Am Donnerstag war Weltflüchtlingstag. FINK.HAMBURG hat Zahlen und Fakten zu Geflüchteten in Hamburg und ganz Deutschland. 

Am 20. Juni war Weltflüchtlingstag. Laut der UNCHR sind erstmals mehr als 70 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Das sind über zwei Millionen mehr als im Vorjahr und doppelt so viele wie noch vor 20 Jahren.

Die meisten davon sind Binnenflüchtlinge. Das bedeutet diese Menschen sind innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht. Der Rest sucht Schutz in einem anderen Land.

Die Anzahl der Erstanträge für Asyl gehen in Deutschland dagegen zurück. Laut den aktuellen Zahlen zu Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge kamen 2016 noch mehr als 700.000 neue Flüchtlinge nach Deutschland. 2017 sank die Zahl auf knapp unter 200.000. 2018 ging die Anzahl noch weiter zurück auf circa 160.000.

Auch in Hamburg sind die Zahlen leicht rückläufig. Vor zwei Jahren wurden noch 9.006 Erstanträge auf Asyl gestellt. 2018 waren es 8.927.

Die Grafik zeigt die aktuelle Entwicklung in Hamburg.

Grafik Erstanträge Asyl, Detuschland 63703, HH 3730, In HH untergbracht 2151
Erstellt von Jonas Ziock mit Piktochart | Hintergrundfoto: Nikolas Baumgartner

Zwölf deutsche Städte wollen „Sichere Häfen“ sein

Pünktlich zum Weltflüchtlingstag haben Vertreter*innen von zwölf Städten und Kommunen am 14. Juni das Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ in Berlin gegründet. Alle Gemeinden waren zuvor bereits Mitglieder der Bewegung „Seebrücke schafft sichere Häfen“, in der sich 60 Städte und Kommunen seit Sommer 2018 mit ziviler Seenotrettung solidarisieren.

Die Städte erklärten zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen zu wollen, die von Hilfsorganisationen aus dem Mittelmeer gerettet werden. Auch Hamburg ist Mitglied der Bewegung, gehört bisher allerdings nicht zu dem neuen Bündnis.

Bereits kurz vor der öffentlichen Gründung hat „Städte Sicherer Häfen“ in einem offenen Brief das zögerliche Verhalten der Bundesregierung und des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat kritisiert. In dieser Potsdamer Erklärung fordert das Bündnis von der Politik sowohl die Erlaubnis als auch deren Unterstützung „bei der praktischen Aufnahme“ der Flüchtlinge, sowie bei „der Unterbringung und der Finanzierung“.

Titelfoto: Nikolaus Baumgartner

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Jonas Ziock, Jahrgang 1993, wird oft von fremden Leuten gegrüßt und hört auch auf den Namen Joshi – so heißt sein eineiiger Zwillingsbruder. Mit ihm hat er in einem Arthouse-Kino in Lübeck noch gelernt, Filme von der Filmrolle abzuspielen. In Göttingen machte er seinen Bachelor in Politikwissenschaft und belegte zusätzlich journalistische Kurse. Während seines Studiums organisierte er zusammen mit Freunden subkulturelle Konzerte. Zwei der größten Bands waren die Antilopen Gang und Sick of it All. Auch in Hamburg geht er so oft wie möglich auf Metal- und Hardcore-Konzerte. Seine zweite Leidenschaft ist das Skaten. Schon als Jugendlicher fuhr Jonas von Lübeck in die Skatehalle I-Punkt, in der er heute jobbt. Oder ist es Joshi? Kürzel: joz