Hamburg aus einer neuen Perspektive erleben? Mit einer 360-Grad-Kamera ist das möglich. Studierende der HAW Hamburg haben mit der neuen Technik experimentiert, eigene Postkarten gestaltet und Stadtteile zu kleinen Planeten werden lassen. 

Im dritten Semster lernen Studierende des Bachelorstudiengangs „Medien und Information“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften verschiedene Kompetenzen im Umgang mit Medien. Im Wintersemster 2018/19 ging es in enem Modulangebot um 360-Grad-Kameras und deren Verwendung in den Medien. Neben Postkarten haben die Studierenden auch ein Video mit Aufnahmen aus dem Campus Finkenau der HAW Hamburg erstellt.

Mit Virtual Reality den Campus kennenlernen

„Durch das Projekt haben die Studierenden den gesamten Prozess kennen gelernt“, erklärt Wolfgang Swoboda, Professor für Medienwissenschaften und Journalistik am Departement Information. Ein Semester lang hat er die Studierenden gemeinsam mit der Lehrbeauftragten Ute Wett zu dem Tiny Planets Projekt angeleitet. Zunächst setzten sich die Kursteilnehmer mit der Technik hinter dem Begriff Virtual Reality auseinander und informierten sich über die Kameras. Im nächsten Schritt verarbeiteten die Studierenden die 360-Grad-Bilder weiter, sodass aus den Aufnahmen Miniaturplaneten, also Tiny Plantes, werden konnten.

Einer der 30 Tiny Planets, die am Dienstag präsentiert werden. Von: Duc Anh Pham. Bildquelle: Prof. Dr. Wolfgang Swoboda
Einer der 30 Tiny Planets, die am Dienstag präsentiert werden. Von: Duc Anh Pham. Bildquelle: Prof. Dr. Wolfgang Swoboda

„Ich habe nur das Ziel vorgegeben“

Auch nachdem sie mit den Kameras erste Panoramaaufnahmen gemacht hatten, gab es noch einiges zu lernen. Selbstständig gaben die Studierenden ihre Bilder in den Druck und lernten dabei im Bereich Datenverwaltung und -verarbeitung dazu. Sie setzten sich zusätzlich mit Fragen auseinander: Wie viele Pixel muss ein Bild haben, um es qualitativ hochwertig drucken zu können? Warum sehen Postkartenbilder mit einem weißen Rand besser aus? „Alle Entscheidungen haben sie selbst getroffen. Ich habe nur das Ziel vorgegeben.“, sagt Swoboda. Es sollten Postkarten entstehen. „Postkarten sind einfach so ein niedliches Kleinmedium. Zusätzlich haben die Studierenden etwas, was sie am Ende des Semesters präsentieren können.“


GIF-Vorlage: Auf dem Michel von Tim Hannesen

Das Projekt hat der Professor für Medienwissenschaften und Journalistik ebenfalls an einer Universität in China durchgeführt. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten die Arbeitsweisen der beiden Gruppen hatten, wird er zu einem späteren Zeitpunkt in einer internationalen Studie publizieren. Insgesamt seien die deutschen Kursteilnehmer vorsichtiger und langsamer vorgegangen als die chinesischen Studierenden. Letztere hätten deutlich schneller Ergebnisse präsentiert. Zufrieden ist er aber mit den Ergebnissen beider Gruppen.

Tiny Planets: Hamburg aus einer neuen Perspektive erleben

Insgesamt 30 verschiedene Tiny Planets sind auf den Postkarten abgedruckt. Am Dienstag präsentiert der Kurs die Ergebnisse aus der Arbeit mit den 360-Grad-Kameras. Die  Postkarten werden nach der Präsentation gegen eine Spende abgegeben. Wie das Produkt bei der Laufkundschaft ankommt, testen die Studierenden im Juni beim Sommer des Wissens auf dem Rathausmarkt.

Medienkonzeption & -produktion

Am 22. Januar 2019 stellt der Bachelorstudiengang „Information und Medien“ die Ergebnisse des vergangenen Semesters vor.
11:00 Uhr Studio 35: Video-Redaktion/ Kopczynski
11:30 Uhr Vakuum: Audio-Werkstatt/ Keßling
12:00 Uhr Tiny Planets: 360-Grad-Werstatt/ Swoboda und Wett
12:30 Uhr Lorem Ipsum: E-Book-Werkstatt/ Körner

Forum Finkenau auf dem Kunst- und Mediencampus der HAW Hamburg in der Finkenau 35 in 22081 Hamburg

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Hannah Lesch, Jahrgang 1994, überlebte bereits Wildwasser-Rafting mit Krokodilen in Namibia. Dort hat sie auch Bogenschießen gelernt. Nach dem Bachelor im Wissenschaftsjournalismus ging sie für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Afrika, um für die „Deutsche Welle Akademie“ Trainings für Medienschaffende anzubieten. Nebenbei organisierte sie ein Festival, bei dem in 48 Stunden Filme produziert wurden. Wissenschaftsjournalistin möchte sie werden, seit sie bei „Jugend forscht“ einen Preis gewonnen hat. Dafür kartierte sie Mauereidechsen. Und nein, mit Harald Lesch ist sie nicht verwandt. Ihren Namensvetter und ihr Idol würde sie trotzdem gerne mal treffen. Immerhin: Seine Gehaltsabrechnung wurde ihr beim Praktikum beim „Bayerischen Rundfunk“ aus Versehen zugestellt. Geöffnet hat sie diese aber nicht. Kürzel: hl
Nadine von Piechowski, Jahrgang 1992, studiert in dem Gebäude, in dem sie geboren wurde: die Finkenau 35, früher eine Geburtsklinik, heute die HAW Hamburg. Bislang hat sie nur nördlich der Elbe gelebt: In Kiel und Kopenhagen studierte sie Geschichte und Archäologie. Nadines ursprünglicher Plan: ein weiblicher Indiana Jones werden. Hut und Peitsche hat sie als Ausrüstung zum Abschluss schon geschenkt bekommen. Trotzdem will sie lieber in den Journalismus. Nadine absolvierte diverse Praktika, etwa in der Pressestelle des Bundes für Natur und Umweltschutz und bei „Radio Hamburg“ in der Redaktion. Beim Helms-Museum in Harburg lektorierte sie einen Ausstellungskatalog. Sie schreibt unter anderem für den Blog „Typisch Hamburch“. In ihrer Freizeit spielt sie Handball und versucht, mit ihrem bienenfreundlichen Balkon die Welt zu retten. Kürzel: nvp