Brexit: Auch Hamburger Wirtschaft besorgt
Brexit: Auch Hamburger Wirtschaft besorgt. Foto: Pixabay

Der EU droht der ungeregelte Brexit. Am Dienstag sind die Verhandlungen von Theresa May mit dem britischen Unterhaus gescheitert. Auch Hamburgs Handelsverkehr muss sich auf den Ernstfall vorbereiten.

Die Befürchtungen norddeutscher Wirtschaftsvertreter könnten wahr werden: Das britische Unterhaus lehnte am Dienstagabend den Deal ab, den Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelt hatte. Damit wird ein ungeregelter Brexit wahrscheinlicher. Eine Konsequenz wäre das Anfallen von Zöllen im grenzüberschreitenden Warenverkehr, wenn Großbritannien am 29. März aus der EU austritt.

Christi Degen, Hauptgeschäftsführerin der Handelskammer Hamburg, warnt vor erheblichen Belastungen für den Handel zwischen Hamburger Unternehmen und ihren britischen Partnern. Sie bedauert die Entscheidung der Nachbarregierung.

Vor allem kleine Unternehmen betroffen

Die Handelskammer und der Industrieverband Hamburg (IVH) betonen, dass die exportorientierte Hamburger Wirtschaft und vor allem kleine und mittelständische Unternehmen belastet werden würden. „Nicht nur Zölle werden teurer, ein harter Brexit kann den Handel zwischen der EU und Großbritannien vorübergehend komplett zum Erliegen bringen“, sagt Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft.

Wichtigster Handelspartner

Laut dem Statistischen Bundesamt Nord gehört Großbritannien zu den zehn wichtigsten Handelspartnern Hamburgs. Insgesamt 1.000 Unternehmen gaben bei der Handelskammer an, Geschäftsbeziehungen ins Vereinte Königreich zu pflegen. Weitere 200 sind dort sogar dauerhaft vertreten. In Hamburg sind 70 Niederlassungen britischer Firmen ansässig. Sollte es tatsächlich zu einem ungeregelten Austritt kommen, müssen sich Hamburger Senat und Verwaltung bestmöglich auf den Ansturm betroffener Unternehmen vorbereiten, fordert daher FDP-Fraktionschef Michael Kruse.

Sprechstunde für Unternehmerinnen und Unternehmer: Nächste Woche können sich betroffene persönlich am Telefon von Handelskammer-Experten zum Thema Brexit beraten lassen.

lk/sch/dpa

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Einen Fischkutter in Franken? Den gibt’s – und zwar als Bar. Lisa Kretz, Jahrgang 1991, hat dort gelernt, unfallfrei Silvaner zu servieren. Fast ein Wunder, sagt sie doch über sich selbst, dass sie sogar über Hindernisse falle, die gar nicht vorhanden sind. Beruflich hat sie keine Schwierigkeiten, einer klaren Linie zu folgen. In Würzburg studierte Lisa BWL mit dem Schwerpunkt Medien. Für eine Boutique baute sie die Social-Media-Kanäle auf, fotografierte Outfits für Instagram und schrieb Blogbeiträge. Nach einem Praktikum in einer Münchner Werbeagentur entwickelt sie Social-Media-Kampagnen für ein Hamburger Tech-Startup – samt Videoproduktion. Und sie zeigt den Followern wie man einen Gastronomiebetrieb mit dem iPad organisiert.
Für Sophie Schreiber, Jahrgang 1994, beginnt ein gemütlicher Morgen nicht nur spät, sondern auch mit einem Frühstück im Bett. Auf Reisen sucht sie hingegen das Abenteuer: Nach dem Abitur durchquerte sie Australien und machte einen Roadtrip durch Deutschland. In Hamburg ist sie allerdings fest verwurzelt. Selbst während ihres Studiums der Kulturwissenschaften in Lüneburg pendelte sie. Ihr Faible für das Schreiben entdeckte sie während eines Praktikums in der Hamburger Redaktion von „Kulturnews“. Dort sammelte Sophie erste Erfahrungen im Lokaljournalismus, führte Interviews und berichtete über Festivals. Ihr Wissen kann sie nun bei FINK.HAMBURG anwenden und vertiefen. Das Pendeln hat damit auch ein Ende und Sophie bleiben morgens ein paar Minuten länger unter der Bettdecke. Kürzel: sch