Zeitgenössische Kunst kann man auf der Affordable Art Fair kaufen. Foto: Dennis Williamson

Eindrucksvolle Kunst, ein besonderes Kurzfilmfestival und Katzenmusik im Docks: Hier kommen acht Kulturtipps, mit denen aus dem grauen November garantiert ein bunter Monat wird.

1. Ausstellung: Anita Rée in der Kunsthalle

Intime Frauenakte, Herrenportraits und Stillleben: Rund 200 Werke der Malerin Anita Rée werden aktuell in der Kunsthalle ausgestellt. Dass die eindringlichen Bilder der Hamburgerin mit südamerikanischen und jüdischen Wurzeln dort aktuell gezeigt werden können, ist übrigens dem ehemaligen Hausmeister Wilhelm Werner zu verdanken. Er versteckte die Arbeiten von Anita Rée in seiner Wohnung, als diese 1937 als „entartete Kunst“ durch Nationalsozialisten aus der Kunsthalle entfernt werden sollten.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4.2.2018 in der Kunsthalle zu sehen.

Selbstbildnis von Anita Rée (1885–1933 1930) © Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Elke Walford

2. Alice Neel in der Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen

Auch in der Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen wird zur Zeit eine Malerin aus dem letzten Jahrhundert gezeigt: Alice Neel. Die Amerikanerin hat viele Künstler aus New Yorks Pop-Art-Szene gemalt, darunter sogar Andy Warhol. Durch ihre malerischen Portraits nähert sie sich aber nicht nur berühmten Menschen, sondern auch Familienmitgliedern, Freunden – sowie Armen und Außenseitern der Gesellschaft.

Noch bis zum 14.1.2018 werden Neels Werke in den Deichtorhallen gezeigt.

3. Konzert: Musketeer im Mobile Blues Club

Der australische Folk-Sänger Musketeer reist von Stadt zu Stadt und tritt in Bars, Clubs, Wohnzimmern und auf Straßen auf. Er lebte schon in Europa, Australien und Neuseeland. Seit einem Jahr nennt er Hamburg sein Zuhause. Genügend Geschichten hat er also, um wunderbare Songs zu schreiben. Im November wird er einige davon im Mobile Blues Club mit seiner Band spielen.

Das Konzert auf Spendenbasis findet am 11.11. im Mobile Blues Club am Schulterblatt statt.

Musketeer und Band. Foto: Malte Dibbern

4. Kurzfilmfestival: Klappe auf!

Vom 10. bis 12.11.2017 werden im Metropolis Kino 35 Kurzfilme zum Thema „Gelegenheiten“ gezeigt. Die Filme wurden von Menschen mit und ohne Behinderung ausgewählt und behandeln Themen wie den Umgang mit Schicksalsschlägen und das Verhalten in Extremsituationen. Schirmherr des Festivals ist der Regisseur Fatih Akin.

Spielort des Kurzfilmfestivals vom 10. bis zum 12. November ist das Metropolis Kino.

5. Messe: Affordable Art Fair

„Einmal bitte die Mona Lisa im Original für mein Wohnzimmer!“ Okay, da Vincis Meisterwerke werden im Rahmen der Affordable Art Fair zwar nicht verkauft, dafür aber erschwingliche Werke für Privatpersonen. Die Preisspanne liegt zwischen 100,- bis 7500,- Euro. Dabei stellen 80 Galerien aus Hamburg und internationalen Städten aus.

Die Affordable Art Fair ist vom 16. bis 19. November in der Halle A3 der Messe Hamburg geöffnet.

Zeitgenössische Kunst kann man auf der Affordable Art Fair kaufen. Foto: Dennis Williamson

6. Elektro-Festival: Horst Blau geht spielen im Fundbureau

Der Sommer ist zwar vorbei – aber noch lange nicht alle Festivals. An einem kompletten Wochenende lädt die Elektro-Crew Horst Blau zum Spielen ins Fundbureau ein. Dabei gibt es nicht nur Tanzbares wie Drum ‘n‘ Bass, Dubstep, Techno und Trap auf die Ohren. Es finden auch Lesungen, Konzerte und Performances statt. Und wen das Feiern auf zwei Floors müde gemacht hat, der kann beim elektronischen Frühklub wegdämmern oder einfach beim Spielenachmittag am Samstag neue Kraft tanken.

Das Mini-Festival findet vom 17.-19.11. im Fundbureau statt.

7. DJ-Showcase: Katermukke im Docks

Katzen hinterlassen immer mehr Spuren in der Popkultur: Das erfolgreiche Berliner House- und Techno-Label Katermukke bereichert seit sechs Jahren die Welt der elektronischen Musik – und in diesem Monat das Docks in Hamburg. Die Geschichte des Katzenkollektivs um Dirty Doering und Sascha Cawa ist dabei genauso animalisch wie einige seiner Partys. Die ersten Auftritte spielten Katermukke in den Berliner Clubs Kater Holzig und Kater Blau. In Hamburg drehen neben den Label-Gründern auch Marcus Meinhardt, Magit Cacoon, Mimi Love und einige andere an den Plattentellern. Klingt nach Katzenmusik der guten Art. Miau!

Die DJs von Katermukke spielen am 25.11. ab 24 Uhr im Docks.

8. Podiumsdiskussion: „Kunst für alle! Zwischen Mission und Kommerz den richtigen Weg finden“

Vom 23. bis 26 November findet in verschiedenen Hamburger Unternehmen die fünfte Ausgabe der „add art – Hamburgs Wirtschaft öffnet Türen für Kunst“ statt. Führungen für die Öffentlichkeit werden in dieser Zeit angeboten, um die Kunst in Unternehmen und Institutionen zugänglich zu machen. Ein Höhepunkt der viertägigen Veranstaltung ist die Diskussion über die Kommerzialisierung von Kunst in der Handelskammer. Einer der Diskussionsteilnehmer ist übrigens Oliver Lähndorf, Direktor der Kunstmesse Affordable Art Fair.

Diskutiert wird am 25.11. um 19 Uhr in der Handelskammer.

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Harriet Dohmeyer, Jahrgang 1995, kommt vom Land, hat sechs Jahre lang auf einer Nordseeinsel gelebt, ist aber Hamburgerin aus Überzeugung. Sie bloggt mit Leidenschaft über Menschen mit einer Leidenschaft: Cafébesitzer, junge Designtalente oder Künstler. Auf ihren Entdeckungstouren und auf Reisen lässt sie sich von der urbanen Subkultur inspirieren. Ihre Fotoaufnahmen teilt sie auch auf Instagram, um wiederum anderen die Augen für schöne Dinge zu öffnen. Bei Gruner & Jahr hat sie in der Marketingabteilung gearbeitet. Kann nicht ohne: Fotoapparat. Kann nicht mit: Kopfkissen schlafen.
Martin Tege, Jahrgang 1990, ist leidenschaftlicher Musiker. Während seines Studiums der Kulturwissenschaften an der Uni Lüneburg entdeckte er seine Begeisterung für den Journalismus. Nach diversen Praktika wurde der gebürtige Mecklenburger freier Journalist beim Magazin „Rolling Stone“, für das er neben News auch Konzert- und Plattenrezensionen schreibt. Wenn er nicht gerade als Gitarrist mit seiner Bigband auf Tour ist, interessiert er sich aber auch für Geschichten aus Wissenschaft, Politik und Technik – und für soziale Themen. Fußball dagegen ist ihm „mehr als egal“.