Architektenzeichnung des Hinz&Kunzt-Haus.
Eine erste Zeichnung der Fassade des Hinz&Kunzt-Hauses in St. Georgs Stiftsviertel. Grafik: Hauschild + Siegel Architecture

Nach langer Suche bekommt das Hamburger Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“ ein neues Zuhause: In St. Georg soll ein eigenes Haus gebaut werden, in dem neue Verlagsräume und Wohnungen geschaffen werden. Bis Mitte 2020 es stehen.

Gute Nachrichten für „Hinz&Kunzt“: Das Hamburger Straßenmagazin bekommt nach vielen Jahren Suche endlich ein eigenes Haus in St. Georg. Seit 2010 legen die Verantwortlichen bei ihnen eingehende Spenden zurück, um den Hausbau zu finanzieren. „Uns war immer wichtig, dass diese Gelder nicht einfach in den normalen Betrieb einfließen, sondern helfen sollen, unser Projekt langfristig abzusichern“, so Geschäftsführer Jens Ade.

Auf dem Grundstück in der Stiftstraße sollen nicht nur Räume für die Redaktion, den Vertrieb und die Verwaltung entstehen, sondern auch Wohnungen für die Verkäufer des Straßenmagazins entstehen. Diese sind selbst teilweise obdachlos und haben es auf dem Wohnungsmarkt schwer. Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer freut sich besonders über den Wohnraum: „Wir haben das Belegungsrecht für die Wohnungen, und es ist vereinbart, dass sie nie aus der Sozialbindung fallen werden.“

Auch Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg Mitte, äußerte sich zum Vorhaben: „Wir freuen uns über dieses innovative Projekt. Vor allem, weil dadurch etwas Nachhaltiges für Wohnungslose entsteht.“ Wann die Bauarbeiten starten, wird in den kommenden Wochen entschieden. Mitte 2020 soll das Haus fertiggestellt sein.

Unterstützung durch Hamburger Stiftungen

Die Mara & Holger Cassens-Stiftung macht das Projekt möglich: Ihr gehört das entsprechende Grundstück. Momentan stehen dort Häuser aus den 1950er-Jahren, die nun durch barrierefreie Gebäude ersetzt werden sollen. Das Haus des Straßenmagazins findet in einer Baulücke Platz. Holger Cassen sagte zum Bauvorhaben: „Meine Stiftung unterstützt kulturelle und soziale Projekte, und da passt ‚Hinz&Kunzt‘ sehr gut hinein.“

„Hinz&Kunzt“ ist derzeit auflagenstärkstes Straßenmagazin in Deutschland. Es wird professionell produziert und von mehr als 500 Obdachlosen, Wohnungslosen und Menschen in prekären Lebenslagen auf der Straße verkauft. Des weiteren unterstützt der Verlag die Verkäufer bei Suchtproblemen, Geldsorgen oder bei der Wohnungssuche und versteht sich als „Anwalt für Arme“.

/mrk

Vorheriger Artikel„Das Filmfest erreicht nicht nur Kinopublikum“
Nächster ArtikelVisitenkarte für den Gamesmarkt
Melina Mork, Jahrgang 1996, isst trotz ihrer Leidenschaft fürs Ausschlafen am liebsten Frühstück, auch gerne mal um 16 Uhr. Mit sieben Jahren wollte sie Stadionsprecherin werden, aber als in der Schule die Länge ihrer Essays zunehmend eskalierte, beschloss sie, dass sie lieber Journalistin werden will. Nach dem Abitur zog sie für das Studium in Kulturjournalismus von Salzgitter nach Hamburg. Erste Praxiserfahrungen sammelte Melina beim „Netzpiloten Magazin“ und der „Szene Hamburg“. Wenn sie nicht gerade Video-Essays bingewatched, arbeitet sie beim YouTube-Channel „In Bed with“ mit. Dort lädt sie Musiker ein in verschiedenen Betten Hamburgs Akustik-Sessions zu spielen und fragt sie zu allem aus, was mit Schlafen und Träumen zu tun hat. Kürzel: mrk