Eine Collage aus Studierenden.
25 Finken beenden ihre Newsroom-Zeit

Einige Liter Kaffee sind die Rachen FINKen hinuntergeflossen, doch damit ist jetzt Schluss. Der neunte Jahrgang Digitale Kommunikation sperrt die Newsroomtüren hinter sich zu. Was ist in der Redaktion in den letzten Monaten passiert?

Was für ein Jahr! Die fünfundzwanzig jungen, vielversprechenden Talente des FINK.HAMBURG Newsrooms stehen nun kurz vor dem Abschluss. Es wurde fleißig geschrieben, gepostet, gelacht und geweint. Vom Datenjournalismus über Plattdeutsch und Kinosterben über Drohnennvideos über das 3D-Röntgenlichtmikroskop Petra IV bis zu internationalen Themen wie den Protesten im Iran, dem Krieg im Sudan oder der aktuellen Situation in Syrien berichteten die angehenden Journalist*innen und Unternehmenskommunikator*innen tagesaktuell.

Auf Social-Media veröffentlichte der neunte DiKo-Jahrgang einige neue Formate wie das Lokalnachrichtenformat “FinkNOW”. Hohe Aufmerksamtkeit erzielte auch das Format “Unspoken”, in dem Seray Ünsal, Vivian Caledron, Hasset Tefera Alemu und Tim Hanischdörfer über unterrepräsentierte Themen, wie menschenunwürdige Zustände in der Erstaufnahmestelle Schlachthofstraße, sprachen.

Technik fordert FINKen

Ganz ohne Pannen lief es aber nicht. Zwischenzeitlich war unter der Domain fink.hamburg nur ein 404 Fehlercode zu sehen, in den Semesterferien tropfte eine Klimaanlage wochenlang durch und instabiles Internet brachte die FINKen vor allem bei Gastvorträgen ins Schwitzen. Technischen Support konnte glücklicherweise aus den eigenen Reihen gestemmt werden: Emily Rotthaler, Benjamin Possin, Chris Hill und Lovis Wiefelspütz haben tatkräftig ausgeholfen.

Neben der inoffiziellen Tätigkeit als “Technikexpert*innen” haben die FINKen in ihren Rollen als Chefs vom Dienst, Social-Media-Beauftragten, Newsticker und SEO-Dienst einiges gelernt. Entgegen gängiger Vorurteile hat der neunte DiKo Jahrgang trotz hohen Gen-Z-Anteils eher ungern Zeit in den Sozialem Medien verbracht – zumindest in offizieller Rolle.

Netzwerkausbau durch Gastvorträge

Diskutiert haben die FINKen über das Grundeinkommen, Sexarbeit, und Kühnes Opernhaus. Doch wo gestritten wird, da kommen wir weiter – zumindest darin waren sich die Studierenden einig.

Ein weiteres Highlight des Semesters dürften die vielen Gastvorträge gewesen sein. Unter anderem durften die FINKen die stellvertretende Stern-Chefredakteurin Laura-Lena Förster sowie Spiegel Journalist*innen Frauke Hunfeld, Maik Großekathöfer begrüßen. Erstmals kooperierte der FINK-Newsroom mit Bürger*innensender TIDE. Die Studierenden entwickelten eine Talkshow zum Thema “KI-und Beziehungen”, die im Februar ausgestrahlt wird.

Salsa statt Schreibtisch?

Für das nächste Semester stehen Praxisprojekte an. Für Pauline Böwing geht es unter anderem zu RTL, Miriam Mair wird Kindernachrichten für die Deutsche Presseagentur schreiben und Anny Norma Schmidt ist künftig in der Kulturredaktion des ZDF anzutreffen. Den weitesten Arbeitsweg hat nun allerdings Hendrik Heiermann. Für den gebürtigen Plochinger geht es direkt an die Cola Cabana ins ZDF-Auslandsstudio.

Wo es die Studierenden langfristig hin verschlägt, zeigt sich allerdings frühestens in einem Jahr, wenn die Projekte abgeschlossen und die Masterarbeiten geschrieben sind. Macht’s gut, Liebe FINKen!

Toni David wurde am letzten Tag des Jahres 1999 in Hannover geboren, ihre Eltern bildeten Clowns aus. Als Vegetarierin an einer Wursttheke zu arbeiten, war für Toni trotzdem kein Witz. Die Stadt „ohne Akzent“ verließ sie 2020 Richtung Hamburg für ihr Politikstudium. Würde sie einen Film produzieren, behandelte dieser die absurden Datingsituationen in einer Großstadt. Nischenthemen sind ihr wichtig: In einem Radioprojekt sprach Toni zum Beispiel über alternative Bestattungen. Nicht lachen kann sie über Mietwucher und Rassismus im Journalismus.

Kürzel: ton

Marie Hamann, Jahrgang 2003, kennt den Beginn von Kafkas „Verwandlung“ auswendig – so tief fühlt sie sich mit dem Autor verbunden. Die gebürtige Hamburgerin versinkt gerne in Büchern und ist häufig in Theatern und Museen unterwegs. Ihr Praktikum im Bucerius Kunst Forum in der Kommunikationsabteilung bezeichnet sie als eine besonders schöne Erfahrung. Nach dem Bachelor in Kommunikationsdesign in Hamburg stand fest: Ihre Fähigkeiten in Kommunikation will sie vertiefen, später kann sie sich vorstellen, Öffentlichkeitsarbeit für Kultureinrichtungen zu machen. Mit ihrer Liebe zu Kunst und Sprache sieht Marie das Schöne im Leben – ganz im Sinne Franz Kafkas, der sagte: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.“
Kürzel: mar

Nike Mosa, Jahrgang 2003, war mehr als zehn Jahre im Fechtverein, heute feuert sie lieber regelmäßig ihren Herzensverein St. Pauli im Stadion an. Dagegen spricht auch nicht, dass sie in Regensburg geboren ist, denn Nike ist in Hamburg aufgewachsen. Dort studierte sie Journalismus im Bachelor. Bei ihrem Praktikum bei der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” hat sie sich gefragt, warum auf Twitch Jugendliche Millionärinnen und Millionären ihr Taschengeld spenden und schrieb darüber einen Hintergrundartikel. Aktuell ist sie Teil des Social Media-Teams der Tagesschau. Trotz ihres Bezugs zur digitalen Welt kann Nike auf den Videoassistenten im Fußball verzichten. Dessen Entscheidungen würde sie oft gerne anfechten.
Kürzel: nim

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here