In Hamburg hat die Freibadsaison begonnen. Zeit für viele jetzt schwimmen zu lernen.
Die Nachfrage nach Schwimmkursen ist hoch. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Alster, Elbe und der Stadtparksee: Die Hamburger lieben ihre Gewässer. Doch diese bergen auch Gefahren. In der Hansestadt ertrinken immer wieder Menschen – nicht jeder kann schwimmen. Doch das muss nicht sein.

Es ist Ende Mai, die Temperaturen knacken bereits die 30-Grad-Marke und die Hamburger Freibadsaison hat begonnen. Also ab ins kühle Nass und ein paar Bahnen ziehen? Nicht jeder kann das. Und manchen kostet es sogar das Leben: 2016 sind laut einer Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in der Hansestadt 22 Menschen ertrunken, 2017 waren es fünf. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern sind diese Zahlen niedrig. In Niedersachsen etwa ertranken 58 Menschen, in Bayern waren es 91. Insgesamt gab es 2017 deutschlandweit 404 Ertrinkungsopfer.

Doch auch Hamburg hat etliche gefährliche Stellen: die Elbe etwa oder die Alster. Am häufigsten ertrinken laut DLRG Menschen in Flüssen, Seen und Teichen. Bewachte Orte wie Bäder und Küsten gelten als weniger riskant. Allerdings braucht es für jegliche Badestelle sichere Schwimmkünste, die nicht jeder beherrscht. Mehr als die Hälfte der zehnjährigen Kinder in Deutschland sind Nichtschwimmer. Viele andere haben höchstens das Seepferdchen und gelten in der Umfrage der DLRG damit als unsichere Schwimmer.

Mit Poolnudel und Tauchring schwimmen lernen

Auch bei den Erwachsenen gibt es Lernbedarf: Mehr als zehn Prozent können nicht oder nur sehr schlecht schwimmen. Doch woran liegt das? Manchmal fehlt schlichtweg die Möglichkeit zum Üben, sagt Schwimmlehrerin Undine Herold. „Besonders in ländlichen Regionen, in denen es keine Schwimmbäder und Badeseen gibt.“ Auch Übergewicht und finanzielle Engpässe sind ihr zufolge oft Gründe dafür, dass mancher ein Leben lang Nichtschwimmer bleibt.

Vier Anlaufstellen, um in Hamburg schwimmen zu lernen:

Seit Oktober 2017 leitet Herold ihre eigene Schwimmschule in Hamburg und bietet dort auch Unterricht für Erwachsene an. Die Nachfrage nach Kursen von Personen über 18 Jahren sei hoch, sagt sie. „Die Teilnehmer wollen aus unterschiedlichen Gründen doch noch schwimmen lernen.“ Wer Rücken- oder Gelenkprobleme hat, will dagegen vorgehen. Andere befürchten, sich als Nichtschwimmer zu blamieren. Wieder andere wollen schwimmen lernen, wenn sie Eltern werden oder ihre Kinder einen Kurs belegen. Auch der Wunsch, endlich die Angst vor dem Wasser zu besiegen, spiele oft eine Rolle, so Herold.

„Manche Schwimmschulen bieten Kurse mit zum Beispiel zehn Einheiten an. Andere Kurse sind fortlaufend, so dass jeder Teilnehmer die Dauer selbst bestimmen kann“, erklärt sie.  Schwimmkurse für Erwachsene laufen übrigens nicht anders ab als Schwimmkurse für Kinder. Poolnudeln, Schwimmbretter und Tauchringe helfen auch im Alter, die Angst vor dem Wasser zu nehmen.

Lernt schwimmen!

Schwimmen lernen geht in jedem Alter. Vielleicht bietet der Beginn der Freibadsaison für einige Nichtschwimmer den nötigen Ansporn, die ersten Züge – unter Aufsicht – zu wagen. Im vergangenen Jahr brachte die DLRG 219.259 Männern, Frauen und Kindern das Schwimmen bei.

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Als Fitnesstrainerin spornt Thoya Maria Urbach, Jahrgang 1994, mehrmals in der Woche bis zu 30 Leute zu Höchstleistungen an. Studiert hat sie Kulturwissenschaften in Lüneburg und Barcelona und dabei das Schreiben für sich entdeckt. Bei der „Brigitte“ hospitierte sie in der Onlineredaktion. Während eines Praktikums in der Unternehmenskommunikation bei Deutschlands größter Containerreederei faszinierte sie die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt. Die Hamburgerin schippert in ihrer Freizeit gerne mit der Fähre über die Elbe, ist aber auch in anderen Städten unterwegs – etwa in St. Petersburg. Denn etwas Russisch kann sie auch. Kürzel: tmu
Paula Loske-Burkhardt, Jahrgang 1995, dippt gerne italienische Pizza in Apfelmus. Bislang war PR ihr Spezialgebiet: Ihren Bachelor in Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation machte sie an der FH Kiel. Während des Studiums hat sie bei einer Fluggesellschaft und in der Pressestelle der Hochschule gearbeitet. Der höchste Berg, den sie je bestiegen hat, ist über 4000 Meter hoch und steht auf Borneo, jedes Jahr wandert und klettert sie in den Alpen. Sie hat ein Jahr in Brasilien gelebt und reist auch sonst gern durch Lateinamerika. Unterwegs übernachtet sie auf den Couches von Fremden. In Griechenland hat sie drei Tage bei einer 90-Jährigen und deren Sohn gewohnt, obwohl sie sich mit beiden rein gar nicht verständigen konnte. Immerhin musste sie so nicht am Strand schlafen. pal