Kuratorin der Hafencity und Initiatorin des Programms
Kuratorin der Hafencity und Initiatorin des Programms "Imagine the City" Ellen Blumenstein. Foto: Jork Weismann

Ellen Blumenstein ist seit 2017 Kuratorin der Hafencity. Mit ihrem Kulturprogramm „Imagine the City“ möchte sie den Stadtteil beleben. Erstes Projekt ist ein gigantischer Smiley, der die Emotionen der Passanten wiedergibt.

Ein großes Gesicht aus Stahl lacht einem seit heute in der Hafencity entgegen. Sieben Meter ist der Smiley hoch und verändert stetig seinen Gesichtsausdruck. Die Skulptur wird zum Spiegel der Menschen in ihrer Umgebung. Kameras filmen Passanten, eine Software wertet ihre Gesichtsausdrücke aus und überträgt die Daten.

Ellen Blumenstein hat die interaktive Installation nach Hamburg gebracht. Seit 2017 ist die Literatur- und Musikwissenschaftlerin Kuratorin der Hafencity. An diesem Donnerstag startet das von ihr zusammengestellte Kulturprogramm „Imagine the City“, mit dem sie den Stadtteil beleben möchte.

Was macht den Smiley aus? 

Im Rahmen des von Ellen Blumenstein imitierten Programms "Imagine the City" leuchtet ein sieben Meter hoher Smiley an der Brücke am Kibbelsteg. Foto: Cherifa Akili
Bitte lächeln. Der Smiley an der Brücke am Kibbelsteg. Foto: Cherifa Akili

Seine Software basiert auf einem Algorithmus des Frauenhofer Instituts. Bei der Entwicklung ging es den Künstler_innen vor allem um die Auseinandersetzung mit der Software. Diese ist beeindruckend, weil sie etwas kann, was bis lange nur der Mensch konnte: Emotionen zeigen.

Welchen konkreten Nutzen hat die Installation?

Einen konkreten Nutzen hat Kunst zum Glück nie. Es geht darum, Erfahrungen möglich zu machen. Stadtplanung schafft nur Strukturen und kann Menschen nicht berücksichtigen. Kunst ermöglicht Erfahrungen innerhalb dieser Strukturen. Der Smiley lenkt die Aufmerksamkeit auf die Menschen und ihre gegenseitige Wahrnehmung. Er soll auch Vergnügen bereiten.

Was passiert mit den erhobenen Daten?

Als das „Public Face“ entwickelt wurde, war Datenschutz noch kein Thema. Der Smiley funktioniert so: Die Kameras machen regelmäßig ein Standbild. Die Software erkennt die Form der Gesichter und wertet diese aus. Die Gesichtsformen werden zunächst in Zahlen übersetzt und dann in einen Gesichtsausdruck für den Smiley.

Wir haben uns mit einem Anwalt zusammengesetzt, der sich mit der Datenschutz-Grundverordnung auskennt. Dabei ist herausgekommen, dass quasi keine personenbezogenen Daten gesammelt werden. Die Software erkennt keine Gesichter. Bei jeder Aufnahme eines Bildes, wird das vorherige gelöscht und die Daten direkt in einen Querschnitt eingerechnet. So ist es nicht möglich, Daten von einzelnen Personen zu extrahieren.

Ist es schwierig, die Hafencity zu beleben?

Meinen Job gab es vorher nicht. Es gibt keine Erfahrung mit der Infrastruktur, Arbeitsstruktur und Arbeitsweise, die ich nutzen kann. Das ist zum Teil frustrierend, kann aber auch motivieren.

Vorheriger ArtikelSmiley leuchtet in der Speicherstadt
Nächster ArtikelWelche Hamburger Frauenrechtlerin bist du?
Carl Lukas Gebhard, geboren 1993, ist gebürtiger Hamburger, also fast – er kommt aus Harburg. Seinen Bachelor und Master hat er in Göttingen in Gender Studies gemacht. In Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro Northeim und Einbeck hat er mit Schülerinnen und Schülern Erklärvideos gedreht, zum Beispiel zu Transsexualität und Mobbing. Auch im Newsroom von FINK.HAMBURG setzt er sich für das Thema Gleichstellung ein. Seine Kühlschranktür ist voll mit Magneten aus der ganzen Welt. In Vietnam trank Lukas in sechs Stunden hundert Bier mit einheimischen Senioren – deren Sprache er danach auch etwas verstand. Ein Jahr jobbte er an der Rezeption der einzigen Jugendherberge in Sankt Moritz. Dreimal in der Woche ist er in Hamburg bouldern. Sein Ziel: krass werden. lg

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here