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Die Trinkwasserversorgung ist für die meisten Hamburger selbstverständlich. Doch das war nicht immer so. Am Anfang der modernen Trinkwasserversorgung stand eine Katastrophe. 

Das Unternehmen Hamburg Wasser feiert sein 175-jähriges Jubiläum. Anstoß für das Wasserversorgungsnetz war eine Brandkatastrophe. Der Brand dauerte vier Tage und hatte im Jahr 1842 große Teile der Altstadt zerstört. Auch die damals eher rudimentäre Wasserversorgung war stark betroffen. Der Großteil der Wasserleitungen – teils aus Holz – war den Flammen zum Opfer gefallen. Zudem war das Trinkwasser damals recht belastet, da es keine strikte Trennung vom Abwasser gab. Nach dem großen Brand fand man auch hier eine Lösung.

Der britische Ingenieur William Lindley entwickelte ein Konzept, das er der Stadt vorlegte. Die Grundsteinlegung für das erste Siel in den Großen Bleichen erfolgte vor 175 Jahren im November 1842. Ab 1843 wurde es genutzt, um Abwasser zu entsorgen. Drei Jahre nach dem Brand gab es ein erstes Teilnetz, das 108 Siele umfasste. Die Fortsetzung geriet dann allerdings ins Stocken: Der deutsch-französische Krieg 1870/71 brachte die Planungen durcheinander.

Große Herausforderung: sauberes Trinkwasser

Das zunehmende Wachstum der Stadt erforderte deutlich größere Wassermengen. Verunreinigtes Trinkwasser war wieder ein Problem. Nicht zuletzt die Ausbreitung der Cholera im Jahr 1892 wurde diesen Umständen zugeschrieben.

Vor diesem Hintergrund wurde der schon länger geplante Bau einer Filteranlage auf der Elbinsel Kaltehofe beschleunigt. Hier konnte das Wasser aus der Elbe gefiltert werden, der Wunsch nach Grundwasser war groß. Vom Jahr 1905 an gab es das erste Grundwasserwerk in Billbrook, 23 Jahre später folgte ein zweites in Curslack.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die starken Bombenschäden am Wassernetz bis 1952 behoben werden. Im Jahr 1964 wurde die Verwendung von Elbwasser als Trinkwasser endgültig eingestellt. Seitdem trinkt die Stadt nur noch Grundwasser.

Und heute? Mittlerweile beträgt die Länge der Hamburger Kanalisation rund 5800 Kilometer,berichtet Ole Braukmann, Sprecher von Hamburg Wasser. Das Leitungsnetz des Trinkwassers liegt demnach mit einer Länge von 5323 Kilometern ein wenig darunter.

lme/dpa

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Lisa-Marie Eichhorn, Jahrgang 1989, schläft besonders gut ein, wenn auf dem Bildschirm „Ultimate Fighting“ läuft. Sie kommt aus der Nähe von Stuttgart und interessiert sich für eine Vielzahl von Themen, von Deutschrap bis Stadtpolitik. Studiert hat sie an der Universität Hamburg, und zwar Deutsche Sprache und Literatur mit dem Schwerpunkt Medien und Theater. Sie hat schon für Medien von „Bild“ bis „Tagesschau“ gearbeitet. Damit finanziert sie das, was sie am liebsten ständig macht: ausgedehnte Reisen.