

Der Senat und die Räte haben unterschiedliche Aufgaben. Der Hochschulsenat ist an allen hochschulweiten Entscheidungen der HAW Hamburg beteiligt, wählt zum Beispiel den oder die Präsident*in, richtet Fachbereiche ein oder hebt sie auf und erarbeitet den Wirtschaftsplan mit. Wichtige Aufgaben des Fakultätsrates sind die Wahl des oder der Dekanin, die grundlegende Studienorganisation und auch die Berufung von Professor*innen. Der Departmentsrat wählt beispielsweise die Departmentsleitung und entscheidet über Studien- und Prüfungsordnungen.

Hier können die Studis der HAW Hamburg wählen

An der HAW Hamburg findet eine Urnenwahl statt. Das heißt: Die Wahlberechtigten können vom 25. bis 27. Juni vor Ort in ihrer Fakultät oder der Hochschulverwaltung ins Wahlbüro gehen. Die genauen Standorte und Öffnungszeiten sind online einsehbar. Vor Ort benötigen sie nur ihren Personalausweis, um sich als wahlberechtigte Person auszuweisen. Wahlberechtigt sind alle Studierenden und Beschäftigten der HAW Hamburg. Eine Briefwahl konnte bis zum 24. Mai beantragt werden.

Für jedes der drei Gremien haben die Studierenden eine Stimme. Je nach Zugehörigkeit zu den vier Fakultäten finden sie auf ihren Stimmzetteln eine Liste für die Wahl des jeweiligen Fakultäts- und Departmentrats.

Grafik: Kristin Müller

So wählen andere Hochschulen

Auch an der Universität Hamburg finden Wahlen statt. Hier können die Studierenden noch bis zum 08. Juli 2024 die Fachbereichs- und Fakultätsräte neu besetzen. Jedoch nicht per Urnen-, sondern nur per Briefwahl. Die Studierenden der Technischen Universität Hamburg konnten ihren Akademische Senat Anfang Juni online wählen.

Traditionell gibt es eine sehr niedrige Wahlbeteiligung

Die Gremienwahl ist eines der Instrumente, mit dem jede und jeder Studierende die Zukunft der eigenen Hochschule mitbestimmen kann. Genutzt wird diese Chance aber nur von den wenigsten. Bundesweit nehmen an Hochschulwahlen meist um die zehn Prozent der Studierenden teil. An der HAW Hamburg liegt sie laut Wahlleitung bei den Studierenden meist im einstelligen Bereich. Das sei eindeutig zu wenig, findet Carsten Stephan. Er kandidiert gemeinsam mit Lisa Hummel für den Hochschulsenat. “Bei der letzten Gremienwahl waren es nur um die vier Prozent. Da fragt man sich, wo die Legitimation der Gremien herkommt.” Schließlich sollen Gremien die gesamte Studierendenschaft vertreten. In diesem Jahr ist die Wahl laut den beiden Kandidierenden von der Liste “Wirtschaft & Public Management” besonders wichtig. Grund dafür sei, dass sich die HAW Hamburg neu strukturiert und dementsprechend einige wichtige Entscheidungen anstehen.

Ergebnisse Anfang Juli

Nach der Stimmauszählung gibt die HAW Hamburg die Wahlergebnisse auf ihrer Webseite bekannt. Damit rechnet die Wahlleitung um den 10. Juli. Die Amtszeit der neuen Studierendenvertretung startet dann offiziell am 1. Oktober und endet am 30. September 2025. Die Gremien tagen etwa vier Nachmittage pro Semester. An diesen öffentlichen Sitzungen können alle Mitglieder der Hochschule teilnehmen.

Gegensätze ziehen Kristin Müller, geboren 2001 in Ulm, regelrecht an. Sie wuchs in Baden-Württemberg auf, spricht allerdings kein Schwäbisch, trinkt gerne Guinness, mag aber eigentlich kein Bier und hat sich tierisch über den Cliffhanger aus Crescent City aufgeregt – nur um den nächsten Band nicht zu lesen. Nach ihren journalistischen Anfängen bei der Walsroder Zeitung landete sie während des Studiums im Community Management des Stadtportals “bremen.de” und bei der Social Media Agentur Himmelrenner. Für den Master wurde die selbsterklärte Bremen-Liebhaberin schließlich zur Wahl-Hamburgerin. Kein Gegensatz, wie Kristin findet.
Kürzel: mü

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