Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft Hamburger Banken zum Streik auf. Zu den Demonstrationen Ende der Woche werden rund 400 bis 500 Teilnehmer*innen erwartet.

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte der Hamburger Banken am Donnerstag und Freitag zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen vom Streik seien die Hamburger Sparkasse, die Commerzbank, die Deutsche Bank und die UniCredit Bank. Am Donnerstag ist laut Verdi ein Gesundheitsmarsch um die Binnenalster und eine Kundgebung auf dem Gänsemarkt geplant.

Verdi fordert unter anderem höhere und schnellere Gehaltssteigerungen. Michael Börzel, Gewerkschaftssekretär Finanzen bei Verdi Hamburg, sagte gegenüber FINK.HAMBURG: „Um einen Reallohnverlust zu verhindern, müsste sich das Gehalt jährlich um mindestens zwei bis drei Prozent erhöhen. Da es diesen Verlust aber natürlich auch in den letzten Jahren gab, müssen wir die Gehaltssteigerung dementsprechend höher ansetzen.“

Angestrebt seien sechs Prozent Gehaltssteigerung innerhalb von einem Jahr. Die Arbeitgeber hätten bislang durchschnittlich 1,16 Prozent pro Jahr für eine Laufzeit von 36 Monaten angeboten.

Ziel: ein zukunftsfähiger Tarifvertrag

Außerdem strebt die Gewerkschaft unabhängig vom Urlaub sechs zusätzliche Gesundheits- und Entlastungstage für die Beschäftigten an. „Neben anderen Faktoren soll es vor allem um Entlastung gehen. Die Digitalisierung wird oft als Erleichterung angesehen, aber sie bringt auch Probleme und Stress für die Beschäftigten mit sich“, sagt Börzel.

Hintergrund des Streiks sind die laufenden bundesweiten Tarifverhandlungen im Bankengewerbe. Am 03. Juli gehen die Gespräche in die fünfte Runde. „Wir erhoffen uns durch den Warnstreik am Donnerstag und Freitag vor allem Klarheit und einen zukunftsfähigen Tarifvertrag“, so Börzel.

mew/dpa

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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Melanie Weimann, Jahrgang 1992, ist in ihrem Leben zwölf Mal umgezogen – einmal davon mit dem Flixbus. In Ansbach studierte die gebürtige Fränkin Ressortjournalismus mit Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften. Im Anatomiekurs hielt sie sogar einmal ein menschliches Herz in den Händen. Ihr Studium schloss sie allerdings in der Medienethik ab: mit einer Analyse über Jan Böhmermanns Schmähgedicht und vermutlich dem Weltrekord von Schimpfwörtern in einer wissenschaftlichen Arbeit. Später zog sie von München über Nürnberg nach Berlin, wo sie in einer Agentur und in Startups in der PR und Unternehmenskommunikation arbeitete. Unter anderem betreute sie einen Hersteller von Luxus-Hundebetten, eine Plattform für Smart Home und organisierte Events für die Dating-App Tinder: Mate, Calls und Pitches inklusive. Kürzel: mew