Amazon-Roboter Kiva
Der Transportroboter Kiva soll die Wege der Mitarbeiter verkürzen. Foto: Amazon

Südöstlich von Hamburg baut Amazon gerade sein deutschlandweit erstes Logistikzentrum, das auf eine neue Robotertechnik setzt. Die Technologie soll Laufwege reduzieren und die Arbeit angenehmer machen.

Ende 2017 soll das neue Lager in Winsen fertiggestellt sein, in dem künftig Roboter die Waren zu den Mitarbeitern bringen. Die Technik, die bislang nur in Amazon-Standorten in den USA, in Großbritannien und in Polen zum Einsatz kommt, bewegt Regale mittels künstlicher Intelligenz. Ein Zusammenstoß mit anderen Robotern, Gegenständen oder Menschen soll durch Sensortechnik ausgeschlossen werden.

Die geringeren Laufwege sollen nicht nur die Logistik effizienter machen, sondern auch den Arbeitsalltag der Mitarbeiter verbessern: Die körperliche Belastung könne durch die Technologie deutlich reduziert werden, wodurch weniger Ermüdungserscheinungen bei den Mitarbeitern auftreten würden, so Logistikchef Mike Roth gegenüber der FAZ.

Jobs für Menschen oder Maschinen

„Durch die neuen Roboter stellen wir nicht einen Mitarbeiter weniger ein“, sagt Roth. Die Technologie solle sogar zusätzliche Aufgaben in der Informationstechnologie und der Wartung entstehen lassen. Dass die Roboter mittel- und langfristig jedoch Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor ersetzen werden, scheint dennoch sehr wahrscheinlich.

Über den Online-Händler Amazon ist in der Vergangenheit immer wieder wegen schlechter Arbeitsbedingungen in den deutschen Versandzentren berichtet worden. Die Gewerkschaft ver.di fordert das Unternehmen seit 2013 dazu auf, sich tariflich am Einzel- und Versandhandel zu orientieren. Amazon-Mitarbeiter werden aber weiterhin gemäß des schlechteren Tarifvertrages der Logistikbranche vergütet. Ein Lagerarbeiter verdient beim Eintritt in das Unternehmen 10,30 Euro pro Stunde.

oli

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Oliver Koop, Jahrgang 1989, beschäftigt sich am liebsten mit dem, was für andere ein Graus ist: Daten. Was sie bedeuten, wie man sie nutzt oder visualisiert, findet er spannend. Er ist ausgebildeter Medienkaufmann und lernte im Studium des Bibliotheks- und Informationsmanagements, wie man mit Nullen und Einsen umgeht. Auch privat schlägt er sich gerne durch digitale Welten, zum Beispiel mit Schwert und Schild in Rollenspielen. „World of Warcraft“ spielt er schon seit 2005 – sein Lieblingscharakter ist ein Nachtelfen-Schurke auf Level 110.