Fahrradstraßen gibt es in Hamburg nicht genügend - die Breite der Radwege wurde im ADFC-Fahrradklimaest kritisiert. Foto: Uli Deck/DPA

Hamburgs Radfahrer haben der Stadt im ADFC-Fahrradklimatest ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Und das, obwohl der rot-grüne Senat Hamburg schon seit 2015 zur Fahrradstadt machen will.

Hamburgs Radfahrer sind unzufrieden mit den Bedingungen auf den Straßen. Beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) bekam die Hansestadt auf einer Skala von 1 bis 6 nur die Note 4,2. Im Ranking der 39 deutschen Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern landete Hamburg damit lediglich auf Platz 31, wie ADFC-Vorstandsmitglied Dirk Lau am Freitag in Hamburg mitteilte.

Bereits 2014 hatte Hamburg nur den 35. Platz belegen können. Die kleine Verbesserung sei vor allem dem Fahrradleihsystem StadtRAD zu verdanken, dass mit einer 1,8 benotet wurde. Für mangelhafte Falschparkerkontrollen auf Radwegen, die Wegführung an Baustellen und für zu schmale Fahrradwege vergaben die Befragten allerdings die Note mangelhaft. 62 Prozent der 2344 Befragten finden: In Hamburg macht Radfahren keinen Spaß.

Dabei versucht der rot-grüne Senat seit 2015, Hamburg zur Fahrradstadt zu entwickeln und den Anteil der Fahrradfahrer am Gesamtverkehr auf 25 Prozent zu erhöhen. Ein begrüßenswerter Ansatz, an dessen Umsetzung es noch hapert, kritisierte ADFC-Verkehrsexpertin Stefanie Miczka: „Der Politik fehlt der Mut, tatsächlich den Straßenraum auch einmal neu aufzuteilen (…) und gegebenenfalls dem Autoverkehr auch einmal eine Fahrspur wegzunehmen“. Auch Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Bürgerschaftsfraktion räumt ein: „Vor uns liegt noch viel Arbeit“.

Der Fahrradklima-Test ist nach Angaben des ADFC die weltweit größte Befragung zum Radfahrklima. Per Online-Fragebogen haben Radfahrer im vergangenen Herbst zum siebten Mal die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt anhand verschiedener Faktoren bewerten: Macht Radfahren in meiner Stadt Spaß? Werden Radwege im Winter geräumt? Fühle ich mich beim Radfahren sicher?

Die Studie wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gefördert.

mav/dpa