Wähler vor türkischem Generalkonsulat, in Hamburg
Wähler vor türkischem Generalkonsulat in Hamburg Foto: Mats Mumme

Hamburger mit türkischem Pass stimmen noch bis zum 9. April über die von Erdogan angestrebte Verfassungsänderung ab. FINK.HAMBURG hat mit einigen der 83.000 Wahlberechtigten vor dem türkischen Konsulat gesprochen

Vom 27. März bis zum 9. April können türkische Staatsbürger über eine umstrittene Verfassungsänderung abstimmen, die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan initiiert wurde, um seine Position zu stärken. Hamburg ist eine von dreizehn deutschen Städten, in denen rund 1,4 Millionen Deutschtürken ihre Stimme abgeben können. 83.000 Wahlberechtigte gibt es alleine in der Hansestadt.

Das Wahllokal im Generalkonsulat in Rotherbaum ist von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch: Vor dem Eingang kontrollieren zwei Mitarbeiter die Pässe, es folgen weitere Checks mit Metalldetektor. Alle Wahlurnen werden erst nach Berlin und anschließend mit einem gecharterten Flugzeug nach Ankara gebracht. Wahlbeobachter begleiten den Transport bis in die Türkei, wo das Referendum erst am 16. April stattfindet.

FINK.HAMBURG hat sich vor dem Konsulat umgeschaut und Wähler aus der Region gefragt, warum sie abstimmen und was sie sich vom Ergebnis erhoffen.

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Catalina Langer, Jahrgang 1994, hat den damaligen Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau schon einmal in die Nase gekniffen – mit drei Jahren. Nach ihrem Bachelor im Fach Europäische Studien aus Osnabrück kehrte sie wieder in ihre Heimat- und Lieblingsstadt zurück. Ihr Interesse für Politik führte sie bis in die Vereinigten Staaten, wo sie im US-Büro des „Stern“ arbeitete und im Rahmen von Hillary Clintons Wahlkampfveranstaltungen interessante Einblicke in die politische Kultur der USA bekam. Schon direkt nach dem Abitur reiste sie einmal um die Welt und bloggte von unterwegs über internationale Gärten. Catalina weiß aber auch, wie man den perfekten Milchschaum herstellt und sucht immer nach spannenden Restaurants.
Joachim Plingen, Jahrgang 1990, hat schon einmal in „Carmen“ an der Düsseldorfer Oper gesungen – im Chor. Später studierte er an der Sporthochschule Köln Sportmanagement. Nach dem Bachelor arbeitete er in Leipzig beim Radiosender Detektor.fm. In Quebec jobbte er als Kellner und als Sprachlehrer, um damit eine Motorradtour durch Vietnam zu finanzieren. Der gebürtige Bonner wohnt in St. Georg, spielt Schlagzeug und legt Platten auf. Auf eine bestimmte Musikrichtung möchte er sich dabei nicht beschränken, nur Schlager, Black Metal, Trash-Pop und Dubstep mag er nicht. Joachim spielt Fußball, zuletzt bei Blau-Weiß Leipzig, und ist Fan von Bayer Leverkusen. Manchmal steht er auch als Schauspieler für Kurzfilme vor der Kamera.
Mats Bror Mumme, Jahrgang 1992, hat einen interessanten zweiten Vornamen. Er bedeutet „Bruder“ auf Schwedisch. Geschwister hat er wirklich, seine Familie lebt bis heute in Wedel. Wenn er nicht mit dem Snowboard norwegische Berge herunterfährt, engagiert Mats sich bei einem Verein für medienpädagogische Praxis für konstruktive Mediennutzung. Er studierte Bibliotheks- und Informationsmanagement - doch dank TIDE TV verlor er sein Herz währenddessen ans bewegte Bild.
Talika Öztürk, Jahrgang 1995, hasst nichts mehr als Käse, außer Rassismus - und der ist ja auch Käse. Snapchat steht bei der Berlinerin irgendwo kurz vor gutem Essen und Trinken. Sie liebt (viele!) Sneaker, gute Laune und Lakritz. Den Bachelor in Publizistik und Politik im Gepäck, sammelte Talika berufliche Erfahrung in einer Werbeagentur und im Theater. Ansonsten setzt die Älteste von drei Schwestern ihre journalistischen Schwerpunkte in den Bereichen Kultur und Politik. Die ersten vier Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Istanbul, aber ihr Türkisch ist etwas eingerostet.

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