FairTrade_Wettbewerb
Das Team der HAW nimmt den Preis entgegen. Foto: 3. Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb / Alexander Hagmann

Eine Studentengruppe der HAW möchte, dass wir mehr Zucker essen – zumindest, wenn er aus Kokosblüten stammt. Mit ihrem Marketingkonzept haben sie beim Hochschulwettbewerb „Hamburg! Handelt! Fair!“ den zweiten Platz belegt.

Zucker hat einen schlechten Ruf: Er soll dick und unglücklich machen. Doch es gibt auch Zucker, der sogar beim Abnehmen helfen soll. Das Hamburger Startup Nusweet stellt ein Produkt aus Kokosblüten her, das im Gegenteil zu herkömmlichem Zucker einen niedrigen glykämischen Index hat. Das lässt den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen.

Drei Studierende der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), Michael Böhm, Florian Graf und Pascal Topalis, haben im Rahmen des Hochschulwettbewerbs „Hamburg! Handelt! Fair!“ einen Marketingplan ausgearbeitet, wie sie die Produkte der noch relativ unbekannten Marke in die Supermärkte bringen wollen. Seit Oktober arbeiteten sie an ihrem Konzept. Die Idee: „Um die einzelnen Edeka-Filialen anzusprechen, wollen wir Goodie Bags mit Nusweet-Produkten verteilen“, sagt Graf. Mit diesem Frühstückspaket für Filialleiter und Mitarbeiter wollen sie auf spielerische Weise die Marke bekannt machen.

Umsatzzahlen zeigen: fair gehandelte Waren werden immer beliebter

Neben einem Zuckergranulat stellt Nusweet auch eine Nusscreme und zwei Kakaopulver her. Das Besondere an den Produkten sei, dass der enthaltene Kokosblütenzucker einen niedrigen glykämischen Index habe. Das lässt den Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr nur langsam ansteigen und wirkt so Heißhungerattacken entgegen. „Deshalb lautet unser Verkaufs-Slogan ‚Das gesunde Frühstück, das glyklich macht’”, sagt Graf. Außerdem werde bei der Produktion auf Palmöl verzichtet. Das mache die Schoko-Nuss-Creme zwar etwas flüssiger, dafür schmecke sie aber sehr natürlich, sagen die Studenten.

Beim Hochschulwettbewerb „Hamburg! Handelt! Fair!“ ist das Team gegen fünf andere Hochschulteams angetreten und hat seine Idee einer zehn-köpfigen Fachjury vorgestellt. Im Finale belegten sie den zweiten Platz hinter der EBC Hochschule.

Frau Prof. Jochims mit ihren Studierenden, daneben Vizepräsidentin der Hamburger Bürgerschaft, Barbara Duden, Wolfgang Grätz (Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg), Christine Priessner (Fair Trade Stadt Hamburg), Katharina Keienburg (Innovations Kontakt Stelle Hamburg). Foto: 3. Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb / Alexander Hagmann

Faire Produkte liegen im Trend

Laut der Fairtrade-Stadt Hamburg, die mit der Innovations-Kontaktstelle den Hochschulwettbewerb ausrichtet, gibt es eine große Nachfrage nach fair gehandelten Produkten. Umsatzzahlen würden zeigen, dass fair gehandelte Waren immer beliebter werden. Das sei eine Chance für Unternehmen, sagt ein Pressesprecher der Projektstelle gegenüber FINK.HAMBRUG. Durch mehr faire Produkte in den Regalen können sie vor allem bei verantwortungsbewussten Kunden punkten. Dennoch bleibe der Einsatz vieler Unternehmen für Fair Trade in der Öffentlichkeit häufig unerkannt. Der Wettbewerb soll den fairen Handel in den Mittelpunkt rücken und einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen.

Die Initiatoren des Hochschulwettbewerbs „Hamburg! Handelt! Fair! – Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam für den Fairen Handel“ sind die Fair Trade Stadt Hamburg“und die Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg.
Der Auftakt des diesjährigen Wettbewerbs fand im Oktober 2017 statt. Sechs Hochschulen und ausgewählte Unternehmen aus dem Bereich Großhandel/B2B treten im Wettbewerb an, um Konzepte für die Stärkung des fairen Handels in Hamburg zu entwickeln. Teilnehmende Unternehmen: J.J. Darboven, Goldbek Verlag Nusweet, recolution und Süd-Nord Kontor. Teilnehmende Hochschulen: AMD Akademie Mode & Design, BiTS Hochschule, Brand Academy, EBC Hochschule, HAW Hamburg und Hochschule Fresenius. Quelle: Nachhaltige Uni Hamburg.