Im NS-Prozess hat der Zeuge und Nebenkläger Moshe Peter Loth den ehemaligen SS-Wachmann und Angeklagten Bruno D. umarmt und ihm vergeben.

Während des Prozesses gegen den ehemaligen KZ-Wachmann Bruno D. hat der Zeuge und Nebenkläger Moshe Peter Loth den Angeklagten in den Arm genommen. Nach seiner Aussage wandte er sich an die Zuschauer der Verhandlung. “Passen Sie alle auf! Ich werde ihm vergeben”, sagte der 76-Jährige. Daraufhin umarmten sich die beiden Männer.   

Loth berichtete außerdem, wie es dazu kam, dass er in dem Konzentrationslager Stutthof aufwuchs. Seine jüdische Mutter wurde im dritten Monat schwanger am 1. März 1943 festgenommen und habe ihn in Gefangenschaft zur Welt gebracht. 1944 seien beide in das Konzentrationslager bei Danzig gebracht worden.  

In diesem KZ hatte Bruno D. als SS-Wachmann gedient. Dem 93-Jährigen wird Beihilfe zum Mord in 5.230 Fällen, in einem Zeitraum vom 9. August 1944 und dem 26. April 1945, vorgeworfen.

sis/dpa

Titelfoto: Christian Charisius/dpa 

Simon Schröder, Jahrgang 1992, fehlt als Schönwetter-Surfer nur eines an seiner geliebten Heimatstadt: Dauersonne. Deshalb entflieht er jeden Sommer Hamburgs Schmuddelwetter und arbeitet als Wellenreitlehrer an der französischen Atlantikküste. Sein Studium der Kulturwissenschaften in Lüneburg war ihm zu theoretisch. Praktische Arbeit fand er nach seinem Abschluss bei den Online-Magazinen "Zeitjung" und "Bento". Mit seinem Gespür für Menschen interviewte er Pornoproduzenten, Freier und Lehrer. Wenn er es an seinem Schreibtisch nicht mehr aushielt, kochte er im Nil und Salt & Silver. Für seine zwei Mitbewohner macht er noch heute seine raffinierte Bolognese. Geheimzutat: Schokolade. Das würde er aber nie jemandem verraten. Kürzel: sis