Viele denken bei Künstlicher Intelligenz (KI) zuerst an Sci-Fi Filme wie Blade Runner, Ex Machina oder iRobot. Doch was ist KI eigentlich? Zuletzt wurde am 15. Mai auf dem Hamburger Mediendialog über Chancen und Gefahren diskutiert.

Die KI ist ein Teilgebiet der Informatik. In der KI-Forschung wird versucht, die menschliche Wahrnehmung und das menschliche Handeln durch Maschinen nachzuahmen. Kurz: Maschinen sollen menschliche Intelligenz simulieren.

Vielseitig eingesetzt

Bereits 1956 betitelte ein US-Wissenschaftler einen Projektantrag auf einer Konferenz als KI. Wissenschaftler diskutierten dort erstmals über Computer, die über die normale Rechenleistung hinausgingen. Zum Beispiel beim Analysieren von Texten, der Übersetzung von Sprachen oder dem Spielen von Computerspielen.

Auf vielen Gebieten wird die KI bereits eingesetzt: In der Medizin führen Roboter Operationen im tausendsten Millimeterbereich durch. In 90er Jahre Kinderzimmern gab es das „Tamagotchi“ und für mehr Geld gibt es heute den Roboterhund „Aibo“. Dieser kann Musik abspielen, wenn man ihm eine CD vor die Schnauze hält, Videos aufnehmen und die Zuneigung seines Besitzers erwidern. Alles mit den Bewegungsabläufen eines echten Hundes. Aktuell stehen besonders intelligente Benutzeroberflächen in der Diskussion: „Alexa“, „Siri“ und „Amazon Echo“. Dazu kommen autonom fahrende Autos oder Roboter als Pflegehelfer.

Tischreservierung? No problem!

Für weltweites Aufsehen sorgte Anfang Mai Google: Auf einer Konferenz führte Google-Chef Sundar Pichai einen Anruf vor, der beim Publikum für Begeisterung sorgte. Eine Frauenstimme reservierte einen Tisch in einem Restaurant. Das Kuriose: Die Kellnerin am anderen Ende der Leitung bemerkte nicht, dass es sich um eine von Google assistierte Stimme handelte – mit menschlichen Zügen. In den sozialen Medien sorgte diese Meldung für Kontroversen: Die einen jubelten, die anderen nahmen diesen Fall schockiert zur Kenntnis. Die Tech-Soziologin Zeynep Tufekci ist über den Fall empört:

Die Gefahren von KI

Die Debatte über die Erkennung von Bots hat in den letzten Jahren nochmal mehr an Brisanz gewonnen: Betrüger könnten die Methode nutzen, um automatisiert zu betrügen. Kritiker und Forscher fordern daher immer wieder, die KI zu regulieren und so erkennbar zu machen, damit diese nicht mit Menschen verwechselt werden kann.

Vor diesen Gefahren warnte auch Zeynep Tufekci auf dem Hamburger-Mediendialog 2018 am Beispiel von selbstlernenden Algorithmen in der Werbeindustrie: Weltweit kämen mehr als eine Milliarde Menschen mit algorithmen-basierten Werbeinhalten in Kontakt, welche die Nutzenden personalisiert ansprechen und ihnen so eine höhere Nützlichkeit der beworbenen Produkte vortäuschen können. Auch Informationen ließen sich durch KI leichter fälschen. Selbst in Videos, die als noch recht fälschungssicher galten, könnten inzwischen problemlos beliebige Gesichter eingefügt werden.

Zeynep Tufekci im Hamburger Rathaus.
Zeynep Tufekci im Hamburger Rathaus. Foto: Saskia Beuchel

Insbesondere im Bereich Video stand KI in der Debatte: Auf der beliebten Video-Plattform „Youtube“ wurden im US-Wahlkampf 2016 Nutzern, die nach Hillary Clinton-Videos suchten, mehr Videos von Donald Trump angezeigt. Sobald man auf diese Videos klickte, wurden mehr Videos mit Neonazis und Holocaust-Leugnern angeboten. Der Grund: Radikalere Videos binden mehr Aufmerksamkeit der Nutzer, deshalb hatte der Youtube-Algorithmus die Videos in dieser Reihe angeboten.

Auch wenn die KI unser Leben erleichtern kann, sollte man sich die Frage stellen, wie es in Zukunft weitergeht. Was passiert, wenn Roboter vollständig die Menschen auf den Positionen in Wirtschaft, Medizin oder in dientleistungsorientierten Bereichen ersetzen? Noch mehr Arbeitslosigkeit und mehr soziale Unzufriedenheit könnten die Folgen sein. Damit das nicht geschieht, müssen wir diese Entwicklungen voraussehen und Lösungen entwickeln.

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Christopher Bahl, Jahrgang 1992, hatte in seinem Praxissemester für den lokalen Fernsehsender „Hamburg1“ viele Promis und Politiker vor der Kamera. Olaf Scholz traf er wöchentlich, aber auch Jorge González, bekannt aus „Germany‘s Next Topmodel“, und Fußball-Legende Uwe Seeler. Der studierte Bibliotheks- und Informationsmanager entdeckte dabei die Arbeit mit der Kamera für sich. Als Komparse ist er außerdem öfter Teil von Kinofilmproduktionen – zuletzt als Junggeselle bei „Gipsy Queen“. Beim Fernsehjournalismus will der gebürtige Hamburger gerne bleiben und irgendwann mal alle Hauptstädte Europas bereist haben. Kürzel: cb
Eric Recke, Jahrgang 1987, nimmt jeden Morgen drei Gramm Vitamin C und ist überzeugt, dass er deshalb 120 Jahre alt werden wird. Als Sohn zweier DDR-Schwimmstars sah es zunächst so aus, als stehe auch ihm eine Karriere als Leistungssportler bevor, später wollte er sogar einmal Polizist werden. Am Ende studierte Eriс dann aber Sozialpädagogik. Es gibt an der HAW Hamburg kaum ein studentisches Gremium, dem er noch nicht angehört hat. Die Studierendenzeitung „IMPULS“ hat er mitgegründet und ein Buch über die Geschichte der Olympischen Spiele geschrieben. Trotz seines anstrengenden Lebenswandels verzichtet Eric morgens auf Kaffee: das dauert ihm einfach zu lange. Kürzel: er