Die Verbaucherzentrale Hamburg röntgte Verpackungen, um zu sehen, wie voll diese sind. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Die Verbaucherzentrale Hamburg röntgte Verpackungen, um zu sehen, wie voll diese sind. Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

Doppelte Böden und immer weniger Inhalt: Die Verbraucherzentrale untersucht regelmäßig Produkte aus dem Supermarkt und deckt auf, wie Kunden getäuscht werden. Verbraucherinnen und Verbraucher wählten nun die „Mogelpackung des Jahres“.

Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hat die „Mogelpackung des Jahres“ gekürt: Der  Schmähpreis geht 2018 an das Produkt „Chipsletten“ des Herstellers Lorenz, der zur Bahlsen GmbH gehört. Der Preis wird zum fünften Mal verliehen. Insgesamt hatten 39.633 Verbraucher abgestimmt, 23.279 von ihnen für die „Chipsletten“. Die Chips sind der VZHH zufolge doppelt und dreifach eingepackt, die Packung nicht ganz gefüllt. Auf die Frage warum die „Chipsletten“-Packung kleiner wurde, äußerte sich Hersteller Lorenz gegenüber FINK.HAMBURG: „Trotzdem ist aber weniger drin als zuvor? Stimmt! Das Servier-Tray braucht Platz in der Dose. Wir glauben, dass viele Chipsletten-Freunde das Servier-Tray mögen.“ Zudem bestimme den Verkaufspreis ohnehin nur der Handel, so eine Sprecherin von Lorenz.

Auf den Plätzen zwei bis vier landeten die Truthahnsalami Light von Dulano, Mini Babybel der Firma Bel, Smarties von Nestlé sowie Rheinisches Apfelkraut von Grafschafter. Bei all diesen Produkten wurden die Verbraucher getäuscht: Die Truthhahnsalami light enthält mehr Fett als die normale. Und die Verpackungen Minibabybell, Smarties und Apfelkraut wurden verkleinert – bei gleichbleibendem Preis.

Viel Luft und noch mehr Müll

Im Durchschnitt seien die Verpackungen nur zu 41 Prozent gefüllt, so die VZHH. Das ärgert nicht nur die Kundinnen und Kunden. Viel unnötiger Verpackungsmüll belaste auch zunehmend die Umwelt. Problematisch vor allem: der Plastikmüll. Und der wäre leicht zu vermeiden, wenn man die Packungsgröße an den Inhalt anpassen würde. „Bei den Luftpackungen verzeichnen wir einen enormen Anstieg bei den Verbraucherbeschwerden“, so Armin Valet, Pressereferent in der Abteilung Lebensmittel und Ernährung. Das liege auch daran, dass die Verbraucher stärker für das Müll- und Plastikthema sensibilisiert seien.

Im Video am Ende des Artikels verraten Hamburgerinnnen und Hamburger, was ihre Mogelpackung ist.

Mogelpackungen werden durchleuchtet

Die VZHH fordert vor allem Transparenz von Seiten der Hersteller. Man wünsche sich eine Plattform, auf der Hersteller verpflichtend angeben müssen, wenn sie die Füllmengen reduzieren. So sollen versteckte Preiserhöhungen für den Verbraucher erkennbar sein. „Bei den Luftpackungen drängen wir darauf, dass es eine Gesetzesänderung gibt und Packungen prinzipiell voll sein müssen, nur in Ausnahmefällen sollen Lufträume gestattet sein“, sagt der Verbraucherschützer. Luftverpackungen werden bei zerbrechlichen Produkten verwendet, um diese zu schützen.

Bereits Mitte Januar waren bei einer Untersuchung der Verbraucherzentrale 14 Produkte mit Röntgenstrahlen untersucht worden. So ließ sich feststellen, wie voll die Packungen wirklich waren. Das Ergebnis: Die meisten waren nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt.

Auch die Hamburgerinnen und Hamburger sind verärgert

Jedes Jahr gehen viele Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Hamburg ein. 2018 waren es mehr als 2000. FINK.HAMBURG hat nachgefragt, was die Hamburgerinnen und Hamburger zu den Tricks der Hersteller sagen und wer sich schon mal über zu wenig Inhalt beschwert hat.

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Als Fitnesstrainerin spornt Thoya Maria Urbach, Jahrgang 1994, mehrmals in der Woche bis zu 30 Leute zu Höchstleistungen an. Studiert hat sie Kulturwissenschaften in Lüneburg und Barcelona und dabei das Schreiben für sich entdeckt. Bei der „Brigitte“ hospitierte sie in der Onlineredaktion. Während eines Praktikums in der Unternehmenskommunikation bei Deutschlands größter Containerreederei faszinierte sie die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt. Die Hamburgerin schippert in ihrer Freizeit gerne mit der Fähre über die Elbe, ist aber auch in anderen Städten unterwegs – etwa in St. Petersburg. Denn etwas Russisch kann sie auch. Kürzel: tmu
Einen Fischkutter in Franken? Den gibt’s – und zwar als Bar. Lisa Kretz, Jahrgang 1991, hat dort gelernt, unfallfrei Silvaner zu servieren. Fast ein Wunder, sagt sie doch über sich selbst, dass sie sogar über Hindernisse falle, die gar nicht vorhanden sind. Beruflich hat sie keine Schwierigkeiten, einer klaren Linie zu folgen. In Würzburg studierte Lisa BWL mit dem Schwerpunkt Medien. Für eine Boutique baute sie die Social-Media-Kanäle auf, fotografierte Outfits für Instagram und schrieb Blogbeiträge. Nach einem Praktikum in einer Münchner Werbeagentur entwickelt sie Social-Media-Kampagnen für ein Hamburger Tech-Startup – samt Videoproduktion. Und sie zeigt den Followern wie man einen Gastronomiebetrieb mit dem iPad organisiert.
Für Sophie Schreiber, Jahrgang 1994, beginnt ein gemütlicher Morgen nicht nur spät, sondern auch mit einem Frühstück im Bett. Auf Reisen sucht sie hingegen das Abenteuer: Nach dem Abitur durchquerte sie Australien und machte einen Roadtrip durch Deutschland. In Hamburg ist sie allerdings fest verwurzelt. Selbst während ihres Studiums der Kulturwissenschaften in Lüneburg pendelte sie. Ihr Faible für das Schreiben entdeckte sie während eines Praktikums in der Hamburger Redaktion von „Kulturnews“. Dort sammelte Sophie erste Erfahrungen im Lokaljournalismus, führte Interviews und berichtete über Festivals. Ihr Wissen kann sie nun bei FINK.HAMBURG anwenden und vertiefen. Das Pendeln hat damit auch ein Ende und Sophie bleiben morgens ein paar Minuten länger unter der Bettdecke. Kürzel: sch