Einzelarbeitsplätze mit Schallschutz, online übertragene Vorlesungen, flexible Kommunikationsplätze: Bei einem Workshop an der HAW Hamburg haben Studierende und Lehrende über die Lernräume der Zukunft gesprochen.

Steigende Studierendenzahlen, aber nicht mehr Räumlichkeiten: Der Platzmangel an der HAW Hamburg betrifft auch Lernräume. Im Department Maschinenbau und Produktion kämpft der Fachschaftsrat (FSR) schon seit 2013 für Lernräume, die den Ansprüchen der Studierenden genügen. Dazu zählt mehr als nur ein Tisch und ein Stuhl. Die Lernräume am Department sollen nach einem neuen Konzept eingerichtet werden, das als „Best Practice“ idealerweise auf die gesamte Hochschule übertragen werden kann. Aktuell werden die zwei Räume von Studierenden bereits als Gruppenarbeitsraum, beziehungsweise Einzelarbeitsraum genutzt.

Am Dies Academicus im November suchten Prof. Dr. Enno Stöver und Katrin Schillinger im Rahmen eines Workshops mit Studierenden, Lehrenden und Angestellten nach Lösungen, die Räume weiter zu verbessern. Ziel sollte es sein, konkrete Maßnahmen für die beiden Lernräume zu planen, die sehr bald umgesetzt werden sollen.

Drei Menschen sitzen am Tisch
Eine Gruppe erarbeitete Maßnahmen zu den Kommunikationsräumen. Foto: Oliver Völling

Neue innovative Ideen?

Ein Portrait von Gösku Kilicaslan
Göksu Kilicaslan setzt sich bereits seit 2013 für mehr Lernräume am Department ein. Foto: Oliver Völling

Göksu Kilicaslan ist Mitglied des Fachschaftsrats (FSR) des Department Maschinenbau und Produktion und studiert im Master Produktionstechnik und Management. Er setzt sich seit 2013 für angemessene Lernräume ein. In Absprache hat der FSR eigenständig schon 2016 die Räume gestrichen und ausgestattet. Doch zufrieden ist damit noch niemand.

„Es wird immer um den heißen Brei gesprochen: Wir brauchen mehr Lernräume. Aber da passiert nichts.“

Das ist bisher nämlich das große Problem: Es fehle an finanziellen Mittel, nicht an Ideen, so Kilicaslan. Das zeigte auch der Workshop, an dem er mitwirkte: Vier Plakate voll mit konkreten Vorschlägen für den Einzelarbeitsraum, Gruppenarbeitsraum und der Digitalisierung des Lernens kamen zustande.

So sollen die Lernräume in Zukunft aussehen

Im Einzelarbeitsraum sollen unter anderem isolierte Einzelarbeitsplätze entstehen, um fokussiertes Arbeiten zu ermöglichen – bisher stehen die Tische in Gruppen zusammen. Akustiktrennwände, die auch als Pinnwand fungieren, sollen zwischen den Arbeitsplätzen für weniger Ablenkung sorgen.

Im Kommunikationsraum sollen die Tische flexibel verschiebbar sein, sodass jede Gruppe ihren Arbeitsplatz nach eigenem Bedarf einrichten kann. Hier sollen etwa Whiteboards zum Anschreiben, Zeichnen und Anheften sowie kleine Leinwände und Beamer verfügbar sein, damit der Lernstoff für die ganze Gruppe visualisiert werden kann.

Zuletzt wünschen sich die Teilnehmer*innen einen erweiterten Zugriff auf alle technischen Funktionen der E-Learning-Plattform „ohne einen zwischengeschalteten Verwaltungsakt“. Darüber hinaus sollen Vorlesungen online live übertragen werden und anschließend auf Abruf verfügbar sein.

Neben den digitalen Lernräumen, möchte man auch die Nutzung der beiden Lernräume besser koordinieren. Hierzu zählt ein Online-Buchungssystem, das den Studierenden ermöglicht Einzel- und Gruppenarbeitsplätze im Vorfeld online zu reservieren – auch am Wochenende.

Zwei Menschen stehen um einen Tisch.
Eine andere Gruppe erarbeitete Maßnahmen für den Einzelarbeitsraum. Foto: Oliver Völling

Die Lösungen werden bald umgesetzt

Kilicaslan ist optimistisch, dass nach dem Workshop die Räume verbessert werden. Eine Sorge hat er dennoch: „Hier fehlt ein bisschen die Vernunft der Studenten. Da habe ich wieder Bauchschmerzen, dass das hier im Chaos enden wird.“ Es gebe im Gegensatz zu Bibliotheken kein Personal, das darauf achtet, wie die Studierenden sich in den Räumen verhalten. Der FSR müsse diese Aufgabe dann übernehmen.

Prof. Dr. Enno Stöver und Katrin Schillinge im Portrait.
Prof. Dr. Enno Stöver, stellvertretender Departmentsleiter, und Katrin Schillinger, Referentin für Lernraumentwicklung, leiteten den Workshop. Foto: Oliver Völling

Bei manchen Ideen müsse erst in zuständigen Gremien ein Unterstützerkreis zustande kommen. Aber auch die Kursleiter halten einige der Maßnahmen für schnell umsetzbar, sodass hierfür womöglich in naher Zukunft Gelder bereitstehen und eine Anschaffung der Mittel veranlasst werden könne.

Titelbild: Oliver Völling

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Daniel Grodzki, Jahrgang 1994, lernte bereits früh, sich auf mehr als nur sein Augenlicht zu verlassen: Er hat eine degenerative Erkrankung namens Retinitis pigmentosa. So entwickelte er schnell eine Affinität für Audiovisuelles und Technik. Selbst wenn in seinem Bekanntenkreis jemand einen neuen Kühlschrank braucht, lässt er sich von Daniel beraten. Mit Gitarren, diversen weiteren Instrumenten und seiner Stimme macht er Musik, die er im Wohnzimmerstudio selbst aufnimmt und produziert. Seit 2015 kommt die Aufnahmetechnik auch fürs Podcasten zum Einsatz: In “#Reallife” spricht Daniel mit seinem Schulfreund Flo über die Belanglosigkeiten des Alltags, die Karriere als Mikro-Influencer ist in vollem Gang. An der Uni Hamburg studierte er Medien- und Kommunikationswissenschaften, seinen ursprünglichen Berufswunsch “Pokémon-Meister” hat er mittlerweile aufgegeben. Kürzel: dag
Oliver Völling hat bereits in allen Himmelsrichtungen Deutschlands gelebt: Geboren ist er 1994 am Niederrhein, aufgewachsen in Würzburg. Mit 14 Jahren bekam er seine erste Videokamera, mit der er viel experimentierte. Nach dem Abitur zog er für ein Praktikum bei der Produktionsfirma Lecturio nach Leipzig und drehte E-Learning-Videos. Hier entstand der Wunsch, sich professionell mit Film, Schnitt und Dramaturgie zu beschäftigen. All das hat er in seinem Bachelorstudium in Medientechnik an der HAW Hamburg gelernt. Im Marketing von Lufthansa Technik fotografierte und filmte er unter anderem Spülmaschinen oder Duschen, die in Privatjets eingebaut werden. In seiner Freizeit schreibt er Fantasy-Kurzgeschichten, inspiriert vom Altgriechischen, und entwirft Rollenspiele. Kürzel: ovö

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