Anstieg der Drogentoten
Mehr Drogentote in Hamburg. Foto: David Ebener/DPA

Zum vierten Mal in Folge steigt die Zahl der Drogentoten in Deutschland. Hamburg ist trauriger Spitzenreiter. In keiner anderen deutschen Millionenstadt gab es eine ähnlich große Zunahme.

Die Zahl der Drogentoten in Hamburg ist im vergangenen Jahr um ein Viertel gestiegen. 75 Menschen starben am Konsum von Rauschgift, wie Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler mitteilte. Das geht aus dem Jahresbericht 2016 zur Rauschgiftkriminalität hervor, den Mortler und der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, am Montag in Berlin vorstellten.

2015 waren in Hamburg 59 Drogentote gezählt worden. Keine andere deutsche Millionenstadt verzeichnete eine ähnlich große Zunahme. Allerdings hat Berlin mit 167 (plus neun Prozent) die absolut meisten Rauschgiftopfer. In München blieb die Zahl mit 62 Toten konstant, in Köln sank sie von 42 auf 41.

Bundesweit endet der Konsum illegaler Drogen für immer mehr Menschen in Deutschland tödlich. Haupttodesursache sei die Überdosierung von Opiaten gewesen, hieß es. Im vergangenen Jahr starben bundesweit 1333 Menschen, weil sie illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Crack konsumierten. Die Zahl der registrierten Drogendelikte wie etwa Handel und Beschaffungskriminalität stieg um sieben Prozent auf 302.592 Fälle.

Die wichtigsten Punkte des Drogenberichts im Video zusammengefasst

Gründe für den Anstieg

Experten sehen die Gründe für den Anstieg der Totenzahlen auch in einer besseren Stoffqualität und sinkenden Preisen. So sei der Reinheitsgehalt von Kokain in den vergangenen sieben Jahren von 40 auf 70 Prozent gestiegen, sagte Mortler. Die Potenz des weißen Pulvers werde von vielen Konsumenten unterschätzt.

Mortler und Münch setzen auf Prävention und Frühintervention. „Wir brauchen noch umfassendere Hilfen für Abhängige und deren Angehörige“, forderte die Drogenbeauftragte. Jeder, der erstmalig mit einer verbotenen Substanz aufgegriffen werde, müsse umgehend Beratung erhalten.

Der Grünen-Suchtexperte Harald Terpe sagte angesichts der Zunahme, die Drogenpolitik der Bundesregierung sei gescheitert. „Trotz Kriminalisierung gibt es eine anhaltend hohe Verfügbarkeit von Drogen“, sagte Terpe. Nötig seien etwa Drogenkonsumräume oder saubere Spritzen für Konsumenten.

Der Jahresbericht zur Rauschgiftkriminalität untersucht den Konsum verbotener Substanzen. Alkohol und Tabak wurde daher nicht betrachtet.

ilu/dpa

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Ines Timm, Jahrgang 1989, hat schon einmal mitten in einem Gewitter einen Mastbruch überstanden. Die begeisterte Seglerin stammt aus einer Seefahrerfamilie, sie liebt das Meer, würde aber nie eine Kreuzfahrt machen. Geboren ist sie in Brunsbüttel, nach dem Abitur absolvierte sie in Flensburg eine Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau. Danach studierte sie an der FH Flensburg BWL mit Schwerpunkt Marketing. Nach dem Bachelor arbeitete sie in unterschiedlichen Werbeagenturen, unter anderem bei Scholz & Friends, und betreute Kampagnen für namhafte Kunden wie Siemens oder das Bundesverkehrsministerium. Als ehrenamtliches Mitglied unterstützt sie mit ihrer Expertise in Öffentlichkeitsarbeit und Marketing den Kulturlotse Hamburg e.V.